Sechs Männer scheiden aus dem Gemeinderat aus.
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Sechs Männer scheiden aus dem Gemeinderat aus.

Abschiedsfahrt fällt aus

Sechs Männer verlassen den Münsinger Gemeinderat

Der Münsinger Gemeinderat verändert sich. Bei der Kommunalwahl sind sechs Männer nicht mehr angetreten. Einen großen Abschied gibt es wegen Corona nicht.

Münsing Sechs Männer haben den Münsinger Gemeinderat freiwillig verlassen. Ernst Ramerth und Anton Huber (beide Wählergruppe Holzhausen), Ludwig Derleder und Christian Holzapfel (beide Einigkeit Degerndorf) Heinz Schreiner (SPD) und Hans Schmid (Wählergruppe Münsing) waren nicht mehr angetreten.

Ernst Ramerth, mit Abstand dienstältester Gemeinderat, wollte mit 63 Jahren, nach sechs Kandidaturen und 25 Jahren im Gemeinderat (von 1984 bis 1990 und seit 2001) den Stab an Jüngere weiterreichen, wie er in der Aufstellungsversammlung sagte. Der Ingenieur aus Holzhausen war durch seine ruhige, sachliche Art und sein enormes Wissen eine Bereicherung für den Rat. Drehte sich eine Debatte endlos im Kreis, nahm er sich als dienstältestes (aber nicht ältestes) Mitglied öfters die Freiheit, die Abstimmung über den Tagesordnungspunkt zu beantragen. Mit Stefan Holzheu (38) nimmt tatsächlich ein Jüngerer Ramerths Platz ein.

Zwölf Jahre lang saß Anton Huber neben Ramerth. Der Kfz-Mechaniker und Holzhauser Feuerwehrkommandant hört aus beruflichen Gründen auf. Wenn es um Fahrzeuge für Bauhof oder Feuerwehr ging, war Huber Fachmann und Ratgeber.

Berufliche Gründe gaben auch die beiden Landwirte Christian Holzapfel und Ludwig Derleder von der Einigkeit Degerndorf für ihren Ausstieg an. Holzapfel gehörte dem Gemeinderat seit 2008 an. Er setzte sich besonders für die Pflege und Instandhaltung des Degerndorfer Weihers ein sowie zuletzt für den Bau des örtlichen Vereinsheims. Derleder, langjähriger Kommandant der Degerndorfer Feuerwehr, geht nach sechs Jahren, „weil ihm das Ehrenamt neben Arbeit und Familie einfach zu zeitintensiv ist“, wie er sagt.

Nach zwölf Jahren ließ sich Johann Schmid nicht mehr für die Wählergruppe Münsing aufstellen. Durch seine Nebentätigkeit als Bestatter auf den kirchlichen Friedhöfen in Münsing hat der Straßenwärter der Gemeinde bei den Themen Kapazitäten und Zugang zu den Friedhöfen wichtige Informationen geben können. Bekannt ist der „Mesma Hans“ auch als Stadionsprecher beim Ochsenrennen.

Heinz Schreiner war 2017 für den aus Münsing weggezogenen Christoph Bühring-Uhle für die SPD nachgerückt. Nachdem sich der SPD-Ortsverband aufgelöst hatte, wollte Schreiner (65), Leiter des Ambacher Schullandheims, diesmal auch auf keiner anderen Liste mehr kandidieren, obwohl er die Bürgerliste im Wahlkampf unterstützte. Die SPD stellt im neuen Gemeinderat somit seit 1996 erstmals keinen Vertreter mehr.

Bürgermeister Michael Grasl hätte sich bei den Gemeinderäten gerne mit einer Reise für ihr Engagement bedankt. Wäre die Corona-Krise nicht dazwischen gekommen, hätten sie das schöne Weinfranken erkundet – mit Führungen durch Weinkeller und Kirchen, Wanderungen und Besuch eines Bürgermeisterkollegen in Iphofen sowie bei typischen Gerichten wie „Schäufela und Klöß“. „Wir hatten ein tolles Programm“, sagt Grasl. Doch alle Kommunen im Landkreis hätten ihre Abschlussausflüge abgesagt, so der Bürgermeistersprecher.  tal

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