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Kommandant Müller lebte für „seine“ Wehr: Jetzt spricht er offen über ein Tabuthema

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Feuerwehr Münsing
Die neue Führungsmannschaft der Münsinger Feuerwehr (v. li.): Maximilian Bauer (Vorsitzender des Feuerwehrvereins), Christoph Lechner (1. Kommandant), Valentin Mayr (2. Kommandant), Johannes Schmid (stellvertretender Vorsitzender), Martina Dengler (Vertrauensfrau), Ludwig Winkler (Schriftführer), Klaus Strobl (Kassier), Manuel Ridinger (Kreisbrandmeister) und Robert Schmid (Kreisbrandinspektor). © tal

Neuwahlen bei der Freiwilligen Feuerwehr Münsing: Nach Peter Müllers Abschied stehen jetzt zwei junge Männer an der Spitze.

Münsing – Die Freiwillige Feuerwehr Münsing hat zwei neue Kommandanten. Zum Chef wurde in der Jahresversammlung der bisherige Vize Christoph Lechner mit 64 von 65 Stimmen – eine Enthaltung – gewählt. Sein neuer Stellvertreter erhielt eine denkbar knappe Mehrheit: Valentin Mayr setzte sich mit 33 zu 32 Stimmen gegen Mitbewerber Michael Reich durch. Christoph Lechner, 33 Jahre alt, ist seit 18 Jahren bei der Feuerwehr und von Beruf selbstständiger Schreinermeister. Valentin Mayr ist 23 und seit sechs Jahren dabei. Er studiert Automotive und Mobility Management.

Kommandant Müller lebte für „seine“ Wehr: Jetzt wählte die Mannschaft seinen Nachfolger

Der bisherige Erste Kommandant Peter Müller hat sich aus persönlichen Gründen dazu entschlossen, nicht wieder zu kandidieren. Mit einem Fackelzug wurde er vor der Versammlung von zu Hause abgeholt und zum Pinocchio geleitet. Dort warteten 80 Mitglieder auf ihn – Rekord für eine Jahresversammlung. Müller bedankte sich bei den Aktiven für das „stets professionelle Verhalten“. Im Anschluss sprach er ganz offen über seine Depression. Sie habe ihn in den vergangenen Jahren weniger leistungsfähig und manchmal ungeduldig gegenüber den Kameraden gemacht, wie er sich entschuldigte. „Die Krankheit ist zu oft ein Tabuthema in unserer leistungsorientierten Gesellschaft. Deshalb ist es mir wichtig, darüber zu reden.“

Münsings Bürgermeister dankt Peter Müller für dessen Engagement

Sein Rechenschaftsbericht sagte nur wenig darüber aus, wie sehr der 43-jährige Elektroingenieur für „seine“ Feuerwehr lebte. Wann immer er am Feuerwehrhaus vorbeigekommen sei, habe er „den Pe“ dort gesehen, erzählte Bürgermeister Michael Grasl. Auch Müllers Nachfolger Christoph Lechner sprach dessen beeindruckende Leistung an und bedankte sich im Namen der gesamten Feuerwehr. Egal ob Fahrzeugbeschaffungen, die neue Einsatzkleidung, die Schlauchpflegeanlage, digitale Alarmierung oder Anbau – Peter Müller habe sich um alles gekümmert.

Gleichzeitig fielen im vergangenen Jahr 36 Einsätze an. 21 Mal leisteten die Freiwilligen technische Hilfe bei Unfällen auf der Autobahn 95. Im Juli rückten sie sechs Mal zu Unwettereinsätzen aus. Zweimal mussten sie eingeschlossene Personen aus dem Lift der Raiffeisenbank befreien.

Von den Katastrophen-Szenarien für dieses Jahr mit Blackouts wegen fehlenden Stroms lässt sich Rathauschef Grasl „nicht verrückt machen“, wie er sagte. Im Gemeindeblatt werde ein allgemeiner Aufruf veröffentlicht, wie die Bürger sich im Notfall verhalten sollten. Das müsse reichen.

Feuerwehr Münsing ist stolz auf ihre Nachwuchsarbeit

Stolz ist die Münsinger Wehr auf ihre gute Nachwuchsarbeit. 18 junge Feuerwehranwärterinnen und Anwärter zwischen 16 und 18 Jahren haben sich für eine Ausbildung entschieden. Kreisbrandinspektor Robert Schmid lobte die Münsinger für ihre gute Jugendarbeit – und auch den Bürgermeister samt Gemeinderat für die großzügige Bewilligung von neuen Fahrzeugen und Material. Mit der Ausstattung aller Feuerwehren im Landkreis mit Digitalfunkgeräten dauere es hingegen noch ein wenig, sagte Schmid.

Die Neuwahlen der Vorstandschaft ergaben kaum Änderungen. Vorsitzender bleibt Maximilian Bauer, sein Stellvertreter ist Johannes Schmid. Zum neuen Schriftführer anstelle Valentin Mayr wurde Ludwig Winkler gewählt. Kassier ist Klaus Strobl, Vertrauensperson Martina Dengler. Kassenprüfer bleiben Peter Bromberger und Peter Graf. (tal)

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