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Das Ostufer des Starnberger Sees ist ein besonders schöner Flecken Erde. 

Kleine Feier am Samstag in Ammerland

Der Ostuferschutzverband wird 90 Jahre alt

Am Anfang stand der Schutz der Seestraße, heute ist der Aufgabenbereich viel größer: Der Ostuferschutzverband wird 90 Jahre alt. 

Münsing– Der Ostuferschutzverband (OSV) feiert seinen 90. Geburtstag. Seine Geschichte begann mit dem Autoverkehr auf der Seestraße zwischen Ammerland und Ambach. Diese war schon vor dem Ersten Weltkrieg für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Als das Bezirksamt in Wolfratshausen 1926 den Ausbau des gekiesten Uferwegs auf sieben Meter Breite plante, stieß das bei den Anliegern auf heftigen Widerstand, weil sie eine Öffnung der Straße befürchteten. Es gelang ihnen, das Vorhaben zu verhindern.

Hauptsächlich aus Sorge vor weiteren Vorstößen in dieser Richtung gründeten die Betroffenen am 5. August 1929 den Schutzverband für das Ostufer des Starnberger Sees. Dessen Anliegen waren neben der Freihaltung der Seestraße der Erhalt der landschaftlichen Schönheit, die Förderung des Fremdenverkehrs und der Dampferschifffahrt in Ambach und Ammerland. Nur wenige Wochen nach der Gründung trugen 239 Ambacher und Ammerlander sowie einige Sommergäste diese Ziele mit. 1932 stieg die Anzahl der Mitglieder unter dem Vorsitz von Paul Dinkelacker sogar auf 400 an.

Ostuferschutzverband bleibt wachsam

Nachdem das Hauptziel, das Fahrverbot auf der Seestraße, erreicht schien, löste sich der OSV 1952 auf. Doch das Verbot wurde nicht eingehalten und 1959 verbreitete sich die Kunde, dass die Straße geteert werden sollte. Die hellhörige Bevölkerung witterte darin die Öffnung für den Verkehr. Also gründete sich das Bündnis unter Wolfgang Naager 1959 neu. Die Seestraße wurde zwar dann doch geteert. 1960 erließ Landrat Lehmair aber die Anordnung: „Sperrung der Kreisstraße WOR 3 (heute TÖL 2) für den Verkehr mit Kraftfahrzeugen“.

Dem Nilpferd, einem Geschenk des Künstlers Hannes Neumann an den OSV, wird am Samstag ein Name gegeben. 

In den 1970er Jahren – Vorsitzender war Richard Eckstein – flammte die Diskussion um die Auflösung der Anliegerstraße immer wieder auf. Dank mittlerweile dreier Vertreter der OSV-nahen „Bürgerliste“ im Münsinger Gemeinderat konnte der Status erhalten werden. Die Straße wurde im Laufe der Jahre lediglich verbreitert. 1984 stellte der Vorsitzende Hubert Rank endlich fest: „Wir sind nicht nur Seestraßler, sondern ein Landschaftserhaltungsverein.“

Dementsprechend erweiterte sich das Tätigkeitsfeld des OSV. Er setzte sich unter anderem für die Renovierung der Ammerlander Schlosskapelle ein und kämpft bis heute um den Erhalt der Villa Max. Erfolge verbuchte er gemeinsam mit anderen Organisationen zwischen 1991 und 2005 unter Dr. Florian Müller. In seine Ära fielen die Rettung des Ambacher Dampferstegs, die Abwehr der drohenden Kreis-Mülldeponie in Reichenkam, die Pacht des Badegeländes am Karnifflbach durch die Gemeinde, die Eindämmung des Kiesabbaus sowie die Verhinderung einer allzu dichten Bebauung auf dem Grünwaldhof-Grundstück.

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Seit 2005 lenkt Ursula Scriba die Geschicke des Vereins. Seitdem wurden kulturelle Aktivitäten und Angebote für Kinder ausgebaut. Wichtige Themen sind neben dem Erhalt denkmalgeschützter und ortstypischer Häuser eine verträgliche Bebauung in Ambach durch das Kuratorium Wohnen im Alter mit einem Seniorenwohnstift, die Suche nach einem neuen Dampfersteg-Standort für Ammerland sowie die Verkehrsberuhigung im Dorfkern von Münsing.

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Gefeiert wird an diesem Samstag, 3. August, von 13 bis 15 Uhr am Badeplatz an der Nördlichen Seestraße in Ammerland. Der Münsinger Bildhauer Hannes Neumann hat dem OSV eine Nilpferd-Skulptur aus Holz geschenkt, die den Badeplatz seit Kurzem ziert. Das Nilpferd soll am Samstag getauft werden. Namensvorschläge wurden in den vergangenen Tagen gesammelt. Es gibt Brotzeit und Musik.   Tanja Lühr

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