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Soll ein Ort der Begegnung werden: Bürgermeister Michael Grasl auf dem Pallaufhof, im Hintergrund der Pfarrhof, der erweitert werden soll. 

Jahresvorschau

Münsing hat so viele Projekte vor der Brust wie selten

Münsings Bürgermeister Michael Grasl gibt einen Ausblick auf das Jahr 2018 – und seine persönlichen Pläne.

Münsing– „Die Großgemeinde Münsing hatte seit der Jahrtausendwende mit dem Bachausbau und dem Bau des Sport- und Vereinszentrums nicht mehr so viele Projekte umzusetzen wie in diesem Jahr und in den Folgejahren.“ Das sagt Bürgermeister Michael Grasl. Nach einigen Jahren des Planens gehe es nun um die Umsetzung.

Wiedemann-Areal

Ende 2017 hat der Gemeinderat zu den zwei vom „Kuratorium Wohnen im Alter“ (KWA) benannten Architekturbüros zwei weitere Fachplaner nominiert. Sie sollen in einem wettbewerbsähnlichen Verfahren Entwürfe für das ehemalige Wiedemann-Areal in Ambach erarbeiten. Die Planungen werden von einem neutralen Moderator, dem Kreisbauamt und der Unteren Naturschutzbehörde sowie dem Bauausschuss der Gemeinde begleitet. Erste Ergebnisse könnten Grasl zufolge im Sommer vorliegen, die Öffentlichkeit werde darüber informiert. Nach dem Wettbewerb werde die Gemeinde einen Bebauungsplan aufstellen. „Uns bleibt es wichtig, Umgebung und Baumbestand möglichst zu schonen, einen straffen Bauablauf zu fordern und auf die Umsetzung der von KWA zugesagten Tagespflege für ortsansässige Senioren zu drängen“, erklärt Grasl.

Pallaufhof

Auf den aktuellen Stand bringt die Gemeinde die Bürger bei einer Informationsveranstaltung am Montag, 5. Februar, ab 19.30 Uhr im Gemeindesaal. Wie berichtet soll auch beim Projekt Pallaufhof in Münsing noch 2018 ein Wettbewerb das beste Ergebnis bringen. Die mit der Durchführung des Wettbewerbs beauftragten Planer werden den Besuchern am 5. Februar den Ablauf erläutern und stehen im Anschluss für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Fest steht, dass das Rathaus in den neuen Pallaufhof umziehen wird. Mit einem großzügigen Foyer, einem Saal und weiteren Räumen soll Platz für Kunst, Kultur und Begegnung geschaffen werden.

„Milchhäusl“

Der Baubeginn für das „Milchhäusl“-Projekt an der Münsinger Hauptstraße ist nach Auskunft von Bürgermeister Michael Grasl für Frühjahr vorgesehen. Eine Tektur war zur Feinabstimmung notwendig und liegt gerade im Landratsamt bei der Prüfung. Der Abbruch des Altbestands sei nach der Winterperiode geplant. Das Obstgeschäft werde in dieser Zeit voraussichtlich in einen vom Inhaber angemieteten Container ausweichen. Wie Grasl berichtet, liegen der Gemeinde schon einige Bewerbungen für die Wohnungen vor. „Wir hoffen immer noch auf eine Einigung mit den Nachbarn in einzelnen Punkten.“

Vereinsheim

Baubeginn für das Vereinsheim in Degerndorf soll ebenfalls im Frühjahr sein. Grasl sagt: „Die Degerndorfer Vereine freuen sich auf ihr Schulhaus. Sie wollen es auch weiterhin so nennen.“ Für den Ort sei der Neubau ein „Meilenstein“, weil erstmals Musik, Schützen, Vereine und Stüberl in einem Gebäude zusammengefasst würden.

Hochwasserschutz

In Sachen Hochwasserschutz in Ammerland sorgten vergangenes Jahr zwei Klageverfahren für einen enormen Abstimmungsaufwand, nicht nur für die Anwälte. Eine Klage wurde wie berichtet zurückgezogen. Die ruhende zweite Klage wird dem Bürgermeister zufolge voraussichtlich Ende Januar endgültig zurückgezogen. Erst dann könne die Gemeinde den Hochwasserschutz planen, beziehungsweise das bestehende Konzept vertiefen. Für die Feuerwehr, die ihr neues Gerätehaus im Bereich der Maßnahme bauen möchte, heißt das: Geduld haben.

Neue Turnhalle

Sie ist ein mittelfristiges Ziel. 2018 werden Sportvereins- und Gemeindevertreter Hallen besichtigen, die als Beispiel dienen könnten. Einige haben sie bereits 2017 angeschaut. Voraussetzung für einen Bau ist jedoch, dass die Entwässerung im Bereich des Labbachs geklärt ist. Hier läuft ein Planungsauftrag durch ein Fachbüro. Grasl: „Ohne gesicherte Entwässerung bauen wir nicht einmal einen Parkplatz, der für den boomenden Betrieb am Hartlweg eigentlich zur Entlastung dringend notwendig wäre.“

Jubiläen und Feste

Das 110-jährige Bestehen des Katholischen Burschenvereins Münsing wird mit einem viertägigen Fest vom 31. Mai bis 3. Juni groß gefeiert. Vom 14. bis 16. September veranstaltet die Gemeinde drei Festtage mit den Gästen aus Todtnauberg, um die Partnerschaft mit dem Ort im Schwarzwald zu besiegeln. Gleichzeitig feiert der Trachtenverein sein 60-jähriges Bestehen mit dem Gaujugendtag. Am Erntedanksonntag, 7. Oktober, feiert der Gartenbauverein Münsing sein 20-jähriges Bestehen.

Persönlicher Ausblick

Bürgermeister Michael Grasl ist im April 13 Jahre lang im Amt. „Wir sind im Rathaus ausgelastet. Weitere Großprojekte können wir uns meines Erachtens nicht leisten und sollten es auch nicht tun“, sagt der 50-Jährige. Ob er 2020 noch einmal als Bürgermeisterkandidat antritt oder „ganz andere berufliche Herausforderungen sucht“, wie er sagt, entscheidet sich für Grasl 2019. Andere überörtliche politische Ämter (wie den Landratsposten) strebe er nicht an, betont er.

Tanja Lühr

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