Bill Cosby im Missbrauchsprozess schuldig gesprochen

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Streitobjekt Milchhäusl: Der Alternativvorschlag von Anwohnern für einen Neubau fiel im Gemeinderat durch.

Gemeinderat

Neue Runde im Milchhäusl-Streit

Was wird aus dem ehemaligen Milchhäusl? Die Anwohner haben ihren eigenen Entwurf präsentiert. Der Gemeinderat lehnte ihn nun mit 9:7 Stimmen ab.

Münsing – Die Pläne der Gemeinde für das ehemalige Milchhäusl an der Hauptstraße stehen kurz vor der Genehmigung durch das Landratsamt. Da präsentieren die Nachbarsfamilien Bartl, Duckworth-Queckbörner und Jochner dem Gemeinderat einen eigenen Entwurf. Sieben Räte wären am Dienstag bereit gewesen, über den Alternativvorschlag in der nächsten Sitzung ausführlich zu beraten und abzustimmen. Neun lehnten es ab, ihn weiter zu verfolgen. Somit bleibt es bei der Planung der Gemeinde, die das Wolfratshauser Architekturbüro Adlinger erstellt hat.

Wie berichtet wird das alte Milchhäusl, das die Gemeinde der Milchgenossenschaft abgekauft hat, abgerissen. An seiner Stelle ist ein längliches, zur Hauptstraße hin traufständiges Haus geplant, dem sich ein giebelständiger Querbau, der sich nach hinten zur Bachstraße erstreckt, anschließt. Zwölf Sozialwohnungen und ein Laden sollen in dem Neubau entstehen.

Verschattung der Häuser

Die Nachbarn aus der Bachstraße beklagen die Verschattung ihrer Häuser und die Zufahrt zur Tiefgarage über ihre Straße. Die künftigen Bewohner könnten ihnen vom Laubengang aus direkt ins Wohnzimmer schauen, sagt das Ehepaar Duckworth-Queckbörner.

Der Gegenentwurf der Anwohner sieht ein über 40 Meter langes Gebäude an der Hauptstraße vor, gut zwei Meter niedriger als das von Wolfgang Adlinger, ohne Querbau, mit asymmetrischem Giebel. Die Anzahl an Sozialwohnungen, die dem Gemeinderat immer wichtig war, bliebe erhalten.

Wolfgang Adldinger hat die Skizze laut Bauamtsleiter Stephan Lanzinger überflogen und als „machbar“ eingestuft. Für Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler) kommt der Vorstoß der Nachbarn reichlich spät. Er könne weitere Planungskosten und eine zeitliche Verzögerung des Projekts nicht vertreten, erklärte er. „Wir haben monatelang über Varianten gesprochen“, so Grasl. Er bezeichnet die Atmosphäre zwischen Anwohnern und Gemeinde als „emotional angespannt“ und stimmte dagegen, jetzt einen Schritt zurück zu gehen, indem man neu plant.

Vorhaben schnell in die Wege leiten

Dieser Meinung schlossen sich Regina Reitenhardt (Wählergruppe Münsing) und Ernst Grünwald (Wählergruppe Ammerland) an. Die Sozialreferentin erinnert der Entwurf an einen „60er-Jahre Sozialbau“. Der Gemeinderat habe sich für den mehrfach im Interesse der Anwohner nachgebesserten Adldinger-Entwurf entschieden. Man sollte das für Münsing dringend notwendige Vorhaben jetzt schnell in die Wege leiten. Thomas Schurz (CSU) sprach von „Schachtelarchitektur“. Die drei geplanten Nord-Wohnungen würden „überhaupt nicht gehen.“

Für den Anwohnervorschlag stimmte Professor Matthias Richter-Turtur (Wählergruppe Ammerland). Planungskosten und Zeit dürften nicht wichtiger sein als die Anliegen der Nachbarn und das Ortsbild. „Das ist doch mal ein positives Beispiel für Bürgerbeteiligung“, findet Richter-Turtur. Auch Ursula Scriba (Bürgerliste) hätte der „lange, ruhige Baukörper“ überzeugt. Christine Mair (Wählergruppe Münsing) meinte, die Nord-Wohnungen müsste man eben umplanen.

Frustriert über die knappe Niederlage verließen die Anwohner den Sitzungssaal. Laut Helen Duckworth-Queckbörner denken sie nach wie vor über eine Klage gegen das Vorhaben nach.

Tanja Lühr

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