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In der Nähe des „Tree of Münsing“ soll ein Solarpark entstehen

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Tree of Münsing
Prominenter Baum: Die Eiche am Ortseingang von Münsing hat eine eigene Facebookseite. Jetzt kommt vermutlich ganz in der Nähe ein Solarpark dazu. © Hermsdorf-Hiss

Ein Grundstückseigentümer möchte in der Nähe des „Tree of Münsing“ einen Solarpark bauen. Die Gemeinde stellte den Antrag zunächst zurück.

Münsing – Der Energiewende zeigt sich die Gemeinde Münsing stets aufgeschlossen gegenüber. So auch im Fall eines Antrags auf eine Freiflächen-Photovoltaik (PV)-Anlage. Ein Grundstückseigentümer möchte sie auf seiner Fläche östlich von Münsing, gegenüber der Autobahnausfahrt, in der Verlängerung des kleinen Bergs, auf dem der „Tree of Münsing“ steht, aufstellen. Das 2,7 Hektar große Stück Wiese ist im aktuellen Flächennutzungsplan für die Landwirtschaft vorgesehen.

Bauleitplanung: Landschafts- und Ortsbild wird berücksichtigt

Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, den Antrag zurückzustellen. Er wünscht zunächst eine grundlegende Diskussion über PV-Freiflächenanlagen in der Gemeinde. Die Bereitschaft für diese Art der Stromerzeugung sei auf jeden Fall vorhanden, betonte Bürgermeister Michael Grasl. Doch solche Anlagen im Außenbereich erforderten eine Bauleitplanung. Das heißt, der Flächennutzungsplan müsste geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Belange der Land- und Forstwirtschaft seien dabei zu berücksichtigen, ebenso der Einfluss auf das Landschafts- und Ortsbild.

Degerndorfer Bauhof ist schon Fotovoltaik bestückt

„Schön wäre es auch, wenn die Bürger an dem Projekt beteiligt werden könnten, nach dem Vorbild der Anlage auf dem Degerndofer Bauhof“, sagte Grasl. Der Bauhof ist seit über 20 Jahren mit Photovoltaikplatten bestückt. Ein Zusammenschluss von Privatleuten hat den Strom bisher genutzt. Das Projekt läuft laut Grasl jedoch demnächst aus. Künftig könnte der Strom für den Eigenbedarf des Bauhofs verwendet werden.

Aktuelle Nachrichten aus Münsing lesen Sie hier.

Ernst Grünwald, Zweiter Vorsitzender der Energiewende Münsing (EWM), sagt im Gespräch mit unserer Zeitung, er würde den Bau von PV-Anlagen in der freien Landschaft begrüßen, sofern die genannten Gründe nicht dagegen sprächen. Wiesen, die landwirtschaftlich und damit zur Nahrungsmittelerzeugung genutzt würden, wolle auch er nicht versiegeln.

Freiflächenanlage: Ein weiterer Schritt in Richtung Energiewende

Die EWM betreibt selber als non-profit-Genossenschaft die PV-Anlagen auf der Grundschule und auf der Turnhalle. Die auf der Schule erzeugte Sonnenenergie wird ins Stromnetz eingespeist; einen Teil des Ertrags stellt die EWM für Schulprojekte zu Klimaschutz und Energiewende zur Verfügung. Die Anlage auf dem Feuerwehrhaus versorgt das Rathaus, die Turnhalle und die Schule mit Strom.

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Laut Grünwald bezieht Münsing bereits 60 Prozent seines Stroms aus eigenen PV- und aus Biogasanlagen. Mit genügend großen Freiflächenanlagen könnte man eine Unabhängigkeit im Strombereich erlangen. Der EWM-Vizevorsitzende glaubt, dass die Akzeptanz von Photovoltaikflächen in der Bevölkerung größer wäre als die von Windkrafträdern. Tanja Lühr

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