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Münsing: Bürgerhaus, Tourismus, Verkehr -Gesprächsbedarf bei Bürgerversammlung

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Nur wenig Stühle blieben leer: Das Interesse an der Bürgerversammlung in Münsing war groß. Links am Mikrofon: Rathauschef Michael Grasl.
Münsings Bürger zeigen Interesse: Nur wenig Stühle blieben bei der Bürgerversammlung leer: Links am Mikrofon: Rathauschef Michael Grasl. © Tanja Lühr

Münsings Bürgerhaus, Tourismus, Verkehr: In der Gemeinde am Starnberger See gibt es viele Themen. Bürgermeister Michael Grasl informiert auf der Bürgerversammlung.

Münsing – „Langsam und maßvoll“ soll sich die Gemeinde Münsing mit aktuell 4346 Einwohnern entwickeln. Das erklärte Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler) in der Bürgerversammlung am Mittwochabend im Gemeindesaal. Rund 80 Besucher waren unter Einhaltung der 3G-Regel gekommen. Grasl wertete das Interesse als erfreulich.

Münsing: Bürgerhaus, Tourismus, Verkehr - viel Gesprächsbedarf bei Bürgerversammlung

Im Moment entwickelt sich einiges in Münsing, allen voran das Bürgerzentrum, das seit diesem Sommer für rund 21,5 Millionen Euro gebaut wird. Damit einhergehen soll eine Stärkung des Orts mit seinen noch intakten Läden, Gaststätten und Cafés. Die Gemeinde nimmt dazu zusammen mit der Nachbargemeinde Eurasburg an dem staatlichen Förderprogramm Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) teil.

Münsing: Trotz Verkehr will Bürgermeister mehr Aufenthaltsqualität

Man könne es zwar nicht ändern, dass Münsing ein Straßendorf mit einer Staatsstraße mittendurch sei, sagte Grasl. Aber man könne versuchen, die Aufenthaltsqualität zu verbessern (siehe Kasten unten links). Die Herausforderung der Zukunft bestehe darin, ein gesundes Wachstum zu steuern, wo möglich Bauflächen für Einheimische zu schaffen und trotzdem die Eigenart der Gemeinde zu bewahren. Das sei nicht immer leicht angesichts vieler Bauwünsche am Ortsrand. Eine weitere wichtige Aufgabe sieht der Bürgermeister darin, den Bestand an Mietwohnungen in kommunaler Hand auszubauen. Sie würden zum einen dringend gebraucht, zum anderen stellten sie eine sichere Einnahmequelle dar. Grasl: „Wir können nicht nur Sachen bauen, die Geld kosten.“

Seniorenpflege: Geplantes Seniorenstift steht in der Kritik

Was in der Großgemeinde ebenfalls fehle, sei eine Tagespflege für ältere Mitbürger. Eine solche Einrichtung soll zwar unter dem Dach des Seniorenwohnstifts in Ambach entstehen, doch gegen das Projekt des Kuratoriums Wohnen im Alter (KWA) wurde wie berichtet ein Bürgerentscheid angestrengt. An der Tagespflege in Seeshaupt sei die Gemeinde beteiligt, doch ein Fahrdienst dorthin sei mangels Fahrern gescheitert, sagte Grasl. Er rief Grundstückseigentümer und private Träger dazu auf, unabhängig von KWA eine Tagespflege in der Gemeinde zu gründen. „Das schaffen wir nicht selber.“

Tourismus am Starnberger See: „Auch davon leben wir“, sagt Münsings Bürgermeister

Der Tourismus gehört für den Rathauschef zur Seegemeinde: „Auch davon leben wir.“ Einheimische sollten Gäste nicht als Störung betrachten. Um die Besucherströme besser in den Griff zu bekommen, nehme das Erholungsgebiet Ambach an einem Projekt zur Verkehrslenkung teil. Die Seestraße bleibe weiterhin Magnet für auswärtige Radfahrer. Sie seien gerne gesehen, wenn sie sich „anständig aufführen“. Ein Unfallschwerpunkt sei die Straße nicht, betonte Grasl.

Verkehr in Münsing: Radler kritisieren Straßenprojekte

Ausgebaut wird derzeit die Holzhauser Straße. Ein Bürger fragte, warum nicht parallel ein Radweg gebaut werde. Grasl antwortete, die Sanierung hätte sich erheblich verzögert, wenn die Gemeinde auch noch den Grund für einen Radweg hätte erwerben müssen. Eine Verbindung von Holzhausen nach Münsing sei aber als Wunsch im Radwegekonzept geäußert worden. Ein Bürger aus Weipertshausen kritisierte in dem Zusammenhang, dass auch die Weipertshausener Straße Richtung Allmannshausen zu einer „Hochgeschwindigkeitsstraße“ ausgebaut werden solle. Deshalb wollten Grundstückseigentümer keinen Grund für einen straßenbegleitenden Radweg abtreten. Ein Münsinger regte an, innerorts Schwellen zu bauen, um den Autoverkehr zu verlangsamen. Verkehrsexperte Reiner Neumann entgegnete, Schwellen seien sehr laut für die Anwohner. Besser wären sanfte, optische Hindernisse, wie sie zum Beispiel Dänemark erfolgreich verwende.

Windkraft in Münsing: Grasl will 10H-Entscheidung abwarten

Schriftlich war im Vorfeld der Versammlung der schlechte Zustand des Gemeindehauses am Pilotyweg in Ambach kritisiert worden. Laut Grasl sollen die Wohnungen in den nächsten fünf bis zehn Jahren saniert werden. Vorher schaffe es die Gemeinde angesichts ihrer anderen Aufgaben nicht. Dazu zähle wegen der hohen Geburtenzahlen die Umwandlung des Rathauses in ein „Haus der Kinder“ noch vor Fertigstellung des Bürgerzentrums. Auf die Frage, ob die Gemeinde den Ausbau der Windkraft vorantreiben wolle – vor zehn Jahren wurden zwei mögliche Standorte an den Grenzen zu Icking und zu Eurasburg im Regionalplan festgelegt – sagte Grasl, er wolle abwarten, ob die Regierung von der 10H-Regel wieder abweiche. „Ich persönlich bleibe offen für Windkraft.“

Ebenfalls die Energiewende betraf eine Anfrage zur Stromzapfsäule am Münsinger Sportplatz. Sie sei mangels Konkurrenz so teuer, dass es sich nicht lohne, sein E-Fahrzeug dort aufzuladen, schreibt die Verfasserin der Anfrage. Grasl erklärte, der Anbieter der Ladekarte verlange so viel Geld. Am neuen Bürgerzentrum wolle man ebenfalls eine E-Tankstelle installieren und alternative Anbieter prüfen. TANJA LÜHR

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