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Relativ schwach besucht war der Dämmerschoppen der Freien Wähler mit ihrem Landtagsabgeordneten Nikolaus Kraus (re.) beim Altwirt. 

Politik

Klare Worte: Freie Wähler diskutieren über Landwirtschaft

Landwirte und die Freien Wähler diskutierten kürzlich im Gasthaus Altwirt mit Nikolaus Kraus über die Landwirtschaft. Der fand klare Worte zum geplanten Gesetz nach dem erfolgreichen Volksbegehren „Rettet die Bienen“.

Münsing– Flächenverbrauch, Artenschutz-Volksbegehren, Höfesterben – über diese Themen diskutierten die Münsinger Freien Wähler (FW) und Landwirte kürzlich im Gasthaus Altwirt mit Nikolaus Kraus. Als „Mann der klaren Worte“ stellte Bürgermeister Michael Grasl (FW) den Ismaninger Politiker vor. Seit 2013 sitzt der konventionelle Landwirt – „mit großem Hang zu Bio“, wie er selbst sagte – für die Freien Wähler im Landtag. Der 54-Jährige ist Mitglied des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Klare Worte fand Kraus zu dem von der Staatsregierung geplanten Begleitgesetz zum erfolgreichen Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Es sieht unter anderem vor, den Öko-Anbau zu fördern, zehn Prozent der Grünflächen erst nach dem 15. Juni mähen zu lassen, mehr Biotope zu schaffen und weniger Pestizide zu erlauben. Die Freien Wähler waren gegen das Volksbegehren, erinnerte der Krautbauer. Mit 18 Prozent Unterstützern sei es auch nicht so erfolgreich gewesen: „82 Prozent haben nicht unterschrieben.“

Es gebe nur wenige schwarze Schafe unter den bayerischen Landwirten, sagte Kraus. Deshalb sei er für Freiwilligkeit statt Zwang. Als Beispiel nannte er die mechanische Unkrautbekämpfung mit Hacke und Striegel im Öko-Anbau: „Da sieht man viele Vogelnester nicht und zerstört so die Brut.“ Auch würden etliche Landwirte mit Mitteln aus dem Kulturlandschaftsprogramm bereits für Grünstreifen sorgen. Jeder Einzelne sei gefordert, etwas für den Naturschutz zu tun, so der Landwirt. Doch an der Bereitschaft mangele es. „Jetzt über Ostern sind wieder fünf Millionen Leute in den Urlaub geflogen.“

Das Bewusstsein für die Umwelt und gesunde Ernährung, aber auch die Vermittlung praktischer Fähigkeiten wollen die FW seit zehn Jahren mit einem Schulfach „Lebenskunde“ stärken, erinnerten Kreisbäuerin Ursula Fichtner und Kreisvorsitzende Susanne Merk. Auch Kraus würde das Fach befürworten, sieht aber Probleme, es im dichten Stundenplan noch unterzubringen.

Der ehemalige Münsinger Gemeinderat Josef Leis beklagte den Flächenverbrauch. Im Münchner Speckgürtel werde gebaut wie wahnsinnig, in anderen Regionen wie Oberfranken würden Häuser leer stehen und Städte veröden. Er forderte, dass die Regierungskoalition aus CSU und Freien Wählern strukturschwache Gegenden etwa durch bessere Verkehrsanbindungen und Breitbandversorgung aufwerten solle. „In Österreich und Südtirol gibt es so tolle Busverbindungen. Das ist bei uns anscheinend nicht gewollt“, meinte er. Ein Landwirt kritisierte, dass es nicht im politischen Interesse liege, dass kleine Bauernhöfe weiterbestehen, nach dem Motto „Wachsen statt weichen“. Kraus hatte kein Rezept dagegen. Der Strukturwandel lasse sich nicht aufhalten. Der Freie-Wähler-Ortsvorsitzende Peter Hacker sagte, er wünsche sich „qualitatives Wachstum vor quantitativem“, in allen Bereichen – vom Bauen bis zur Landwirtschaft.

tal

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