Autos parken am Straßenrand entlang des Erholungsgeländes Ambach.
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Zugeparkt: Die Straße entlang des Erholungsgebiets Ambachs an einem sonnigen Juli-Wochenende.

Gemeinde will härter durchgreifen

Raser, Müll-Rowdys und Nacktbader: Ausflügler werden zum Problem

Der Erholungsdruck südlich von München ist stark: Auch die Gemeinde Münsing kämpft mit den Massen an Ausflüglern am Starnberger See. Der Bürgermeister will nun härter durchgreifen.

  • Münsings Bürgermeister berichtet von rücksichtslosem Verhalten, vor allem von Ausflüglern
  • Gemeinde und Landwirte wollen das nicht länger hinnehmen
  • Verstärkte Überwachung und Schilder angekündigt

Münsing – Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler) bedauert, dass in der Gemeinde eine zunehmende Rücksichtslosigkeit um sich greift. In der jüngsten Gemeinderatssitzung beklagten mehrere Räte, dass auf der Seestraße in Ammerland und Ambach – eigentlich eine reine Anliegerstraße, was aber oft ignoriert wird – viel zu schnell gefahren werde. Aber auch durch Münsing und die anderen Ortsteile würden die Leute rasen, hieß es.

Thomas Schurz (CSU) wünschte sich mehr Tempo-Anzeigetafeln. Laut Grasl sollen demnächst weitere Tafeln über die beiden in Holzhausen hinaus aufgestellt werden. Mit der Kommunalen Verkehrsüberwachung und der Polizei habe er bereits wegen verstärkter Kontrollen gesprochen, so Grasl. Er monierte, dass sich einige Besucher am Starnberger See durch Verwarnungen nicht mehr abschrecken ließen: „Die nehmen ein Knöllchen in Kauf, um möglichst nah am Badestrand parken zu können.“

Bürgermeister kritisiert rücksichtsloses Verhalten, vor allem von Ausflüglern

In diesem Zusammenhang nennt Grasl weitere Beispiele für das rücksichtslose Verhalten, vor allem von Ausflüglern. Es beginne bei der Vermüllung der Uferbereiche am See, gehe bei der Zerstörung von Verkehrszeichen oder Spiegeln weiter und höre beim unerlaubten Befahren von Wegen oder Plätzen auf. „Unsere Gemeinde wird zunehmend von Ausflugsgästen frequentiert, die wochentags wie am Wochenende sensible Bereiche wie die Aussichtspunkte oder auch Feld- und Waldwege bevölkern. Dabei lassen sie ihren Unrat oder ihre Hundekottüten in der freien Landschaft liegen.“

Durch die Corona-Pandemie habe sich die Situation verschärft, da die Gemeinde sehr verkehrsgünstig liege und viele Menschen zu Hause Urlaub machten oder Tagestouren unternähmen. Grasl: „Wenn ich selbst mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs bin, wäre ein Rucksack voller Müll immer voll“. Landwirte und Anwohner seien die Leidtragenden, aber auch das Wild im Wald habe immer weniger Ruhezeiten und Rückzugsgebiete.

Gemeinde Münsing will nicht weiter tatenlos zuschauen

Gemeinde und Landwirte wollten das auf Dauer nicht mehr hinnehmen, erklärt der Bürgermeister. Er kündigt eine verstärkte Überwachung der entsprechenden Strecken und Plätze an: „Es kann nicht sein, dass unsere Einheimischen mit ihren Familien von ihren Badeplätzen vertrieben werden, weil Nacktbader oder Müll-Rowdys diese Stellen unattraktiv machen.“

Die Gemeinde überlege zudem, nach dem Muster der Nachbarkommune Berg Schilder anzubringen, die auf Regeln wie das Betretungsverbot von Wiesen zwischen März und Oktober hinweisen. Grasls Standpunkt: Ähnlich wie am Kochel- oder Walchensee müsse die Gemeinde eingreifen, statt weiter tatenlos zuzuschauen.

Tanja Lühr

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