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Die Holzhauser Straße.

Kampf um ein Straßenidyll

Münsinger will Begradigung einer Straße verhindern

Münsing – Eigentlich wird immer wegen des schlechten Straßenzustans protestiert. In Münsing ist es anders herum: Der Schauspieler Thomas Darchinger will eine Begradigung der Holzhauser Straße verhindern

Der in Münsing lebende Schauspieler und Kabarettist Thomas Darchinger („Löwengrube“, „Der Bulle von Tölz“, „Tatort“) beklagt, dass „eine der schönsten, idyllischsten Straßen der Region von jeglichem Charme befreit werden soll“. Gemeint ist die Staatsstraße 2065 zwischen Münsing und Holzhausen. Das Staatliche Bauamt in Weilheim hatte mit Zustimmung der Gemeinde beschlossen, die Straße von jetzt 5,50 auf 6,50 Meter zu verbreitern und dabei gleichzeitig gefährliche Stellen zu entschärfen. Der zusätzliche Meter wird für neue Bankette und eine Entwässerung benötigt, die bisher fehlt.

Thomas Darchinger aus Münsing

Dagegen begehrt der Künstler auf. „Mit mir sind viele Anwohner der Gemeinde Münsing der Meinung, dass es ganz schrecklich wäre, wenn der vorgesehene Ausbau wirklich zustande käme“, schreibt Darchinger in einer E-Mail an unsere Zeitung. Selbst viele Münchner würden alleine schon wegen dieser wunderschönen Straße so gerne an den Starnberger See hinausfahren. Jetzt solle sie begradigt, verbreitert und eingeflacht werden, ganz nach dem Vorbild der „schrecklich missratenen neuen Straße von Münsing nach Weipertshausen“. Nach Meinung Darchingers (52), der seit zwei Jahren in Holzhausen lebt, bräuchte die Strecke lediglich einen neuen Belag.
 
Das Staatliche Bauamt in Weilheim sieht das ein bisschen anders. Die für den Landkreis zuständige Sachbearbeiterin Christine Volkmer begründete den Ausbau seinerzeit in einer Pressemitteilung mit der Verkehrssicherheit. Die Straße sei mit ihren vielen Rissen, Flickstellen und Kurven sehr gefährlich. Darüber hinaus seien die Bankette zu schmal und nicht standfest. Weitere Mängel seien, dass das Wasser nicht richtig abfließe und dass die Linienführung nicht mehr den Erfordernissen des heutigen Straßenverkehrs gerecht werde. All das lasse sich nicht mit einem einfachen Deckenbau oder einer Oberbauverstärkung beheben.

Dass einige Kurven abgemildert und unübersichtliche Kuppen leicht abgetragen werden sollen, sieht Thomas Darchinger eher als Aufforderung zur Raserei denn als Sicherheitsmaßnahme. Eine begradigte, breitere Fahrbahn würde den von der Gemeinde eben gerade nicht gewünschten Schwerlastverkehr auf der Strecke verstärken, fürchtet der Schauspieler.

Eine Befürchtung, der der Münsinger Bürgermeister entgegentritt. „Kein Mensch will hier eine Rennstrecke“, betont Michael Grasl. Das Staatliche Bauamt Weilheim lasse die Staatsstraße im Auftrag des Freistaats lediglich „bestandsorientiert sanieren“, das heißt, mit Banketten und einer Entwässerung versehen und „an ein paar Stellen entschärfen“. Die Gemeinde unterstütze dies. Den Schwerlastverkehr wolle sie auf Dauer durch eine optimierte Beschilderung umleiten. Grasl: „Ein Gesamtverkehrskonzept für Münsing haben wir heuer auf der Agenda.“

Der Bürgermeister bedauert, dass es beim Thema Straßen immer zwei Lager gebe: Die einen würden sich über „Schlaglochpisten“ beschweren. Die anderen seien gegen jeden Ausbau. Das gelte auch für die Verbindungsstrecke Münsing-Degerndorf, die ebenfalls erneuert werden soll. Sowohl bei der Staats- als auch bei der Kreisstraße seien die Grundstücksverhandlungen noch nicht abgeschlossen, der Baubeginn steht noch nicht fest.

tal

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