+
Michael Grasl. Der Bürgermeister gab zu bedenken, dass dasGebäude durch häufige Bewohnerwechsel stärker strapaziert werde als ein Vereinsheim.

Gemeinderat diskutiert über Holzbauweise und Massivbauweise

Münsinger Milchhäusl nimmt nächste Hürde

  • schließen

Soll der Neubau des ehemaligen Milchhäusels in Holzbauweise oder konventionell errichtet werden? Über diese Frage hatte der Münsinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zu entscheiden.

Münsing – Soll der Neubau des ehemaligen Milchhäusels in Holzbauweise oder konventionell errichtet werden? Über diese Frage hatte der Münsinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zu entscheiden, nachdem zuvor die Ingenieure Bernd Pillmeier und Robert Buxbaum sowie Architekt Wolfgang Adldinger über den aktuellen Planungsstand berichtet hatten. In deren Vorträgen war bereits angeklungen, dass die besondere Lage und Konstruktion des Gebäudes an der Hauptstraße eher gegen Holz als Baustoff sprechen.

Neben Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Brandschutzes erfordere die Holzbauweise „bei so einem großen Projekt einen deutlich größeren Planungsaufwand“, erläuterte Ingenieur Buxbaum. Holz biete sich bei Modulen an, ergänzte Pillmeier. Hier rate er davon ab, weil jedes Stockwerk eine andere Struktur haben soll. Gemeinderat Thomas Schurz (CSU) teilte die Bedenken. „Mit Brettsperrhölzern kann man heute alles machen. Aber wir sind noch nicht so weit, dass wir das mit dem Projekt hinkriegen“, plädierte der Zimmerermeister dafür, den Bau konventionell aufzuziehen.

Christine Mair (Wählergruppe Münsing) zählte etliche Vorteile der Holzbauweise auf wie „aktiver Klimaschutz, klimafreundlichster Baustoff, energiesparend, kurze Bauzeit, trockene Bauweise und damit weniger anfällig für Schimmel, enthält keine Schadstoffe – und die Wertschöpfungskette bleibt im Landkreis“. Er tendiere auch zu Holz, sagte Architekt Adldinger. Aber er habe sich von den Fachingenieuren überzeugen lassen, dass das in diesem Fall schwierig sei. „Es ist ökologisch nicht schlechter und auf Dauer wahrscheinlich nachhaltiger“, begründete der Architekt, warum er ebenfalls für die Massivbauweise plädiere.

Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler) gab zu bedenken, das Objekt, in dem bekanntlich zwölf Sozialwohnungen und ein Ladengeschäft entstehen sollen, werde „durch häufige Bewohnerwechsel stärker strapaziert, als ein Vereinsheim“. Die Preisdifferenz – für die Holzbauweise veranschlagte Pillmeier 3 098 321 Euro, für die konventionelle Bauweise 2 950 555 Euro – half Ernst Ramerth (Wählergruppe Holzhausen) bei der Entscheidungsfindung. „Brutto macht das rund 180 000 Euro – das sind drei Loriot-Denkmäler“, rechnete Ramerth schmunzelnd vor und sorgte für ein paar Lacher in der ernsten Runde.

(Rudi Stallein)

Schließlich fiel die Entscheidung mit zwölf zu drei Stimmen deutlich zugunsten der Massivbauweise aus. Eine Variante brachte Helge Strauß (CSU) noch ins Spiel: „Unten massiv und ab dem ersten Stock Holz oben wäre leicht zu realisieren.“ Eine horizontale Teilung sei möglich, bestätigte Pillmeier. „Ob das sinnvoll ist, müssen sie entscheiden.“ Diese Entscheidung fiel deutlich knapper aus. Mit 8:7 Stimmen sprach sich das Gremium jedoch auch hier für eine einheitlich konventionelle Bauweise aus. Sehr zur Erleichterung von Architekt Adldinger, der vorab zu bedenken gegeben hatte: „Gestalterisch ist das nicht so schön.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Der Vorverkauf läuft „phänomenal“
Günter Wagner baut das Programm des kommenden Kulturherbstes kontinuierlich aus. Der Festivalleiter sucht weitere Sponsoren.
Der Vorverkauf läuft „phänomenal“
St. Laurentius erstrahlt nach Sanierung wieder
Weihwasser, Chrisam, Weihrauch und Kerzenschein: Weihbischof Wolfgang Bischof hat den neuen Altar in der Königsdorfer Pfarrkirche geweiht. Sie erstrahlt nach der …
St. Laurentius erstrahlt nach Sanierung wieder
Schlägerei am Rosenweg
Eine wüste Schlägerei hat sich am Freitagnachmittag am Rosenweg auf offener Straße ereignet. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.
Schlägerei am Rosenweg
Unfallflucht: Nummernschild vergessen 
Münsing - Reichlich ungeschickt hat sich ein Bernrieder (74) in der Nacht auf Sonntag auf der Autobahn angestellt. Nach der Kollision mit einer Leitplanke trat er die …
Unfallflucht: Nummernschild vergessen 

Kommentare