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Die Seeburg in Allmannshausen ist eine von zwei Stationen, wo die Wolfratshauser Wasserwacht Dienst tut. Über die Arbeit der Retter informierte sich vor wenigen Tagen die Unternehmervereinigung vor Ort.

Sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag

Die Unternehmervereinigung besucht die Wasserwacht

Münsing/Wolfratshausen – Die Wasserwacht hat eine neue Hütte. Am Schwaiblbach werden sie künftig über das Treiben auf dem Wasser beobachten. Grund genug für die Unternehmervereinigung sie zu besuchen.

Über die neue Wachhütte am Schwaiblbach im Erholungsgelände Ambach informierten sich die Mitglieder der Unternehmervereinigung Wirtschaftsraum Wolfratshausen (UWW) am Dienstag bei der Wasserwacht Wolfratshausen. Dass die moderne Station in dem Strandbad am Starnberger See mit bis zu 10 000 Badegästen an schönen Tagen dringend nötig ist, wusste die UWW schon vor dem Vortrag des Wasserwacht-Vorsitzenden Ingo Roeske. Der UWW-Vorsitzende Christian von Stülpnagel überreichte gleich zu Beginn des Treffens an der zweiten Wachstation der Wasserwacht, der „Seeburg“ in Allmannshausen, einen Scheck in Höhe von 1000 Euro für die Innenausstattung am Schwaiblbach. Weitere 1000 Euro sagten Mitglieder spontan zu, nachdem sie von Roeske gehört hatten, was die Wasserwacht Wolfratshausen alles ehrenamtlich leistet.


Der UWW-Vorsitzende Christian von Stülpnagel überreichte einen Scheck in Höhe von 1000 Euro.


Am Vormittag dieses Dienstags wurde der erste Spatenstich für die neue Wasserrettungsstation getan. Der 350 000 Euro teure Bau wird vom Erholungsflächenverein München finanziert. Ihm gehört das 14 Hektar große, öffentliche Strandbad. Die Innenausstattung in Höhe von voraussichtlich 100 000 Euro muss die Wasserwacht aus Spenden und Zuwendungen, etwa von der Dachorganisation Bayerisches Rotes Kreuz (BRK), selbst bezahlen.

Die alte Holzhütte von 1974 ist bereits abgerissen. An ihrer Stelle wird nun das neue Haus in Steinbauweise errichtet. Für die Wachsaison 2016 wollen Roeske und seine Mannschaft ein Zelt aufbauen. Mit Booten helfen das Team von der Seeburg und die Ammerlander Wasserwacht aus. Richtfest für das neue Domizil soll im Juli sein, Einzugstermin im Juni 2016. „Die Station wird nach modernsten Standards gebaut“, sagte Ingo Roeske und zeigte Pläne von dem rund 28 Meter langen, längs zum See stehenden Gebäude.

Dass es fast doppelt so groß wie der Vorgänger sei, liege an den zahlreichen Verordnungen und Auflagen, erklärte der Wasserwacht-Chef. Die Station sei funktional wie ein Feuerwehrhaus aufgebaut, mit Umkleiden und Duschen, einem Funk- und Einsatzleitraum, einem Aufenthalts- und Schulungsraum, einem Sanitätszimmer, Lager und Bootsgarage.

Das Herzstück ist das „Aquarium“, der zum See hin komplett verglaste Wachraum.

Das Herzstück ist das „Aquarium“, der zum See hin komplett verglaste Wachraum. „Wir müssen den gesamten See überblicken, weil wir am Schwaiblbach anders als an der Seeburg keine Rettungsstation gegenüber am Westufer haben“, berichtete Roeske. Wichtig ist dem Eurasburger auch der große Schulungsraum. Unter den aktuell 80 Aktiven befinden sich Wasserretter, Rettungstaucher, Luftretter, Bootsführer und Einsatzleiter – das alles erfordert eine gründliche Ausbildung. Regelmäßig werden Sanitätskurse und Auffrischungen abgehalten.

Die Wolfratshauser Ortsgruppe der Wasserwacht, eine von acht im Landkreis, besteht seit 68 Jahren. Die Ehrenamtlichen betreuen neben den beiden Wachstationen am Starnberger See mobil auch die Isar und die Seen in der Umgebung. Zu ihren Aufgaben gehören außerdem der Schwimmunterricht – im Jahr 2015 brachten sie unter anderem vier unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen das Schwimmen bei –, die Information an Schulen und Kindergärten sowie der Umwelt- und Naturschutz. „Wir sind an sieben Tagen die Woche 24 Stunden ohne Bezahlung einsatzbereit, auch wenn unsere beiden Stationen nicht besetzt sind“, betonte Roeske. Dieses große Engagement der Mitglieder müsse belohnt werden. Deshalb dürften die Wachhabenden ihre Familien mit zur Station bringen. Wenn es abends ruhig sei, werde auch einmal gemeinsam gegrillt.

Manche Strandbad-Besucher klopfen dumme Sprüche.

Dass manche Strandbad-Besucher darauf mit Neid und dummen Sprüchen reagieren und dass den Wasserrettern beim Bau der Hütte von den Behörden und dem Münsinger Gemeinderat jede Menge Steine in den Weg gelegt wurden, ärgert Roeske zwar, doch davon lässt sich der Vorsitzende nicht die Vorfreude auf das neue Wachgebäude verderben.

von Tanja Lühr

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