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Das Phantomgerüst besichtigsten am Dienstagabend die Münsinger Gemeinderäte.

Milchhäusl

Gemeinde will Planung überdenken

Münsing - Der Protest der Nachbarn, die mittlerweile sogar einen Anwalt eingeschaltet haben, war erfolgreich. Der Gemeinderat will nach einem Ortstermin und einer internen Besprechung am Dienstagabend seine Pläne für das ehemalige Milchhäusl an der Hauptstraße 25 „überdenken“. Das teilte Bürgermeister Michael Grasl als Ergebnis der beiden Termine mit.

Die Nachbarsfamilien Jochner, Bartl und Duckworth-Queckbörner hatten für die Besichtigung zusätzlich zum Phantomgerüst Luftballons auf der Seite zur Bachstraße aufgehängt, um das Ausmaß des geplanten, zweistöckigen Gebäudes mit 14 Wohnungen zu demonstrieren. Weitere Anwohner waren gekommen, um ihr Missfallen über das Vorhaben zum Ausdruck zu bringen.

Jobst Queckbörner spricht von einer „intensiven Diskussion vor Ort“. Bürgermeister Grasl sagt, es seien wichtige Argumente ausgetauscht worden, und der Gemeinderat habe alle Perspektiven und Blickbeziehungen auf das Grundstück in Augenschein nehmen können. In dem vierseitigen Anwaltsschreiben, das die drei genannten Familien an die Gemeinde geschickt haben, werden Länge (rund 38 Meter), Giebelhöhe (rund 14 Meter) und Position des sozialen Wohnungsbauprojekts kritisiert. Vor allem die geplante Tiefgarage halten die Nachbarn für fehl am Platz. „Es handelt sich um keine echte Tiefgarage, weil sie über das Straßenniveau herausragt“, sagt Jobst Queckbörner. Auf das teure Bauwerk könnte man seiner Meinung nach verzichten, wenn man weniger Wohnungen bauen würde.

Die Anwohner haben einen entsprechenden Entwurf mit nur acht Wohnungen gezeichnet. „Unsere Planung wird sich nun sicher verändern“, erklärt Bürgermeister Grasl. Die Architekten Ulrike und Wolfgang Adldinger seien beauftragt worden, bei der Überarbeitung ihrer Pläne die Belange der Nachbarn zu berücksichtigen. Eine Entscheidung über das Vorhaben werde im Herbst fallen, kündigt Grasl an. Aufgrund der vielen anstehenden Projekte wolle er nicht länger warten, die Gemeinde müsse Schwerpunkte setzen.

Die Beratungen und Beschlussfassungen würden in öffentlichen Sitzungen stattfinden. Abgelehnt hat die Gemeinde das Angebot der Nachbarn, ihr ein Stück Grundstücksfläche abzukaufen. Das Phantom-Teilgerüst wird in diesen Tagen abgebaut.

Tanja Lühr

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