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400 000 Euro Schaden ist nach Schätzung der Polizei bei dem Brand des Schuster-Hauses in Degerndo rf entstanden. Die Eigentümer hoffen, das denkmalgeschützte Gebäude retten zu können. 

Nach dem Brand am Karfreitag

Das Haus „Zum Schuster“ kann gerettet werden

Das denkmalgeschützte Haus „Zum Schuster“ in Degerndorf kann man offenbar wieder instand setzen. Wenn auch mit enormem Aufwand. 

Degerndorf Das Haus „Zum Schuster“ am Sonderhamer Weg in Degerndorf, das am Karfreitag gebrannt hat, ist nach Auskunft der Eigentümer zu retten – mit viel Arbeit und Geduld. Das Feuer war aus noch unbekannter Ursache am Abend im Dachstuhl ausgebrochen. Rund 70 Feuerwehrleute hatten es relativ rasch unter Kontrolle gebracht. Doch der Dachstuhl und das Treppenhaus wurden zerstört. Die oberen Stockwerke bestanden überwiegend aus Holz. Auch das Löschwasser hat einigen Schaden angerichtet. Das aus Feldsteinen gemauerte Erdgeschoss ist feucht geworden.

Der Eigentümer, Markus Resenberger, von Beruf selbstständiger Zimmerer und zukünftiger Münsinger Gemeinderat, versucht im Moment, „zu retten, was zu retten ist“. Das berichtet seine Tante, Elisabeth Reis, in deren Ferienwohnung Resenberger und seine Familie vorübergehend unterkommen können. „Für die Kinder im Alter von neun und elf Jahren war der Anblick ihres verwüsteten Zuhauses ein Schock“, erzählt Elisabeth Reis. Die Familie war zum Zeitpunkt des Brandausbruchs unterwegs.

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Am Samstag zeigte sich einmal mehr, wie der kleine Münsinger Ortsteil Degerndorf mit seinen rund 800 Einwohnern zusammenhält. „Nachbarn und Freunde halfen, Möbel, Kleider, Bilder und anderes aus dem Haus zu tragen und die Sachen zu trocknen und zu reinigen“, berichtet die 68-Jährige, die nebenan wohnt. Auch ihr selbst steckt der Schreck noch in den Knochen. Zusammen mit drei Schwestern wuchs sie in dem 300 Jahre alten, früheren Bauernhaus auf. Seit den 1980er Jahren steht das Gebäude mit traufseitiger Laube und verbrettertem Giebel unter Denkmalschutz. „Früher lagerte auf dem Speicher noch Heu. Meine Mutter hatte immer Angst, dass das mal brennen könnte“, erinnert sich Reis. Die Landwirtschaft habe ihre Mutter 1985 aufgegeben. Ihr Neffe habe das Dach vor einigen Jahren neu gedämmt. Insgesamt habe er das alte Schuster-Haus mit viel Liebe erhalten.

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Es ist nicht das einzige denkmalgeschützte Gebäude in Degerndorf. Schräg gegenüber befindet sich der „Eierwastl-Hof“, den Fritz Noppes vor einigen Jahren komplett sanieren ließ. Tanja Lühr 

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