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Stelen bevorzugt

Münsinger legen in Degerndorf Urnengräber an

Münsing – Feuerbestattungen werden immer beliebter. Die Gemeinde möchte deshalb auf ihrem eigenen Friedhof in Degerndorf einen Platz für Urnen einrichten.

Laut Hubert Kühn, geschäftsleitender Angestellter der Gemeinde, wünschen sich auch viele Münsinger Bürger ein Urnengrab. Die Gesellschaft verändere sich durch die Mobilität und Flexibilität in einer globalen Welt. Arbeitsplätze und damit auch Wohnsitze würden viel öfter gewechselt. „Familienbindungen sind bei weitem nicht mehr so stabil, eine kontinuierliche Grabpflege findet oft nicht mehr statt“, sagt Kühn.

Die Gemeinde möchte deshalb auf ihrem eigenen Friedhof in Degerndorf einen Platz für Urnen einrichten. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Dritten Bürgermeisters Ernst Grünwald hat bereits Angebote eingeholt. Grünwald stellte sie in der jüngsten Gemeinderatssitzung vor. Nach längerer Diskussion entschied sich das Gremium für eine Anlage der Firma Paul Wolf für rund 10 000 Euro. Wolf will vier Urnenstelen mit je drei Urnenkammern und kleinen Balkonen für individuellen Trauerschmuck kranzförmig aufstellen. Je Kammer sind zwei bis drei Urnen möglich. Die Anlage wäre bei Bedarf erweiterbar. Sie soll auf der freien Wiese im südlichen Bereich des Degerndorfer Friedhofs platziert werden.

„Das wäre auch ein schöner Blickfang“, meinte Bildhauer Grünwald. Christoph Bühring-Uhle (SPD) hätte lieber in den Boden eingelassene Urnengräber: „Die sind momentan der Renner in Grünwald.“ Ernst Grünwald gab zu bedenken, dass diese Art verschmutze. Im Winter bei Schnee würden die Grabstellen verdeckt. Auch Vize-Bürgermeister Josef Strobl, Hans Schmid (Wählergruppe Münsing) und Ursula Scriba (Bürgerliste) finden, eine Urne gehöre der Erde übergeben. Dort könne sie verrotten. Bürgermeister Michael Grasl plädierte für die Stelen: „Das wäre eine gute, dezente Lösung.“ Bei fünf Gegenstimmen wurde der Vorschlag der Arbeitsgruppe angenommen. Die Gebühren für ein Urnengrab muss die Gemeinde noch festlegen.

von Tanja Lühr

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