„Diese Ferien fordern uns alle heraus“: Ilse Aigner stärkt Wasserrettern den Rücken
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Landtagspräsidentin Ilse Aigner stärkt den Wasserrettern des BRK den Rücken.

“Diese Ferien fordern uns alle heraus“

Landtagspräsidentin Aigner lobt Wasserwacht - und verrät, wo sie Schwimmen lernte

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Das Coronavirus stellt die Wasserretter des BRK vor große Herausforderungen. Das weiß auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner -  beim Besuch der Wachstation in Münsing am Starnberger See stärkte sie den Ehrenamtlichen den Rücken. 

Münsing – Ilse Aigner als Wasserratte zu bezeichnen, zieht nicht zwangsläufig eine Strafanzeige wegen Beleidigung nach sich. Die Präsidentin des Bayerischen Landtags war von 2001 bis 2009 Landesvorsitzende der Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Bis auf den Tag engagiert sich die 55-Jährige persönlich, wenn es um die Belange der freiwilligen Rettungskräfte beziehungsweise grundsätzlich ums Thema Schwimmen lernen geht. Dies tat Aigner einmal mehr am Freitag, sie informierte sich an der BRK-Wasserrettungsstation am Erholungsgelände Ambach (Gemeinde Münsing) über die Vorbereitungen der Ehrenamtlichen auf die Badesaison 2020.

Münsing: Ilse Aigner informiert sich über Vorbereitungen zur Badesaison

Die Wachstation am Ostufer des Starnberger Sees ist von Mai bis Oktober an allen Wochenenden sowie an Feiertagen besetzt. Für den Blick aus den großen Fenstern des 2017 eingeweihten Gebäudes aufs Gewässer und die Alpenkette würde jeder Immobilienmakler einen Millionenaufschlag verlangen – doch die Wasserretter sind nicht vor Ort, um die Postkartenlandschaft zu genießen. Im Gegenteil: Ihre Arbeit, die eine fundierte Ausbildung, hohe Konzentration und zahlreiche individuelle Fähigkeiten voraussetzt, schlaucht. Heuer mutmaßlich noch viel mehr als üblich, denn aufgrund der Corona-Pandemie zieht’s die Urlauber weniger an den Garda-, sondern an den See um die Ecke. „Diese Ferien fordern uns alle heraus“, prognostizierte Aigner und appellierte an Touristen und Tagesausflügler, „höchste Vorsicht“ walten zu lassen. Aktuell beträgt die Wassertemperatur des Starnberger Sees 16 Grad, „wer reinsteigt sollte seine Kräfte richtig einschätzen“, so die Landtagspräsidentin. Denn im Falle des Ernstfalles „ist jeder Einsatz auch für die Rettungskräfte ein Risiko“.

„Im Wasser gibt es für uns keinen Schutz“, unterstrich Ingo Roeske, Vize-Landesvorsitzender und Ortsvorsitzender der Wolfratshauser Wasserwacht, mit Blick auf das Coronavirus. „Mit eineinhalb Metern Abstand kann niemand aus dem Wasser gezogen werden“, veranschaulichte es Aigner. Sie gab zu bedenken: Ein durch Leichtsinn ausgelöster Einsatz wird in diesen Zeiten zu einer zusätzlichen Gefahr für die ehrenamtlichen Retter; infizieren sie sich, müssen sie in zweiwöchige Quarantäne und reißen Lücken in weitere Dienst- und Einsatzpläne. Ganz zu schweigen vom Krankheitsverlauf.

„Im Wasser gibt es für uns keinen Schutz“

„Wir stehen vor großen Herausforderungen“, sagte der Landesvorsitzende der Bayerischen Wasserwacht, der Landtagsabgeordnete Thomas Huber. Hinter ihm und knapp 70 000 aktiven Wasserrettern im Freistaat liegen arbeitsreiche Wochen, in denen ein ausgefeiltes Hygieneschutzkonzept erarbeitet worden ist „und 556 Ortsgruppen geschult wurden“, so Huber. Denn das fiese Virus lauert nicht nur auf dem Wasser, sondern natürlich auch an Land. „Deswegen heißt die oberste Devise Abstand halten“, diktierte Roeske den Pressevertretern in die Blöcke. Dass gelte für die Badegäste am Seeufer und für Patienten: „Wir müssen nicht nur den schützen, der mit einer Schürfwunde zur Wachstation kommt, sondern auch den, der bereits wegen einer Schürfwunde im Sanitätsraum behandelt wird.“ Deswegen müsse sich der, den ein kleineres Wehwehchen plagt, eventuell mal einen kurzen Moment gedulden.

„Wir haben Konzepte“, betonte der Chef der Wolfratshauser Wasserwacht, doch damit die vollumfänglich greifen könnten, brauche es den „Respekt“ der Menschen voreinander. Roeske: „Bitte denken sie auch an uns, wir sind Ehrenamtliche.“

„Ich bin heute hier, um unseren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern den Rücken zu stärken. Ich weiß um den großartigen Einsatz der vielen Frauen und Männer, die unsere Ferien in Bayern sicherer machen“, brach Aigner eine Lanze für die Aktiven. Die Lockerungen des Lockdowns würden dazu führen, dass in den nächsten Wochen „sehr viele Menschen an die Seen und in die Berge“ strömen. Aber jeder trage eine hohe Verantwortung für sich selbst und andere: „Wir wollen kein zweites Ischgl werden. Wir wollen so viel Freiheit und so viel Sicherheit wie möglich. Helfen wir durch Vorsicht und Rücksichtnahme mit, damit unsere Ehrenamtlichen von Wasser- und Bergwacht nicht an ihre Grenzen stoßen“, so die 55-Jährige.

Ilse Aigner lernte im Löschteich in Unterwertach Schwimmen

Von der Schlagkraft der Einsatzkräfte konnten sich Aigner, Huber sowie der Landtagsabgeordnete Martin Bachhuber am Freitag bei einer simulierten Personenrettung überzeugen. Wann und wo die Landtagspräsidentin das Schwimmen gelernt hat? Schon als kleines Mädchen habe sie im Schwimmteich im elterlichen Garten geplanscht, verriet Aigner unserer Zeitung. „Richtig gelernt habe ich es im Alter von sieben oder acht Jahren im Löschteich in Unterwertach.“ Noch heute erinnert sie sich „an das trübe Wasser“ und „den Frosch, der plötzlich auf meiner Schulter saß“. Den Spaß am kühlen Nass verdarb ihr beides nicht.

cce

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