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Menschenmassen in Münsing: An die 15 000 Schaulustige kamen am Sonntag in die Seegemeinde, um mitzuerleben, welcher Ochse das Rennen macht. Dass dieses Großereignis völlig problemlos über die Bühne ging, ist einer ausgefeilten Logistik zu verdanken.

Eine logistische Meisterleistung

Ochsenrennen: Siegesfeier bis in die Morgenstunden

Münsing – Freude über ein unfallfreies Ochsenrennen, Stolz auf den gewaltigen Zuspruch, aber auch ein bisschen Ärger über unvernünftige Verkehrsteilnehmer: Das ist die Stimmungslage in Münsing nach dem großen Rennen am Sonntag.

Freude und Erleichterung herrschen bei den Veranstaltern, den Mitgliedern des Vereins „D’ Ochserer“, die am Montag trotz heftigen Regens alle fleißig beim Zeltabbau geholfen haben. Die Organisatoren sind froh, dass es weder beim Festzug und Rennen noch bei der viertägigen Feier zu irgendwelchen Unfällen gekommen ist. Der Sieger Michael Pfatrisch wurde laut Pressesprecherin Amelie Bernlochner noch bis in die Morgenstunden gefeiert.

Stolz ist Bürgermeister Michael Grasl. Zunächst auf Thomas Sellmeier, der das Sicherheitskonzept erarbeitet und mit den Feuerwehren umgesetzt hat. Auch auf die Wolfratshauser Polizei, die freundlich und souverän aufgetreten ist. Vor allem aber auf die jungen Burschen und Madln von den Ochserern und vom Burschenverein, die mit viel Aufwand und Köpfchen ein tolles Programm auf die Beine gestellt haben. „Feste wie das Ochsenrennen stärken den Zusammenhalt im Dorf“, sagt der Bürgermeister. Das sei ihm noch wichtiger als die Außenwirkung, die eine so rundum gelungene Gaudi natürlich für die Tourismusgemeinde habe. „Ich hatte selbst Gäste aus unserer Partnergemeinde Todtnauberg im Schwarzwald zu Besuch. Sie waren genauso begeistert wie alle anderen, mit denen ich geredet habe.“

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Ein kleiner Wermutstropfen war der kurzfristige Ausfall zweier Ochsen. Anderl erwies sich wie berichtet als zu nervös am Renntag. Bei Charly Brown stellte Amtstierarzt Dr. Georg Unterholzner eine leichte Verletzung am Bein fest, so dass er von der Teilnahme am Lauf abriet. Dass Anderl während des Rennens in einem Anhänger untergebracht war, rief eine Gruppe der Tierschützer „Animals United München“ auf den Plan. Sie demonstrierten, von der Gemeinde und vom Landratsamt genehmigt, mit Flyern und Plakaten vor Ort gegen die Veranstaltung. Unterholzner stellte jedoch fest, dass der Hänger gut belüftet war und dass Anderl keinerlei Symptome einer Überhitzung zeigte. Insgesamt sei kein Tier unnötigem Stress ausgesetzt gewesen, betont der Veterinär des Landratsamts: „Die Ochsen haben nach den Renndurchgängen wiedergekäut. Das ist ein Zeichen, dass sie sich wohlfühlen.“ Er könne zu allem stehen, was er genehmigt habe, sagt Unterholzner.

Mit leichter Verärgerung blickt indes Thomas Sellmeier, Mitarbeiter der Staatlichen Feuerwehrschule in Geretsried und Kommandant der Münsinger Feuerwehr, auf den Sonntag zurück. Er hat sich bei der Ausarbeitung des Sicherheits- und Verkehrskonzepts viele Gedanken gemacht. „Leider gibt es immer wieder Unvernünftige, die eine Planung über den Haufen werfen“, bedauert er. Kurzfristig habe sich ein Acker, der als Parkplatz gedacht war, als nicht geeignet erwiesen. Ein neuer Parkplatz südlich der Attenkamer Straße sei eingerichtet worden. Manche Autofahrer hätten das nicht eingesehen. Sie seien kreuz und quer über Wiesen gefahren, manche hätten die Einbahnstraßenregelung auf der Holzhauser Straße ignoriert, so dass es bei der Abreise zu vermeidbaren Staus gekommen sei. „Es ist schon bedenklich, wenn unsere Leute nicht mal die Chance haben, den Verkehr zu leiten, weil immer jemand ausschert“, sagt Sellmeier.

Werner Resenberger, Leiter der Wolfratshauser Polizeiinspektion, bestätigt, dass es einige Ausreißer gab: „Unbelehrbare sind leider überall zu finden.“ So hätten viele Fahrer ihr Auto entlang der Straße zwischen der Autobahnausfahrt und dem Ortsbeginn abgestellt und seien zu Fuß gegangen, anstatt ein paar Minuten im Stau zu stehen und die regulären Parkplätze anzusteuern. Dennoch spricht Resenberger von einer „logistischen Meisterleistung“. Man müsse heilfroh sein, dass bei 15 000 Besuchern nichts passiert und das Großereignis völlig problemlos über die Bühne gegangen sei.

von Tanja Lühr

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