Kein Freilauf: Ab 40 Zentimeter Schulterhöhe müssen Hunde künftig in Münsing an der Leine geführt werden. Foto: dpa
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Kein Freilauf: Demnächst müssen in Münsing Tiere etwa ab Cockerspaniel-Größe an die Leine. Dafür wurde die Ortsverordnung geändert.

Viele Ausflügler bringen ihre Tiere mit

Münsing erlässt Leinenzwang für mittelgroße Hunde

Ab Ende Dezember dieses Jahres gelten in Münsing strengere Vorschriften für Hundehalter. So müssen Tiere ab 40 Zentimetern Schulterhöhe (bisher 50) an die Leine.

Münsing – Aufgrund der Corona-Krise habe die Anzahl der Ausflugsgäste in den vergangenen Monaten stark zugenommen, sagt Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler). Das werde sich so schnell nicht ändern. Er selbst stelle auf seinen Spaziergängen durch die Gemeinde fest, dass immer mehr Einheimische und Besucher mit ihren Hunden auf den Feldwegen und am Seeufer unterwegs seien. Er habe nichts dagegen, betont der Rathauschef, jedoch müssten sich die Besitzer an die Regeln halten. Es gehe nicht an, dass die Vierbeiner frei und weitab von Frauchen und Herrchen, auf den Wiesen und Feldern herumliefen und diese mit Kot verschmutzten. Denn die landwirtschaftlichen Flächen dienten der Nahrungsmittelproduktion.

Leinenpflicht für Zamperl ist nicht zulässig

Um dies einzudämmen, will die Gemeinde demnächst einerseits mit Schildern an die Halter appellieren, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere einzusammeln und mitzunehmen. Vorbild für die Aktion ist die Nachbargemeinde Berg. Andererseits wird in der Ortsverordnung festgelegt, dass künftig Hunde ab einer Schulterhöhe von 40 Zentimetern, also etwa Cocker-Spaniel-Größe, auf öffentlichen Wegen und Plätzen an der Leine zu führen sind. Bisher galt der Leinenzwang ab 50 Zentimetern Schulterhöhe. Bürgermeister Michael Grasl ist klar, dass auch kleine Zamperl ihr Geschäft in der Wiese machen, doch eine Leinenpflicht sei für sie rechtlich nicht durchsetzbar, sagt er. Sie habe ja die Sicherheit als Hintergrund. Münsing sei erst die zweite Gemeinde im Landkreis, die die 40 Zentimeter einführe. Auf öffentliche Badeplätze dürfen laut Ortsverordnung Hunde nicht mitgebracht werden. In der Satzung des Landratsamts, das für den Unterhalt des Erholungsgeländes Ambach zuständig ist, steht, es sei „ganzjährig untersagt, Tiere aller Art frei laufen zu lassen“. Während der Badesaison sind dort Hunde verboten.

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Prof. Dr. Matthias Richter-Turtur (Grüne) fragte, ob man eine „Wegräumpflicht für Hundekot“ erlassen könne. Das ist nicht möglich, so die Antwort des Bürgermeisters. Er wolle aber auch keine Hundekotbehälter in der weitverzweigten Flächengemeinde aufstellen, weil deren Leerung den Bauhof überfordern würde. Tanja Lühr

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