Ein Schmuckstück: Die Waldemar-Bonsels-Villa.
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Ein Schmuckstück: Die Waldemar-Bonsels-Villa in Ambach. Dort wohnte der Autor der weltberühmten „Biene Maja“.

„Herzstück Ambachs bleibt, wie es ist“

Bonsels-Villa: Gemeinderat lehnt Bau eines Nebengebäudes ab

Schon einmal hat der Gemeinderat einen Neubau an der Bonsels-Villa abgelehnt. Auch eine andere Stelle auf dem Grundstück erklärte der Rat jetzt für ungeeignet.

Münsing – Die Eigentümer der Waldemar-Bonsels-Villa in Ambach dürfen nach dem Willen des Gemeinderats auch an anderer Stelle als zunächst geplant keinen Neubau auf dem Grundstück errichten. 2019 hatte die Waldemar-Bonsels-Stiftung als Eigentümerin angefragt, ob sie ein Nebengebäude im Westen des Anwesens abbrechen und stattdessen ein neues Wohn- und Ateliergebäude bauen dürfe. Die Gemeinde und das Landratsamt als Genehmigungsbehörde hatten dies abgelehnt. Denn direkt nebenan auf dem Nachbargrundstück steht die Räucherkammer des Fischers Johann Strobl. Konflikte wegen Geruchsbelästigung wären vorprogrammiert gewesen.

Der neue Standort für das geplante acht mal 13 Meter große Haus berücksichtigt das. Der Neubau mit Giebel zum See würde auf einer Linie liegen mit der Villa und der ebenfalls denkmalgeschützten Mutter-Gottes-Kapelle. „Vom Immissionsschutz her wäre es möglich. Die andere Frage ist der Denkmalschutz“, sagte Bauamtsleiter Stephan Lanzinger. Eigentlich sehe der Rahmenplan für Ambach keine zweite Baureihe direkt am Seeufer vor. Andererseits wäre der Abbruch des wenig geglückten Anbaus an die Bonsels-Villa wünschenswert und ein Ersatzbau vertretbar.

„Ich denke, Baurecht besteht da. Und die neuen Pläne sind eine deutliche Verbesserung gegenüber den ersten“, sagte Helge Strauß (CSU). Er war am Ende auch der einzige, der für den Vorbescheidsantrag stimmte. Ursula Scriba (Bürgerliste) dagegen sieht den Blick von der Seeuferstraße auf die Bonsels-Villa durch ein Gebäude davor gestört. Das Landesamt für Denkmalpflege werde das genauso beurteilen, glaubt sie. Auch sei der Immissionsschutz noch immer ein Problem an der Stelle. Lanzinger wies darauf hin, dass dies das Landratsamt zu klären habe. Aus Sicht der Verwaltung würden allein Belange des Denkmalschutzes gegen die Erteilung einer Baugenehmigung sprechen.

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Ein früheres Gerücht, die Waldemar-Bonsels-Stiftung wolle das Anwesen verkaufen, ist offenbar vom Tisch. „Die Stiftung ist flüssig. Das ist kein Thema im Moment“, sagte Scriba. 2014 hatte die Stiftung den einstigen Wohnsitz des Schriftstellers Waldemar Bonsels (1880-1952, „Die Biene Maja“) aufwendig sanieren lassen. Es wurden Farbschichtanalysen durchgeführt und anhand der Ergebnisse hat man den früheren Charakter des Gebäudes wiederhergestellt. Christine Mair (Grüne) betonte, sie hoffe sehr, dass das Ensemble mit Villa und Ungarntor im Eigentum der Stiftung bleibe. Es bilde zusammen mit der Kapelle, dem Dampfersteg und dem Gasthaus „Zum Fischmeister“ das „Herzstück Ambachs“. Tanja Lühr

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