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Paris, wir kommen: Die Mitglieder der Münsinger Band „Tromposaund“ sind an diesem Freitagmorgen nach Frankreich aufgebrochen. Dort geben sie am Samstag vor dem Rathaus ein großes Konzert.

"Tromposaund" spielt in Paris

Mittendrin statt nur dabei

Münsing -Jeder, der den Fußball liebt, schaut momentan nach Frankreich. Mittendrin am Finalwochenende: die Holzhauser Band „Tromposaund“. Sie spielt am Samstag im Herzen von Paris – und verpasst dem internationalen Publikum einen Crash-Kurs in bayerischer Kultur.

Das war echt eine gute Idee von Hans Peter Huber: In einer E-Mail an die deutsche Botschaft in Paris fragte er einfach mal unverbindlich an, ob man nicht für ihn und seine Brass-Band vom Starnberger See Verwendung hätte. Und wie die Botschaft Verwendung hatte. Prompt wurden die sechs Münsinger Musiker zu einem hochkarätigen Ereignis eingeladen, einem großen Konzert am Vorabend des Finales der Fußball-Europameisterschaft direkt vor dem Rathaus von Paris. „Unsere Auftritte im Marstall auf dem Oktoberfest sind ja schon immer etwas Besonderes“, sagt Huber. „Aber das toppt alles.“

Für dieses Highlight nehmen die sechs Burschen eine Strapaze auf sich. Gegen 3 Uhr an diesem Freitag sind sie samt Instrumenten in einem VW-Bus nach Paris aufgebrochen. „Ich hoffe, so gehen wir dem Stau aus dem Weg“, sagt Huber. Acht Stunden später dürfen sie in der derzeitigen Hauptstadt des Fußballs ankommen. Über die Internetplattform AirBNB haben sie eine Wohnung gebucht. Allerdings: Ob und wie viel sie zum Schlafen kommen, ist ungewiss.

Auf dem Pariser Rathausplatz ist schon die ganze Woche was los. Die Botschaft hat, analog zum sportlichen Wettkampf der Nationen in den Stadien, einen musikalischen Wettkampf auf dem „Place de Europe“ organisiert. An jedem Tag war ein anderes Volk dran. Weil die Münsinger schon die ganze Woche ausgebucht waren – unter anderem am Donnerstag mit einer Hochzeit am Chiemsee – baten sie höflich, am Samstag spielen zu dürfen. Sie durften. „Schon toll, wir vertreten Deutschland“, sagt Huber. Dass sie mit Lederhosen und Blasinstrumenten – also typisch bayerisch – auftreten, ist für ihn kein Widerspruch. „Bayern, das ist für den Rest der Welt doch Deutschland“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Wo er Recht hat, hat er Recht.

Für ihren etwa zweistündigen Auftritt haben sich die sechs jungen Männer schon ein bisserl was überlegt. Es gibt auf jeden Fall so etwas wie einen Crash-Kurs in alpenländischer Musik. „Angefangen wird mit dem bayerischen Defiliermarsch“, sagt Huber. Dann könnte die eine oder andere Tanzrunde dazukommen. „Wenn Frankreich ins Finale kommt, werden wir wohl um die französische Nationalhymne nicht herumkommen.“ Wenn nicht, gibt es die deutsche zu hören. Genauer: die bayerische. Klar.

„Tromposaund“, das ist vor allem eine Familienangelegenheit: Christoph (26), Moritz (28) und Simon (30) sind quasi die Holzhauser Huba-Buam, Hans Peter (26) ist ihr Cousin. Dazu kommt Nachbar Josef Schmid. „Wir sind in einem Umkreis von 700 Metern aufgewachsen“, erzählt Hans Peter. Und auf ihren Blasinstrumenten von Posaune bis Flügelhorn sind sie richtig gut, nicht umsonst haben sie 2014 den Kunstpreis des Landkreises verliehen bekommen. Sechster im Bunde ist Quirin Sturm (25) aus Bichl, zuständig für Schlagzeug und Rhythmus. Er hat auf der Bühne die zentrale Position. „Er ist quasi unser Mittelfeld“, sagt Hans Peter Huber. Er ist, wie die anderen auch, eingefleischter Fußball-Fan. Auch insofern ist „Tromposaund“ am Wochenende in Paris genau richtig.

Volker Ufertinger

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