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Freuen sich auf ihren Auftritt in Salzburg: (v. li.) Cäcilia, Valentin, Magdalena, Rupert, Korbinian und Marinus Reindl beim Probenwochenende auf der Alm. 

Premiere am 6. Dezember

Als Familie beim „Salzburger Hirtenadvent“: Wie die Reindls aus Münsing sich vorbereiten

Magdalena Reindl aus Bolzwang wirkt mit allen vier Kindern beim „Salzburger Hirtenadvent“ mit. Die Vorbereitungen sind mit großem Aufwand verbunden.

Bolzwang/Salzburg Wie die Orgelpfeifen stehen sie da in ihrer feschen Tracht und mit ihren Blasinstrumenten – die vier Kinder von Magdalena Reindl (39), gebürtig aus Bolzwang in der Gemeinde Münsing, und Rupert Reindl (40) aus Kuchl im Salzburger Land. Die komplette Familie, Marinus (14), Korbinian (12), Cäcilia (9) und Valentin (7) sowie beide Eltern, wirkt beim „Salzburger Hirtenadvent“ mit und fiebert schon auf die Premiere am 6. Dezember hin.

Der „Salzburger Hirtenadvent“ ist eine kleine, feine Alternative zum „Salzburger Adventssingen“, das 1946 von Tobi Reiser gegründet und bald im gesamten Alpenraum nachgeahmt wurde. 2006 entschlossen sich Weggefährten von Tobias Reiser vom Großen Festspielhaus in die intimere Atmosphäre der Universitätsaula zu wechseln. Sie wollten wieder an die Ursprünge der Reiser-Tradition anknüpfen und etablierten ein eigenes Adventssingen mit rund 6000 Besuchern jährlich, vorwiegend aus Salzburg und dem angrenzenden Bayern. Im aktuellen Stück „Hast an Engl g’hört“ von Josef Radauer sind berührende Lieder und Weisen der alpenländischen Volksmusik, zeitgenössische Vertonungen, Texte von Walter Müller, eine Rahmenerzählung und die biblische Weihnachtsgeschichte miteinander verwoben.

Der gesamte Reindl-Nachwuchs ist ins zentrale Hirtenspiel eingebunden. Heuer begegnen einander zwei Arten von Hirten: wohlhabende in Form einer Musikkapelle auf dem Heimweg von einem Fest und arme in Form einer bettelnden Anglöckler-Gruppe. Beide begehren in einer kalten Nacht Einlass bei einem Wirt.

Auslöser für das Engagement der „Hirtenadventsfamilie“ war, dass Josef Radauer einen neuen Männerviergesang suchte, als Nachfolger für die Walchschmied Sänger aus Oberwössen im Chiemgau. Ganz neu formierten sich die „Ruperti Sänger“ – und Tischlermeister Rupert Reindl ist einer von ihnen. „Dann haben wir halt g’redt, und der Sepp hat g’sagt, er tät’ uns auch im Sechserpack nehmen“, erzählt der Familienvater. So waren Frau, Kind und Kegel mit im Boot.

Dass alle vier Kinder so musikalisch sind, ist angesichts der Tradition in den Häusern der Großeltern kein Wunder. Magdalena Reindl, eine Keramikmeisterin, trat schon als Kind mit Schwester und Bruder als „Bolzwanger Dreig’sang“ auf. Mutter Annemarie Korntheuer war bei den Waldramer Sängerinnen und im Chor aktiv, und Vater Wolfgang unter anderem in der Waldramer Tanzlmusi.

Auch Ehemann Rupert Reindl sang und musizierte im Elternhaus viel und wirkt auch in Musikgruppen aus Magdalenas Heimat mit, zum Beispiel als Bassist bei der „Bolzwanger Geigenmusi“. Alle Kinder sind Multiinstrumentalisten: Nesthäkchen Valentin singt beim Hirtenadvent lediglich, spielt aber bereits Harfe und will Trompete lernen. Diese beherrschen Cäcilia und Korbinian schon. Beim Adventssingen blasen sie das Flügelhorn. Cäcilia spielt auch noch Ziach und Korbinian Gitarre. Der Älteste, Marinus, mag die Holzblasinstrumente lieber, Klarinette und Blockflöte.

Wie ist das, als Familie gemeinsam am Projekt „Hirtenadvent“ mitzuwirken? „Es ist natürlich mehr Aufwand“, erklärt Magdalena Reindl. Regelmäßig am Wochenende muss sie die Kinder nach Salzburg zu den Hirtenproben fahren. Auch zu einem Hüttenwochenende, zu Konzerten und zu Fernsehaufnahmen kutschiert sie Marinus, Korbinian, Cäcilia und Valentin. Sie selbst singt mit ihrem Mann im Hirtenadvents-Projektchor mit, der meist abends unter der Woche probt.

Wenn das Stück dann steht und die letzten großen Gesamtproben für die zehn Aufführungen bis 15. Dezember beendet sind, kehrt bei der Mutter und der gesamten Familie Entspannung ein. Die Hirtenkinder haben eigene Betreuer in der Aula, und in den Probenpausen gehen die Geschwister, manchmal auch mit Papa und Mama, gern auf den Christkindlmarkt. „Ich bin selber gespannt, wie es heuer wird“, verrät Magdalena Reindl. Auch einen heimlichen Wunsch hat sie: „Ich tät’ so gern einmal im Publikum sitzen.“ Der bleibt ihr wohl verwehrt, dafür wird sie im Auditorium wohl das eine oder andere vertraute Gesicht aus ihrer Heimat entdecken.

Info

Alle Spieltermine und weitere Infos zum „Salzburger“ gibt es im Internet unter www.hirtenadvent.de oder telefonisch unter der Nummer 00 43/66 06 22 02 02. Ein verkürztes „Adventssingen für Kinder“ gibt es zusätzlich am Freitag, 13. Dezember, um 16 Uhr.

Veronika Mergentahl

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