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Münsing gibt sich Leitlinien für künftige Solarparks

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Der erste Solarpark im Landkreis wurde am Freitag in Icking eröffnet.
Der erste Solarpark im Landkreis wurde am Freitag in Icking eröffnet. © sh

Eine Anfrage für einen Solarpark in Münsing gab es bereits. Bevor die Gemeinde darüber entscheidet, will sie eine grundsätzliche Regelung finden.

Münsing – Die Gemeinde Münsing hat sich selbst Leitlinien zur Entwicklung von Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen gegeben. Sie wurden in einer Sonderklausur erarbeitet und in der jüngsten Gemeinderatssitzung von der Umweltbeauftragten Anja Ruhdorfer (Grüne, parteifrei) erläutert.

Ruhdorfer ist von Beruf Projektentwicklerin für Photovoltaik (PH). Eine Anfrage für den Bau eines Solarparks, von der Autobahn kommend am Ortseingang von Münsing, hatte der Gemeinderat bereits vor einigen Wochen zu behandeln (wir berichteten). Der Antrag wurde zurückgestellt. Die Gemeinde wollte zunächst grundsätzlich eine Regelung für den Umgang mit dem sensiblen Thema finden.

Planungshoheit soll in der Hand der Gemeinde bleiben

Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler) machte deutlich, dass man auf die Sonnenenergie setzen müsse, wenn man kurzfristig bei der Stromerzeugung unabhängig werden wolle. Auf die Windkraft – Stichwort 10H-Regel – brauche man momentan nicht zu hoffen.

Generell müssen künftig bei jedem Antrag durch einen Investor der Flächennutzungsplan geändert und eine Bauleitplanung durchgeführt werden. „Die Planungshoheit bleibt somit in der Hand der Gemeinde“, betonte Ruhdorfer. Die Landwirtschaft und das Landschaftsbild dürften nicht beeinträchtigt werden, ebenso müsse ein Mindestabstand zur Wohnbebauung eingehalten werden. Der bayerische Leitfaden für PV-Anlagen, nach dem beispielsweise Biotope tabu sind, werde ohnehin übernommen, so Ruhdorfer.

„Wir auf dem Land können solche Anlagen leichter errichten“

Bevorzugt werden sollten für das Aufstellen von Solarplatten bereits versiegelte Flächen. Beim Betrieb der Freiflächenanlagen sollten nach Möglichkeit die Bürger einbezogen werden. Es werde ein Ausbau im Umfang von 200 Prozent des Gesamtstrombedarfs der Gemeinde angestrebt.

Christine Mair von den Grünen befürwortete die Regelung: „Wir auf dem Land können solche Anlagen leichter errichten als die großen Städte. Deshalb sollten wir bei der Versorgung auch über 100 Prozent gehen.“ Thomas Schurz (CSU) sieht den Standort an der Autobahn kritisch. Dort bestehe eine der letzten Möglichkeiten, ein weiteres, dringend benötigtes Gewerbegebiet zu bauen, sagte er.

Tanja Lühr

Der erste Solarpark im Landkreis wurde am Freitag in Icking eröffnet.

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