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Bild der Vergangenenheit: Der Dampfersteg in Ammerland wird abgebaut. 

Viele Briefe und E-Mails von Bürgern

Bürgermeister will Steg in Ammerland erhalten

Einfach wird es sicher nicht, so viel ist klar. Doch Bürgermeister Michael Grasl möchte, dass Ammerland weiterhin über einen Steg mit dem Starnberger See verbunden bleibt.

Münsing – Die Gemeinde Münsing möchte an einem Dampfersteg in Ammerland festhalten. „Wir sehen den Steg seit jeher als einen wichtigen Teil Ammerlands, nicht zuletzt wegen der direkten Querverbindung ans Westufer“, erklärt Bürgermeister Michael Grasl in einer Pressemitteilung. Die bisherige Haltestelle beim „Hotel am See“ wird wie berichtet abgebaut und, so wie es aussieht, nicht mehr neu aufgebaut.

Der Eigentümer und Wirt des Gasthauses und Hotels am See, Reinhard Sailer, möchte den Pachtvertrag, der der Bayerischen Seenschifffahrt erlaubt, dass ihre Passagiere über Sailers Grund den Steg betreten, nicht langfristig aufrecht erhalten. Für das Schifffahrtsunternehmen rentiert sich deshalb nicht, in einen Stegneubau zu investieren. Wie Sailer der Süddeutschen Zeitung erklärte, wollen er und seine Frau das Hotel am See in absehbarer Zukunft aufgeben.

Der Münsinger Bürgermeister Michael Grasl.

Viele Ammerlander Bürger zeigen sich traurig bis empört über das Ende des Anlegers. Bürgermeister Michael Grasl berichtet von Briefen und E-Mails, in denen er gebeten wird, der Schifffahrt einen Alternativstandort in Ammerland anzubieten. „Das würden wir gerne, es ist aber nicht so einfach“, so Grasl. In den kommenden Wochen sollen ihm zufolge Gespräche mit der Seenschifffahrt und dem Landratsamt Starnberg stattfinden.

„Historisch gesehen war der Steg ein Tor zur Region, noch bevor es Bus und Bahn gab“, sagt Grasl. Früher seien Kinder aus der Gemeinde mit dem Dampfer zur Oberschule in Starnberg gefahren, Pendler hätten ebenfalls den Seeweg benutzt. Heute würden die Fahrgastzahlen nicht mehr auf eine hohe Unterstützung der Schifffahrt durch die Einheimischen hindeuten, kritisiert der Bürgermeister. Es solle sich jeder fragen, wann er zuletzt einen Dampferausflug unternommen habe.

Standorte, wo Steg und benachbarte Infrastruktur funktionierten, weil es dort Gaststätten und Kioske gebe, seien mit dem beschaulichen Ammerland nicht vergleichbar. Das Dorf verfüge nicht über angebundene und öffentlich zugängliche Sehenswürdigkeiten, so wie Starnberg mit der Promenade, Berg mit der König-Ludwig-Gedenkstätte oder Bernried mit dem Kloster und Buchheim-Museum. Die einzigen Attraktionen – Ammerlander Schloss und Schlosskapelle – seien nicht zugänglich.

Lesen Sie auch: Der Dampfersteg wird abgebaut

Beim an sich wunderschön gelegenen Hotel am See mit Biergarten beklagen viele die raren Öffnungszeiten. „Unser Ostufer ist eher ein Eldorado für Radfahrer geworden. Dank E-Bikes kommen inzwischen auch Radler aus der Stadt an einem Tag leicht ans Ostufer“, sieht Grasl eine Trendwende im Freizeitverhalten. Trotzdem ist der Rathauschef der Ansicht, dass Ammerland weiterhin einen Steg braucht. Es sei jedoch das gute Recht jedes Grundstückseigentümers, mit seinem anvertrauten Grund auch nach Generationen anders zu verfahren als bisher, nimmt er die Familie Sailer in Schutz. „Hier nur zu (ver)urteilen, hilft nicht weiter“, schreibt Grasl. Nachdem Rainer Sailer bereits den Maibaum nicht mehr auf seinem Grundstück haben wollte, habe der Burschenverein für einen neuen Standort gesorgt. Die Gemeinde habe ihr benachbartes Bushäuschen ebenfalls an anderer Stelle aufgebaut.

Die Suche nach einem alternativen Stegstandort werde sich nicht ganz so einfach gestalten, glaubt der Bürgermeister. Ohne geeignete Flächen, die im Eigentum der Gemeinde oder des Freistaates stehen, könne die öffentliche Hand nicht agieren. Dass die Schifffahrt oder die Gemeinde von privater Seite ein Angebot erhalten, erscheint Grasl „nicht sehr realistisch“. Tanja Lühr

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