+
Beachtliche 1,98 Promille zeigte das Messgerät an, als die Polizei einen Mann aus München im September vergangenen Jahres kontrollierte. 

Verfahren am Münchner Amtsgericht

Münchner Musiklehrer fährt mit zwei Promille Restalkohol durch Münsing

Mit beachtlichen zwei Promille zog die Polizei im vergangenen September einen Münchner aus dem Verkehr. Erstaunlich: Es handelte sich um Restalkohol aus der letzten Nacht. Die Strafe: 3600 Euro. 

Münsing – Ohne gültigen Führerschein, dafür mit reichlich Alkohol im Blut saß ein Münchner (35) hinterm Steuer seines BMWs, als er in der Gemeinde Münsing in eine Polizeikontrolle geriet. Die Blutprobe, die dem Mann gegen 16.20 Uhr abgenommen worden war, ergab einen Wert von 1,98 Promille. „Ja, das ist so. Deswegen sitze ich auch zu Recht hier“, räumte der Musiklehrer vor dem Amtsgericht Wolfratshausen ein. Dort musste er sich wegen fahrlässiger Trunkenheit und vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten. Denn der polnische Führerschein, der ihm gleich an Ort und Stelle abgenommen worden war, ist in Deutschland ungültig.

Der Promillepegel, mit dem er am Nachmittag des 2. September vorigen Jahres in Richtung Füssen aufgebrochen, aber nur bis St. Heinrich gekommen war, resultierte aus Restalkohol von einer durchzechten Nacht zuvor, wie der Angeklagte erläuterte. „Das muss ja ein Sau-Rausch gewesen sein“, stellte Richter Helmut Berger überrascht fest. „Ich habe offenbar auf diese Weise drauf gestoßen werden müssen“, sagte der Mann, der sich eingestehen musste, ein massives Alkoholproblem zu haben. Derzeit sei er jedoch komplett trocken, versicherte der Beschuldigte, der sich in ein Abstinenzprogramm begeben hat.

Lesen Sie auch: Geretsrieder zahlt Potenzmittel nicht - und wird verurteilt

Mindestens ein Jahr Alkoholfreiheit muss er nachweisen, um die Chance zu haben, die MPU (Medizinisch Psychologische Untersuchung) machen zu können und irgendwann den Führerschein wieder zu erlangen. Weil er bereits vor Jahren einmal vor demselben Problem stand, sei er auf die Idee gekommen, seinen Führerschein in Polen zu machen. „Ich dachte, das wäre der leichtere Weg“, räumte der Mann freimütig ein. Für ein Jahr sei er deshalb damals in Polen gemeldet gewesen, habe alle Prüfungen abgelegt und ein ordnungsgemäß ausgestelltes Dokument erhalten. „Deshalb war ich in dem Glauben, dass ich hier damit fahren darf“, sagte der Angeklagte.

Lesen Sie auch: Süchtiger krempelt sein Leben um

Das sollte sich allerdings als fataler Irrtum erweisen. Weil er nämlich nicht in Polen lebte, erkennen die deutschen Behörden das Dokument nicht an. Anders als die Staatsanwältin, die es als vorsätzliches Handeln erachtete, „wenn man sich einen Führerschein in Polen besorgt, weil man hier keinen bekommen würde“, ging das Gericht sowohl bei der Trunkenheitsfahrt wie auch beim Führerschein von fahrlässigem Verhalten aus – und kam daher zu einem milderen Urteil, als gefordert. Richter Helmut Berger verurteilte den Münchner zu einer Geldstrafe von 3600 Euro (90 Tagessätze zu je 40 Euro) und ordnete zudem an, dass dem Verurteilten vor Ablauf von noch zwölf Monaten keine neue Fahrerlaubnis ausgestellt werden darf. Rudi Stallein

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Sirenenchor und die „KIL all stars“ feiern Premiere 
Diese Erdbeerbowle hat es in sich: Das Sommerkonzert von Sirenenchor und „KIL all stars“ im Hollerhaus war erfrischend. 
Sirenenchor und die „KIL all stars“ feiern Premiere 
Wolfratshauser Wirtefest: Von Bar zu Bar, von Band zu Band
Rund geht‘s am 14. September in Wolfratshausen: Die Besucher des Wirtefests werden mit zwei Oldtimer-Bussen von Location zu Location kutschiert.
Wolfratshauser Wirtefest: Von Bar zu Bar, von Band zu Band
Waschechte Wolfratshauser feiern Gnadenhochzeit
Dass ein Paar gemeinsam den 70. Hochzeitstag feiert, ist ein seltenes Ereignis. Dem Ehepaar Hoffmann ist diese Gnade widerfahren. Etwas hat sie ganz besonders verbunden. 
Waschechte Wolfratshauser feiern Gnadenhochzeit
Streifenwagen in Wolfratshausen angezündet: Für die Kripo steht der Täter fest
Es waren gespenstische Szenen: In der Wolfratshauser Altstadt brannte ein Streifenwagen. Nun haben die Ermittler den vorsätzlichen Brandstifter ausgemacht.
Streifenwagen in Wolfratshausen angezündet: Für die Kripo steht der Täter fest

Kommentare