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Auf die Plätze, fertig, los: In der Münsinger Naturarena "Hertawies" finden in diesen Tagen die Probeläufe fürs Ochsenrennen am kommenden Sonntag statt.

Probeläufe auf der Hertawies

Münsinger Ochsenrennen: So war der Trainingslauf

Münsing- Die Vorbereitungen auf das sechste Münsinger Ochsenrennen am kommenden Sonntag laufen. Unsere Zeitung war bei einem Trainingsabend in der Naturarena auf der „Hertawies“ dabei.

Nomen est omen? Nicht immer. Napoleon, ein stattliches Fleckvieh, weigert sich partout, die Startbox zu betreten. „Der hat panische Angst vor dem Ding“, sagt sein Besitzer Alois Bernlochner. Mit viel gutem Zureden und einem Eimer Kraftfutter vor der Nase gelingt es Bernlochner und Jockey Franz Schaller schließlich mit vereinten Kräften doch, den sturen Burschen mit dem hochtrabenden Namen in Position zu bringen. Seite an Seite mit Beppo, Simal, Anderl, King Louie und Ringo wartet Napoleon nun auf das Kommando zum Losrennen.

Die Jockeys Kirsten Kailer, Andreas Hohenadl, Simon Ritzl, Amelie Bernlochner und Leonhard Maxl steigen von Strohballen aus auf die Rücken der Ochsen, zurren ihnen die Brustgurte, die der Degerndorfer Sattlermeister Winfried Svejkovsky eigens angefertigt hat, enger und halten sich an den beiden Riemen fest. Die Absperrbalken fallen, mit Galoppsprüngen schießen die kastrierten Bullen aus den Boxen.

Beppo bockt nach nur wenigen Metern und wirft Kirsten Kailer ab. Die mit 44 Jahren älteste Rennteilnehmerin findet sich auf dem harten Boden der Tatsachen wieder. Nur haarscharf trampelt Napoleon an ihr vorbei, streift sie mit einem Huf an der Seite. Die Erzieherin und Heilerin zeigt anschließend eine unschöne Schürfwunde am Bauch und reibt sich die verletzte Hand.

Die dramatische Szene macht deutlich: Das Ochsenrennen ist nicht bloß eine Gaudi. Auch wenn kaum ein Hausrind absichtlich auf einen Menschen treten würde und die Veranstalter größten Wert darauf legen, dass nur brave Tiere mitmachen, sind Unfälle eben doch nicht ausgeschlossen. Ob die gebürtige Hessin Kailer am kommenden Sonntag beim Rennen antreten kann, ist noch ungewiss.

Die zahlreichen Zuschauer hinter der Abzäunung versuchen, ihren Favoriten schon bei den Probeläufen auszumachen. „Wir werden auf Beppo setzen, weil wir auf dem Hof von seinem Eigentümer Josef Strobl Urlaub machen“, sagen Martina und Robert Wallner aus Bönnigheim in Schwaben. Jakob Mair, der mit Braunvieh Bonzo antritt, gibt den Tipp, dass Fleckvieh in der Regel weniger temperamentvoll sei als die anderen Rassen. „Aber Ausnahmen gibt’s freilich“, räumt der Landwirt ein.

Auch wenn die Jockeys von jetzt an jeden Abend trainieren, um die Tiere an die Umgebung und den Ablauf des Rennens zu gewöhnen, werden die Karten am Sonntag ab 14 Uhr ganz neu gemischt.

Bilder: Training fürs Münsinger Ochsenrennen

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