Münsings Bürgermeister Michael Grasl vor der Baustelle des Neuen Rathauses.
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Hier entsteht das neue Bürgerhaus mit Rathaus: Münsings Bürgermeister Michael Grasl vor der Großbaustelle.

„Akzeptieren von Mehrheitsentscheidungen wünschenswert“

Münsings Bürgermeister Michael Grasl reagiert auf Kritik am Bürgerhaus

Ist das Bürgerhaus mit Rathaus „eine Nummer zu groß“ für Münsing? Auf die entsprechende Kritik eines Münsingers reagiert Bürgermeister Michael Grasl verärgert.

Münsing – „Den Bürgern wurde und wird kein Bürgerhaus mit monströser Tiefgarage vorgesetzt oder aufgezwungen.“ Verärgert reagiert Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler) in einer Pressemitteilung auf den Leserbrief des Münsingers Klaus Mair, der kritisiert, dass das neue Bürgerhaus mit Rathaus für rund 21 Millionen Euro „eine Nummer zu groß“ für die Gemeinde sei.

Grasl erinnert daran, dass das Projekt vom Gemeinderat vor drei Jahren anfangs einstimmig in dieser Größe ausgelobt worden sei. Bedarf und Wünsche seien im Vorfeld von Vereinsvertretern, Agendagruppen und Bürgern abgefragt worden. Bei der Präsentation des Wettbewerbs 2018 seien alle dabei gewesen.

Mair befürchtet, die Gemeinde werde sich finanziell auch mit dem Betrieb des Bürgerhauses übernehmen, zumal die Nutzung des Saals und der Räume wahrscheinlich aus Lärmschutzgründen stark eingeschränkt sein werde. Grasl erwidert darauf, dass bereits jetzt jede Veranstaltung im Gemeindesaal bezuschusst werde. „Die unterstellte eingeschränkte Nutzung ist eine bisher nicht bestätigte These oder sogar der Wunsch, dem Projekt den Boden zu entziehen“, schreibt der Rathauschef. Der Veranstaltungssaal sei für Burschenvereinsfeste und Faschingsfeiern, für Konzerte, Ausstellungen, Basare, Tagungen, Vorträge und vieles mehr ausgelegt. Grasl: „Da dürfte ja in keiner Ortsmitte mehr ein Saal oder Lokal betrieben werden.“ Münsing habe aktuell die geringsten Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuern im Landkreis. Es sei viel investiert worden in den vergangenen Jahren, und trotzdem habe man hohe Rücklagen geschaffen. Die Anpassung von Steuern werde auch aus anderen Gründen ein Zukunftsthema sein – nicht nur wegen des Neubaus.

Rathauschef Grasl erinnert daran, dass der Gemeinderat alle weiteren Projekte in einer Klausur beleuchtet habe und zum Schluss gekommen sei, dass sie mittelfristig auch bei Realisierung des Bürgerhauses umsetzbar seien. Wenn Mair fordere, den jetzigen Gemeindesaal zu sanieren, blende er die Tatsache aus, dass dieser ähnlich viele Menschen aufnehme wie der geplante neue Saal. Grasl fragt sich: „Will Münsing die nächsten Jahrzehnte weiterhin einen niedrigen Saal unter einer Turnhalle mit Säulen in der Mitte, der keine zeitgemäße Adresse für die kulturelle und soziale Entwicklung darstellt?“ Eine Sanierung würde hier ebenso in die Millionen gehen. All das habe der Gemeinderat in einem langen Prozess abgewogen und mehrfach beschlossen. „Das Akzeptieren von Mehrheitsentscheidungen wäre in einer Demokratie wünschenswert.“  tal

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