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Mann über Bord: Clemens Schmidbauer, Maxi Jost, Sebastian Scheiblauer und Sandra Rothhaar beim Einweisen.

15 neue Bootführer

Wenn ein Mensch im Wasser treibt: Wasserretter lernen in Münsing, was zu tun ist 

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An der Rettungsstation Schwaiblbach sind kürzlich 15 Frauen und Männer zu Motorrettungsbootführern ausgebildet worden. Sie tragen nun eine große Verantwortung.

Münsing – Knoten, Wetterkunde, Fahrmanöver: An sieben Ausbildungstagen haben sich 15 Teilnehmer aus verschiedenen Ortsgruppen der Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes jüngst in Theorie und Praxis zum Motorrettungsbootsführer ausbilden lassen. Sie hatten trotz der hohen Anforderungen jede Menge Spaß. Ausbildungsort war die Rettungsstation Schwaiblbach am Ostufer des Starnberger Sees.

In weitem Bogen klatscht der Fender auf der Wasseroberfläche auf. Normal dient der blaue, oval geformte Schwimmkörper als Puffer zwischen Boot und Anlegestelle. Nun musste er als eine Art Dummy herhalten: Er ersetzt eine im Wasser treibende Person. „Mann über Bord – steuerbord“, meldet Clemens Schmidbauer umgehend. Sebastian Scheiblauer, der eben das Boot auf den See steuern wollte, reagiert sofort. Er kuppelt den Motor aus, damit sich die Schiffsschraube von der Person im Wasser wegdreht. Zeitgleich übernimmt Maxi Jost die Aufgabe, per Handzeichen die Position des „Verunglückten“ zu verfolgen. Scheiblauer wendet und fährt schnurgerade auf die Einsatzstelle zu. Langsam und mit ausgekuppelten Motor treibt das Boot nun neben dem Opfer. „Bereit zur Aufnahme über Steuerbord.“ Schmidbauer fischt den Fender aus dem Wasser.

„Ganz wichtig ist, dass die Schraube spätestens dann, wenn sie auf gleicher Höhe mit dem Verunglückten ist, still steht“, betont Ausbilder Ingo Roeske. Denn das Risiko, dass die rotierende Schraube die im Wasser treibende Person verletzt, wäre sonst viel zu hoch.

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Zur Ausbildung zählt aber nicht nur die Rettung von Personen – insgesamt sind es neun standardisierte praktische Übungen, die die Wasserwacht trainiert. „Dazu gehört das Wenden auf engem Raum, An- und Ablegen, Schleppen oder Fahren nach Schifffahrtszeichen“, so Roeske. Seit 1995 bildet der 50-Jährige, der auch Stellvertretender Vorsitzender der Wasserwacht-Bayern-Landesleitung ist, seine Kameraden bei der Wasserrettung aus – „und mir ist noch keiner durchgefallen.“ Da entwickele er schon einen gewissen Ehrgeiz.

Die Bootsführer tragen eine große Verantwortung. „Sie müssen ihr Gefährt auch bei Sturm beherrschen und in der Lage sein, schnell Entscheidungen zu treffen. Und sie müssen gute Nerven haben. „Wir hatten einmal den Fall, dass ein Segelboot bei einem Familienausflug verunglückt ist. Aber die Eltern wollten uns ihre Kinder nicht mitgeben, weil sie die Lage als nicht gefährlich einstuften“, erinnert sich Roeske an einen Fall. Die Wasserwacht Wolfratshausen hat derzeit 34 Bootsführer, bayernweit sind es rund 3500. sh

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