Münsings Bürgermeister Michael Grasl vor der Baustelle des Neuen Rathauses.
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Hier entsteht das neue Bürgerhaus mit Rathaus: Münsings Bürgermeister Michael Grasl vor der Großbaustelle. Gegen die Planung regt sich Protest.

Widerstand gegen Rathaus-Pläne

Grünen-Kreisrat plant Bürgerbegehren gegen „gigantischen“ Bürgerhaus-Plan

Nikolaus Mair ist die Planung deutlich zu groß. Der Grünen-Kreisrat plant ein Bürgerbegehren gegen das Bürgerhaus Münsing. Laut Bürgermeister „einige Jahre zu spät“

Münsing – Nikolaus Mair, Münsinger Demeter-Landwirt und Grünen-Kreisrat, will ein Bürgerbegehren gegen die Pläne für das Rathaus mit Bürgerhaus initiieren. Das hat der 57-Jährige am Montag in einem Brief an Bürgermeister Michael Grasl und den Gemeinderat angekündigt. Das Schreiben liegt unserer Zeitung vor.

Mair hatte Mitte Februar bereits in einem Leserbrief seine Ablehnung gegenüber dem 21-Millionen-Euro-Projekt deutlich gemacht. Die „monströse“ Tiefgarage und der „gigantische“ Veranstaltungssaal seien eine Nummer zu groß für die 4300-Einwohner-Gemeinde, schrieb der Münsinger. Er befürchtet, dass andere wichtige Vorhaben auf der Strecke bleiben werden und die Bürger die immensen Kosten für das „Prestigeobjekt“ in den nächsten Jahrzehnten über Gebühren, Abgaben und Gewerbesteuern bezahlen müssen.

Mair ist sicher: Weite Teilen der Dorfgemeinschaft lehnen den Plan ab

Nach der Veröffentlichung des Briefs und einer Erwiderung in Form einer Pressemitteilung von Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler), hätten ihn sehr viele Mitbürger, vor allem Einheimische, deren Familien schon seit Generationen in der Gemeinde lebten, angerufen oder seien persönlich vorbeigekommen. Fazit dieser Gespräche: „Es gibt in weiten Teilen der Bevölkerung eine Ablehnung gegenüber den Planungen zu Tiefgarage und Veranstaltungssaal im Bürgerhaus. Die daraus resultierenden Kosten erzeugen Kopfschütteln über den Umgang mit unseren Steuergeldern“, schreibt Mair in seinem Brief an den Gemeinderat.

Es wird von uns entweder ein Bürgerantrag gestellt oder ein Bürgerbegehren eingereicht“

Nikolaus Mair

Einige Bürger hätten sich deshalb gemeinsam mit ihm entschlossen, aktiv gegen die Planungen vorzugehen. „Es wird von uns entweder ein Bürgerantrag gestellt oder ein Bürgerbegehren eingereicht“, kündigt der Bio-Landwirt an. Wie schon in seinem Leserbrief bittet er den Gemeinderat nochmals, die Planungen für dieses Projekt nicht weiter voranzutreiben, zumal dem vor drei Wochen durch den Rat genehmigten Bauantrag immer noch das Lärmschutzgutachten fehle und kein Betriebskonzept vorliege. „Es besteht überhaupt kein Grund zur Eile“, so Mair.

Verwaltung, Gemeinderat und Arbeitsgruppen planen seit zehn Jahren an dem Projekt

Für Bürgermeister Grasl kommt die Bitte „um einige Jahre zu spät“. Seit zehn Jahre befassten sich Verwaltung, Gemeinderat und Arbeitsgruppen intensiv mit dem Projekt. Ein Bürgerentscheid bedürfe einer genauen Prüfung. Sollte ein Bürgerbegehren zulässig sein und es zum Bürgerentscheid kommen, trete eine Sperrwirkung ein, und die Planungen seien einzustellen. „Die Folgen eines solch verspäteten Vorgehens einschließlich Flurschaden, Spaltung und Außenwirkung haben die Verantwortlichen zu vertreten“, gibt Grasl zu bedenken. Tanja Lühr

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