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Spektakulär: Auch eine Fe ttexplosion wurde am Tag der offenen Tür demonstriert. 

Ammerlander Feuerwehr

Wie eine Drohne hilft, Brände zu bekämpfen

Drohnen gelten ein bisschen als Teufelswerk: Sie können spionieren, Flugzeuge gefährden und vom Himmel fallen. Die Ammerlander Feuerwehr macht sich nun eine gute Eigenschaft der fliegenden Augen zunutze

Ammerland – Die Garage des Feuerwehrhauses ist komplett in Disconebel getaucht. Eine Gruppe Besucher hangelt sich an einem in der Mitte des Raums gespannten Seil vorsichtig Richtung Ausgang. Man sieht gerade noch die reflektierenden Streifen auf der Jacke von Atemschutzgerätewart Sebastian Böck, wenn er direkt vor einem steht, mehr nicht.

Von den Sichtverhältnissen her muss man sich so ein verrauchtes Zimmer in einem brennenden Gebäude vorstellen – „nur dass es zusätzlich heiß und laut ist durch das Feuer und man nicht frei atmen kann wie wir jetzt“, erklärt Böck. Maximal 20 Minuten lang könne ein Atemschutzgeräteträger sich in einem brennenden Haus aufhalten, dann sei der Sauerstoff aufgebraucht.

Erwachsene wie Kinder waren beeindruckt von der Vorführung, die die Freiwillige Feuerwehr Ammerland am Sonntag beim Tag der offenen Tür bot. Zudem wurden eine spektakuläre Fettexplosion und eine Gasexplosion inszeniert sowie die neueste Errungenschaft der kleinen Wehr mit aktuell 40 Aktiven präsentiert: eine DJI Mavic Enterprise Drohne, die man dank Spenden für knapp 4000 Euro anschaffen konnte.

Erster Kommandant Markus Geigel, gleichzeitig Ausbilder an dem High-Tech-Gerät, steuert den Quadrocopter über das Gelände rund ums Feuerwehrhaus. Die Aufnahmen, die die Drohne dabei macht, sind auf einem Bildschirm zu sehen. Während der Vorbereitungen für die Fettexplosion wird aufgrund der Wärmebild-Funktion auch ein Brandherd – der Behälter mit dem heißen Öl – als rote Stelle sichtbar. Die DJI Mavic Enterprise, die zusätzlich über Scheinwerfer und Lautsprecher verfügt, werde bei Waldbränden, bei der Vermisstensuche auf dem Starnberger See und zur Dokumentation von Einsätzen benutzt, sagt Geigel. Derzeit schult er vier Feuerwehrmänner im Umgang mit ihr. Die Drohne werde samt Personal alle Münsinger Ortsfeuerwehren und die Ammerlander Wasserwacht unterstützen. „Wir haben das ganze Jahr über nicht so wahnsinnig viele Einsätze. Deshalb haben wir uns mit der Neuerung spezialisiert“, so Geigel.

Das technisch anspruchsvolle Fluggerät solle auch ein Anreiz sein, junge Mitglieder zu gewinnen. Die würden immer gesucht, ergänzt der Vereinsvorsitzende Martin Döhla. Der Tag der offenen Tür, der alle zwei Jahre stattfindet, sei eine gute Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit vorzustellen. Über eine Jugendgruppe verfügt die Ammerlander Wehr nicht, Anwärter kann man ab 15 Jahren werden.

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Die Kinder von Neubürger Robert Festag im Alter von einem und drei Jahren haben noch eine Weile Zeit bis dahin. Beim Zielen mit dem Wasserschlauch auf eine Spritzwand und bei der Rundfahrt mit dem Feuerwehrauto zeigen sie aber schon große Begeisterung. „Das ist eine schöne Veranstaltung für Familien“, findet Robert Festag. Ihn selbst faszinieren die ausgestellten Oldtimer – ein Spritzenwagen aus dem Jahr 1935 und eine alte Holzdrehleiter. Bei Steckerlfisch, Kaffee und Kuchen klingt für ihn wie für die vielen anderen Besucher der spannende und lehrreiche Tag aus.

Tanja Lühr

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