Brand bei Münsing
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Stundenlang waren Einsatzkräfte der Feuerwehr bei einem Brand im Münsiger Ortsteil Sonderham gefordert.

Drei Personen leicht verletzt

Schwerer Schicksalsschlag für Landwirt: Großbrand vernichtet komplette Heuernte - auch Wohnhaus gerät in Brand

  • Carl-Christian Eick
    VonCarl-Christian Eick
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Am Ende war der Kampf vergebens: Bei einem Großbrand in Münsing wurde die komplette Heuernte eines Landwirts vernichtet.

Münsing - Die riesige schwarze Rauchwolke wies den Einsatzkräften schon von Weitem den Weg: Im Münsinger Ortsteil Sonderham südlich von Degerndorf ist am Dienstagmittag ein landwirtschaftliches Gebäude niedergebrannt. Die Flammen griffen auf das angrenzende Wohnhaus des Landwirts über, die Feuerwehr konnte aber das Schlimmste verhindern.

Bei Ankunft der ersten Einsatzkräfte gegen 12.20 Uhr „stand die Tenne bereits im Vollbrand“, berichtet Kreisbrandrat Erich Zengerle. Dem Landwirt sei es zuvor gelungen, Kühe und Kälber aus der Scheune zu retten und in Sicherheit zu bringen. Kreisbrandmeister und Einsatzleiter Manuel Riedinger musste priorisieren: Er verteilte die Wehren auf einzelne Abschnitte, vorrangiges Ziel war es, das Überschlagen des Feuers auf benachbarte Wohnhäuser zu verhindern. „Das ist auch gelungen“, stellt Zengerle fest – das Haus des Landwirts jedoch sei schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. „Der Dachstuhl geriet in Brand, er ist nun offen“, so Zengerle.

Großbrand in Sonderham (Münsing): Photovoltaikanlage erschwert Feuerwehreinsatz

Erschwert wurde der Löscheinsatz, bei dem die Drehleiter der Feuerwehr Berg sowie eine Drehleiter der Feuerwehr Geretsried gute Dienste taten, durch eine Photovoltaikanlage auf dem Bauernhaus, „von der das Löschwasser abperlte“. Ein Teil der Solarstromanlage sei schließlich „weggebrannt“, die Reste mussten mit Hilfe eines Krans vom Dachstuhlgerippe entfernt werden. Glück im Unglück: Der Sonderhamer Weiher ist nur 50 Meter Luftlinie vom Brandort entfernt, „Löschwasser hatten wir also genug“, sagt der Kreisbrandrat.

„Nicht mehr zu retten“ gewesen sei die Heuernte, stellt Zengerle fest. Er schätzt, dass insgesamt zehn bis 15 Lkw-Ladungen vernichtet worden sind. Mehrere Stunden waren die Feuerwehrkräfte damit beschäftigt, die verkohlten Reste des als Tierfutter gedachten Heus aus dem komplett zerstörten Stadltrakt zu zerren und abzulöschen.

Aus Sicht des Kreisbrandrats und des Kreisbrandmeisters – vor Ort war auch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG ÖEL) der Kreisbrandinspektion – verlief der Großeinsatz reibungslos. Niemand sei verletzt worden, berichtet Zengerle im Gespräch mit unserer Zeitung. Beendet sei der Einsatz noch lange nicht: Eine Brandwache verbleibe auf jeden Fall noch am Anwesen in Sonderham, so Zengerle am späten Dienstagnachmittag.

Fast 200 Ehrenamtliche kämpfen gegen die Flammen: „Sachschaden in hohem sechsstelligen Bereich“

Gegen die Flammen kämpften fast 200 Ehrenamtliche, alarmiert worden waren unter anderem die Feuerwehren von Münsing, Degerndorf, Holzhausen, Ammerland, Seeshaupt, Berg, Eurasburg, Herrnhausen, Geretsried und Wolfratshausen.

Der Sachschaden liegt „in einem hohen sechsstelligen Bereich“: Das sagt nach einer ersten Bilanz der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim, Alexander Huber. Die die Kripo Weilheim hat die Untersuchungen hinsichtlich der Brandursache aufgenommen. Zum jetzigen Zeitpunkt könnten in diesem Zusammenhang noch keine Aussagen gemacht werden, „die Ermittlungen hierzu dauern in den kommenden Tagen an“. Bei dem Brand wurden laut Huber zwei Familienmitglieder des Landwirts sowie ein Feuerwehrmann „ganz leicht verletzt“. In ein Krankenhaus musste niemand gebracht werden. Huber weiter: „Nach den bisherigen Erkenntnissen kamen keinerlei Tiere zu Schaden.“ (cce)

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