Eine Visualisierung des neuen Bürgerzentrums der Gemeinde Münsing.
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So soll das neue Bürgerzentrum aussehen. Gegen die Pläne regt sich Widerstand.

Vereine stehen hinter dem Projekt

Bürgerhaus: Trotz Widerstands geht die Planung weiter

Gegen das neue Bürgerzentrum in Münsing regt sich Widerstand, ein Bürgerbegehren ist geplant. Das Projekt hat auch Unterstützer. Der Gemeinderat plant weiter.

Münsing – Der Gemeinderat hat den nächsten Schritt in Richtung Bürgerhaus getan – trotz Bedenken der Grünen Christine Mair und Professor Matthias Richter-Turtur sowie des von Grünen-Kreisrat Nikolaus Mair angekündigten Bürgerbegehrens gegen die aktuellen Pläne (wir berichteten). Mit 15:2 Stimmen beschloss der Rat am Dienstag, dass das Architekturbüro Peck Daam für über eine Million Euro mit der Ausführungsplanung beginnt und die Vergabe der Arbeiten am neuen Rathaus mit Bürgerhaus vorbereitet.

Sorge: Bürgerhaus-Kosten könnten andere Projekte zunichte machen

Christine Mair hatte zuvor ohne Erfolg beantragt, damit zu warten, bis die Baugenehmigung durch das Landratsamt, ein Nutzungskonzept sowie eine feste Zusage über Fördermittel vom Freistaat vorliegen. „Es geht mir darum, finanzielle Risiken zu vermeiden“, betonte die Ehefrau von Nikolaus Mair. Die Folgen der Coronakrise würden sich wohl erst 2022 bis 2024 im Haushalt zeigen, sagte sie. Womöglich ließen sich andere wichtige Projekte wie ein Haus der Kinder nicht mehr verwirklichen nach dem Bürgerhaus für 21,5 Millionen Euro mit geschätzten jährlichen Betriebskosten von 500 000 Euro.

Professor Richter-Turtur warnte, dass jede Änderung teuer bezahlt werden müsse, wenn die Architekten jetzt schon vor der Baugenehmigung die Details planten. Vor allem das noch ausstehende Lärmschutzgutachten könnte Umplanungen nötig machen. Man sehe am Vereineheim in Degerndorf, dass es trotz Emissionsschutzkonzept Ärger mit den Nachbarn gebe, sagte Mair. Bei Veranstaltungen im jetzigen Gemeindesaal werde es zwar auch manchmal lauter, doch er genieße Bestandsschutz im Gegensatz zum neuen Saal, gab die Grüne zu bedenken. Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler) meinte dazu, die Bewohner der neuen Häuser am Labbach hätten gewusst, was auf sie zukomme.

Vereine stehen hinter dem Projekt

Innerhalb der Münsinger Bevölkerung haben sich offenbar zwei Gruppen gebildet. Die eine um Klaus Mair lehnt das Bürgerhaus mit Rathaus in der geplanten Größe, vor allem der Tiefgarage und des Saals, ab. Die andere will an dem in zahlreichen Klausuren und Arbeitsgruppen beschlossenen Umfang festhalten. In einem offenen Brief erklären insgesamt neun Vereine – alle Musikkapellen, die Feuerwehr Münsing, die Burschen, die Theatergruppe und der Trachtenverein – ,dass sie hinter dem Projekt stehen. Sie bringen erneut ihren Bedarf an einem multifunktionalen Saal für bis zu 400 Besucher zum Ausdruck.

Ein neuer und ansprechender Saal, welcher uns eventuell schon 2023 zur Verfügung steht, gibt uns Vereinen eine wichtige Perspektive.“

Münsinger Vereine in einem Schreiben

„Der erfolgte Meilenstein des Bauantrages sowie der mittlerweile komplett durchgeführte Abriss und die Entsorgung des Altbestands auf dem Grundstück lassen uns optimistisch in die Zukunft blicken“, schreiben die Vereinssprecher. „Ein neuer und ansprechender Saal, welcher uns eventuell schon 2023 zur Verfügung steht, gibt uns Vereinen eine wichtige Perspektive.“ Und: „Wir wollen bereits heute mit Ideen und Planungen beginnen, um dem neuen Gebäude Leben einhauchen zu können.“ tal

Gegen den Plan bereitet Kreisrat Nikolaus Mair ein Bürgerbegehren vor.

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