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Umsteigen bitte: Am Dorfplatz in Münsing wechseln viele Schüler in einen anderen Bus. Eine einzige Linie für die Gymnasien im Umkreis, wie sie sich Annette Binder (li.) und Nina Wendt wünschen, würde Entspannung bringen. 

Schneller zum Unterricht

Münsinger Mütter fordern eine Buslinie für alle Gymnasien

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Nina Wendt und Annette Binder finden, dass die Münsinger Schüler viel schneller und direkter zu den Gymnasien kommen sollten. Sie haben sehr konkrete Vorschläge. 

Münsing – Nina Wendt und Annette Binder haben sich schon einmal für die Verbesserung einer Busverbindung stark gemacht, nämlich den 373er Mittagsbus von Wolfratshausen über Münsing nach Ambach. 2014 forderten sie, dass für Kinder, Jugendliche und Senioren ein zusätzlicher Kurs mit Hin- und Rückfahrt eingesetzt wird. Gemeinde und Kreistag willigten ein. Nach einem einjährigen Versuch wurde der reguläre Betrieb aufgenommen – mit Erfolg.

Jetzt melden sich die beiden Münsinger Mütter wieder zu Wort. Gemeinsam mit Ursula Scriba, für deren Bürgerliste sie kandidieren, plädieren sie für eine große Lösung. Nach ihrem Willen soll eine Linie alle Gymnasien im Umkreis miteinander verbinden, nämlich das in Kempfenhausen, das Gymnasium in Icking sowie das Kloster Schäftlarn. „Das wäre die beste Lösung, um vom Individualverkehr wegzukommen“, erklärt Nina Wendt, die sich auch schon für die Geschwindigkeitsanzeige an der Hauptstraße in Holzhausen eingesetzt hat.

Wendt selbst fände es am allerbesten, wenn sich ihre Kinder, die beide auf das Gymnasium Kempfenhausen gehen, voll und ganz auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verlassen könnten. „Aber die Anschlüsse beim Umsteigen sind oft nicht gewährleistet.“ Münsinger Eltern kämen nicht umhin, immer wieder Fahrgemeinschaften zu bilden, um ihren Nachwuchs in die Schule zu bringen oder von dort zu holen. Wendt: „Spontanität ist bei uns absolut gefordert. Wir sind leidgeprüft.“

Ähnlich ergeht es der Ammerlanderin Annette Binder, von der zwei Kinder auf das Gymnasium Icking gehen und eines nach Schäftlarn. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass wegen der langen und komplizierten Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln die meisten Eltern ihre Kinder mit dem Auto nach Schäftlarn bringen. „Das sollte man verbessern“, sagt sie. Eine Herausforderung, denn: Die Schulen liegen in drei verschiedenen Landkreisen, die sich auf eine gemeinsame Lösung verständigen müssen.

Einen solchen durchgehenden Bus der Linie 974/961 gibt es bereits, aber nur am Nachmittag (Abfahrt Kloster Schäftlarn 16.52 Uhr, Ankunft in Ammerland 17.39 Uhr). Die Idee der beiden Mütter: Diesen Bus am Freitag von 16.52 auf 14 Uhr vorverlegen, da am Freitag fast alle Schüler vom Nachmittagsunterricht befreit sind. „Die bisherige Verbindung um 14 Uhr dauert 80 Minuten, daher müssen die meisten Schüler von ihren Eltern abgeholt werden“, so Binder-Emrich.

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Nach Recherchen der Münsinger Mütter betrifft die aktuelle Situation viele Eltern und Kinder. Das Kloster Schäftlarn besuchen 31 Schüler aus der Gemeinde Münsing, 27 aus Berg und 35 aus Icking. Auf das Rilke-Gymnasium gehen 19 Schüler aus Münsing. Ihr Vorschlag: „Auch die Schüler des Günther-Stöhr-Gymnasiums könnten diesen Bus nutzen, sodass eine volle Auslastung gewährleistet ist.“

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Außerdem wünschen sich die Initiatorinnen eine deutliche Verbesserung der Linie 373. Konkret: einen Stundentakt und einen verbesserten Anschluss an die S7 in Wolfratshausen. „Bisher fahren lediglich fünf Busse am Tag. Das ist zu wenig“, sagt Wendt. An Sonn- und Feiertagen gebe es überhaupt keine Möglichkeit, öffentlich von der Loisachstadt nach Münsing zu kommen. „Bei einer Entfernung von sieben Kilometern zwischen einem Ort mit fast 5000 Einwohnern und der Stadt Wolfratshausen mit 20 000 Einwohnern sind weit mehr Verbindungen möglich.“

Ursula Scriba unterstützt die Forderungen der Eltern. „Die Umsetzung würde helfen, das Leben für uns alle energiesparender und zukunftsorientierte zu gestalten“, erklärt sie.

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