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Grünen-Kreisverband hat eine neue Vorstandschaft

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Versammlung der Kreisgrünen im Münsinger Loth-Hof
Gesprächsbedarf: Von den Waffenlieferungen in die Ukraine bis zu umweltpolitischen Fragen spannten sich die Themen in der Versammlung der Kreis-Grünen. © Lühr

In der Tenne des Münsinger Loth-Hofs ist der neue Vorstand der Kreisgrüneng gewählt worden. Sprecherin ist jetzt die Tölzerin Juliane Fechner-Kempkes.

Bad Tölz-Wolfratshausen/Münsing – Der Grünen-Kreisverband hat eine neue Vorstandschaft. Am Donnerstagabend trafen sich rund 30 Vertreter der zehn Ortsverbände in der Tenne des Münsinger Loth-Hofs zur Mitgliederversammlung. Zur neuen Sprecherin wurde als Nachfolgerin von Jovana von Beckerath aus Icking die Tölzer Schauspielerin Juliane Fechner-Kempkes gewählt. Sie leitete bisher den Ortsverband Bad Tölz. Sprecher bleibt der Tölzer Andreas Wild. Die Kasse verwaltet weiterhin Mechthild Felsch (Münsing). Zum neuen Schriftführer anstelle von Teresa Wimmer wurde Marius Schlosser (Geretsried) gewählt. Beisitzer sind Melanie Grünewald (Geretsried, neu) und Andreas Sander (Dietramszell).

Jovana von Beckerath spricht offen über Burn-Out

Jovana von Beckerath sprach offen über den Grund, warum sie nach zwei Jahren an der Spitze nicht mehr zur Verfügung steht. Sie habe Ende vergangenen Jahres einen Burn-out erlitten, gefolgt von einer schweren Depression. Sie habe sich in einer Klinik behandeln lassen und fühle sich jetzt wieder gesund. Trotzdem wolle sie für zwei Jahre pausieren und während dieser Zeit einfaches Mitglied bleiben. Teresa Wimmer, Gemeinderätin in Dietramszell und Kreisrätin, zieht sich aus dem Vorstand zurück, weil sie demnächst ihr Studium abschließt und dann beruflich eingespannt sein wird. Beide Frauen betonten, die Zusammenarbeit im Kreisverband habe ihnen sehr viel Freude bereitet, das Klima sei äußerst angenehm gewesen.

Der Kreisverband hat aktuell 219 Mitglieder

Die neuen Online-Formate wie die „Grüne Stunde“ oder die „kleine Mitgliederversammlung“ hätten sich in der Corona-Zeit bewährt, sagte von Beckerath. Bei steigenden Inzidenzen könne man jederzeit wieder darauf zurückgreifen. Der Kreisverband zählt aktuell 219 Mitglieder. 45 Eintritten stehen 22 Austritte gegenüber. Sprecher Andreas Wild verschwieg nicht, dass einige wegen der Waffenlieferungen Deutschlands an die Ukraine ihr Parteibuch abgegeben haben.

Urabstimmung vor Waffenlieferungen?

Dr. Hans Schmidt aus Wolfratshausen beantragte zu diesem Thema, dass der Kreisverband eine Unterschriftensammlung bei allen Mitgliedern durchführen möge. Mit ihrer Unterschrift sollen sie fordern, dass künftig entsprechend der Grünen-Tradition solch wichtigen Entscheidungen immer eine Urabstimmung vorangehe. „Es geht nicht darum, dass ich gegen Waffenexporte bin. Ich möchte nur, dass die Basis angehört wird“, betonte Schmidt.

Alle weiteren Infos zum Ukraine-Krieg und dessen Auswirkungen in Bayern lesen Sie hier auf unserer Themenseite Ukraine-Flüchtlinge.

Alexander Müllejans meinte dazu, die Grünen-Bundespolitiker hätten im Fall der Ukraine „keine Wahl“ gehabt. Er sei Pazifist, doch heutzutage sei ein „bestimmter Realismus“ angesagt. Marius Schlosser wurde deutlicher: „Die Ukraine braucht den Gepard, den Leopard und den Marder. Bitte lehnt den Antrag ab“. Die Mehrheit folgte dieser Aufforderung (18 Nein-Stimmen, sechs Ja, vier Mitglieder enthielten sich).

Aktuelle Nachrichten aus Münsing lesen Sie hier.

Thomas von Sarnowski, einer der beiden Landesvorsitzenden der Grünen und Ehrengast der Versammlung, warb für den Radentscheid Bayern, der eine bessere und sichere Fahrrad-Infrastruktur fordert. Bis 2030 soll der Radverkehrsanteil am Gesamtaufkommen auf 25 Prozent steigen. Außerdem, so von Sarnowski, müsse der Ausbau der Photovoltaik forciert werden, um in Zukunft energieunabhängig zu sein.

Lesen Sie auch: Radwegenetz: Fahrradclub wirbt für Volksentscheid

Nur 3,6 Prozent der Dachflächen in Bayern seien mit PV-Anlagen bedeckt. Dass der Landtag die 10H-Regel für Windkraft gelockert hat, begrüßt der Landesvorsitzende. Auch hinter der Außen- und Wirtschaftspolitik von Annalena Baerbock und Robert Habeck stehe er „voll und ganz“. Während man den Menschen in der Ukraine helfe, müsse man aber gleichzeitig die Menschen hierzulande vor Armut schützen. Das 9-Euro-Ticket sei ein erster, guter Schritt. Tanja Lühr

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