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Machten gemeinsame Sache: die Hip-Hopper der Band Blumentopf und die Musikkapelle Münsing

"Ein Wahnsinnsgefühl"

Musikkapelle Münsing begleitet Band Blumentopf

Münsing - „Das war ein Wahnsinnsgefühl – einmal vor 7000 Leuten zu spielen“: Das sagt Michael Huber, Vorsitzender der Musikkapelle Münsing (MKM). Die Kapelle durfte die deutsche Hip-Hop-Band Blumentopf,  bei ihrer Abschiedstournee begleiten.

Eine kleine Besetzung – bestehend aus zwölf Münsinger Musikanten – war Anfang Oktober nach Hamburg und Köln gereist und trat Ende desselben Monats zweimal zusammen mit den Hip-Hoppern im Münchner Zenith auf.  2011 hatte die MKM zusammen mit den Jungs von Blumentopf das Mini-Album „Wir“ mit sechs Stücken aufgenommen. Dirigent Michael Kavelar hatte die Noten Popmusik-tauglich umgeschrieben. Seitdem hielten die Freisinger mit den Münsingern lockeren Kontakt. Zuletzt traten die „Töpfe“, wie ihre Fans sie nennen, in der Region 2012 beim Ammerlander Seefest auf.

Der Song „Fenster zum Berg“ war die Überraschung bei den Abschiedskonzerten. Die ersten paar Takte stimmten die Münsinger hinter dem Vorhang an. Dann fiel er – und die zwölf Musikanten in der Tracht mit ihren Tubas, Trompeten und Trommeln standen im Scheinwerferlicht. „Den Jubel werde ich nie vergessen“, schwärmt Huber. Das Publikum im Norden Deutschlands sei genauso abgefahren auf die Kombination aus Rap und Blasmusik wie die Münchner Fans. Als Zugabe gab’s einen klassischen Marsch. Vier Musiker aus der Seegemeinde durften außerdem noch einmal beim Stück „Rave on“ mit auf die große Bühne.

Viel Aufwand für drei Kurzdarbietungen, wenn man die Anreise mit dem Zug nach Hamburg und Köln, die Übernachtung im Hotel, die Urlaubstage, die die berufstätigen Hobbymusiker nehmen mussten, bedenkt. Den Teilnehmern war’s das aber auf jeden Fall wert. Wann hat man als traditionelle Dorfmusi schon mal die Gelegenheit, vor 4000 (Kölner Palladium), 6500 (Münchner Zenith) oder 7000 Zuhörern (Hamburger Sporthalle) aufzuspielen?

Beeindruckt hat Michael Huber, mit welcher Professionalität so ein Konzert abläuft: „Da gibt’s für alles einen Manager – für die Show, die Beleuchtung, die Tontechnik.“ Während die Mitglieder der mehrfach ausgezeichneten Kapelle vom Starnberger See für ihre Auftritte alles selber aufbauen müssen, brauchten sie für ihr Gastspiel bei den „Töpfen“ einfach nur loszulegen. Nach ihrer Einlage konnten sie das Konzert und die Atmosphäre genießen. Besonders in München war letztere sehr familiär. Clubbesitzer, treue Fans und Wegbegleiter der vier Rapper Cajus Heinzmann, Bernhard Wunderlich, Florian Schuster und Roger Manglus sowie DJ Sebastian Weiss erwiesen Blumentopf zum letzten Mal die Ehre. Nach 23 gemeinsamen Jahren hat die Gruppe beschlossen, sich aufzulösen.

Ob die Münsinger noch einmal mit einer Popgruppe gemeinsame Sache machen, hängt für Michael Huber ganz stark von der Chemie ab: „Zwischen Blumentopf und uns hat die einfach von Anfang an gestimmt. Die haben uns als gleichwertige Musiker betrachtet. Das war eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.“ Um für die Abschlusskonzerte zu proben, seien die „Töpfe“ extra nach Münsing gekommen. Ganz selbstverständlich sei die MKM in München zur After-Show-Party in den Club „Milla“ mit rund 200 weiteren Gästen eingeladen worden. Man fällt zwar in der Landeshauptstadt nicht so sehr auf in Lederhosen wie in Hamburg, aber die Münsinger Männer gemischten Alters waren doch ein Hingucker. „Vor Groupies mussten wir uns aber nicht in Acht nehmen“, sagt der junge Michael Huber und lacht. Trotz der Berühmtheit von Blumentopf sei alles „relativ leger und normal“ abgelaufen. Für die Musikkapelle Münsing war die Teilnahme an den Konzerten „sicher ein Höhepunkt in diesem Jahr“, stellt der Vorsitzende fest.

tal

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