Rathaus Münsing
+
Akute Raumnot herrscht im Münsinger Rathaus. Bürocontainer sollen bis zum Neubau die Situation entschärfen.

Container für Teile der Verwaltung

Münsinger Rathaus platzt aus allen Nähten

Im Münsinger Rathaus geht es derart eng zu, dass es den Mitarbeitern schon auf die Gesundheit schlägt. Jetzt werden Maßnahmen ergriffen.

Münsing – Dass das Münsinger Rathaus aus allen Nähten platzt, weiß jeder, der dort schon einmal etwas zu erledigen hatte. Zwei Kunden müssen manchmal gleichzeitig in einem Büro sitzen. Im Bauamt führt ein Mitarbeiter ein Gespräch mit einem Bauwerber, während sein Kollege direkt daneben telefoniert oder konzentriert am Computer arbeiten möchte. Der Datenschutz kann oftmals nicht gewährleistet werden. Für vertrauliche Gespräche versuchen die Mitarbeiter zwar, in den Sitzungssaal auszuweichen, aber weil das alle Abteilungen machen, ist der auch oft schon besetzt. Der Umgang mit der Corona-Pandemie erschwert die Situation zusätzlich. Für das Arbeiten im Home-Office fehlen größtenteils die verfahrens- und EDV-technischen Rahmenbedingungen.

Container aus Kunststoff oder Holz?

„Einige Mitarbeiter leiden bereits unter typischen Stresssymptomen“, berichtete Bauamtsleiter Stephan Lanzinger in der Ratssitzung am Dienstag. Die Gemeinde beabsichtigt deshalb, eine Containeranlage zwischen Rathaus und Turnhalle, auf den jetzigen Parkplätzen, zu errichten. Auf zwei Ebenen könnten vier Büros für das Bauamt entstehen. Sie sollen so lange als Übergangslösung dienen, bis das neue Rathaus mit Bürgerhaus anstelle des alten Pallaufhofs bezugsfertig ist, was mindestens noch drei Jahre dauern wird. Lanzinger wies vor der Diskussion darauf hin, dass schon bei der Klausurtagung im Juni schriftlich festgehalten worden war, dass für die Abarbeitung der zahlreichen Projekte der Gemeinde (Bürgerhaus, Hochwasserschutz Ammerland und Degerndorf, Feuerwehrhaus Ammerland, Haus der Kinder, zweite Turnhalle) weniger das Geld als vielmehr das Personal fehle. In Münsing wären bezogen auf die Einwohnerzahl 10,6 Stellen in der Verwaltung notwendig. Besetzt sind aber nur 9,1. Gedacht ist aktuell an eine zusätzliche Kraft im Bauamt.

Turnhalle und Gemeindesaal sind Option

Nach Schätzung des beauftragten Bau- und Tragwerksplaners Michael Bruckmeir aus Münsing würde der Kauf einer Containeranlage rund 140 000 Euro kosten. Die Mietkosten würden sich bei drei Jahren auf rund 125 000 Euro belaufen. Ein Wiederverkauf könnte zirka 15 000 Euro bringen. Für die Gemeinderäte war das eine Menge Geld. Doch Vorschläge, Büros in die Turnhalle oder den Gemeindesaal auszulagern, lehnten Vize-Bürgermeister Josef Strobl, der die Sitzung in Vertretung von Michael Grasl leitete, und Stephan Lanzinger ab. Beide Räumlichkeiten würden für andere Veranstaltungen gebraucht – je mehr sich die Corona-Situation entspanne, desto häufiger.

Lesen: Ein Nachmittag bei der Wasserwacht am Schwaiblbach

Thomas Schurz (CSU) plädierte für einen Übergangsbau aus Holz. Das sei schöner und ökologischer. In Münsing gebe es genügend Firmen, die solche Arbeiten ausführen könnten. Auch Georg Sebald (Wählergruppe Ammerland) bezeichnete die üblichen grauen Kunststoff-Container als „greislich“. Der Rat beschloss, die Verwaltung solle die Ausschreibung so formulieren, dass Holz als Baumaterial möglich sei – auch wenn das voraussichtlich etwas teurer werde. Angestrebt wird ein Umzug in das Notquartier zum Jahreswechsel. Tanja Lühr

Auch interessant

Kommentare