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Launiger Appell an Hundebesitzer: Susanne Huber mit Hund Lea sowie Fritz Wagner und Simone Klenner ste llten am Mittwoch in St. Heinrich ihre „Hundekakaschilder“ vor. 

Gegen den Dreck

Originell und bairisch: So will Münsing das Hundehaufen-Problem lösen

Eins ist sicher: Man bleibt stehen vor diesen Schildern und liest, was darauf steht. Die Tourismus Münsing Interessengemeinschaft (IG) hat – vorerst nur – in St. Heinrich fünf originell gestaltete Ermahnungen an Hundehalter angebracht.

St. Heinrich – Ein Typ mit Schweinskopf und Ringelschwänzchen führt seinen Bello an der Leine spazieren. Der Weg hinter ihm ist gepflastert mit Kothäufchen und Kotbeuteln. „Wenn der Mensch den Dreck seines Hundes nicht wegräumt, dann ist nicht der Hund die Sau“, würde die Überschrift zu dieser Zeichnung auf Hochdeutsch lauten. Doch der Ambacher Grafiker Fritz Wagner hat sich etwas viel Witzigeres einfallen lassen. Er packt die Botschaft in einen Satz in derbstem Bairisch ohne Leerzeichen, Punkt und Komma – ein garantierter Hingucker, weil man den Sinn entziffern möchte.

Hundekakaschilder als humorvoller Appell

Wagner hat bereits ähnliche Schilder für das Erholungsgelände Ambach angefertigt. Sie appellieren ebenso humorvoll an die Besucher, ihren Müll nicht einfach herumliegen zu lassen. Susanne Huber, Vorsitzende der Tourismus Münsing IG, und Mitglied Simone Klenner, beide Hundebesitzerinnen, hatten die Idee zu den „Hundekakaschildern“, wie sie die Taferln nennen. 

Wenn Huber mit ihrer Leonberger-Berner-Sennenhündin Lea auf dem Fuß- und Radweg entlang des Starnberger Sees in St. Heinrich spazieren geht, fallen ihr jedes Mal die unzähligen Hinterlassenschaften anderer Hunde auf. Meist sind sie zumindest in Kotbeutel verpackt, die dann aber nicht entsorgt, sondern achtlos ins Gebüsch geworfen wurden. Dasselbe unschöne Bild auf den Wiesen rund um Hubers Campingplatz „Beim Fischer“ an der Buchscharnstraße. Deshalb bat die Tourismusverband-Chefin den Grafiker Fritz Wagner, ein paar kreative Schilder zu entwerfen.

Drei Motive erinnern an drei Probleme

Die drei Motive, die dabei herausgekommen sind, erinnern an dreierlei Probleme mit dem Hundekot. Erstens stören die Haufen natürlich optisch und olfaktorisch. Zweitens brauchen die Plastikbeutelchen, in die sie verpackt werden, zirka 1000 Jahre, bis sie verrottet sind. „In Zeiten, in denen jeder von Mikroplastik redet, sollte das zu denken geben“, findet Huber. Drittens enthalten Hundeexkremente unter Umständen gefährliche Parasiten. Gelangen diese über das gemähte Gras ins Viehfutter, können die Kühe lebenslang erkranken.

Simone Klenner findet es nicht zu viel verlangt, die Hinterlassenschaften seines Lieblings wegzuräumen und den Beutel zu Hause in der Restmülltonne zu entsorgen. Denn, so räumt Susanne Huber ein, in Münsing gibt es nicht gerade viele öffentliche Abfallbehälter.

Die Gemeinderätin weiß, dass man im Münsinger Rathaus vom großflächigen Aufstellen von Hundekotbeutelspendern und Abfalleimern nichts hält. Der Bauhof würde mit der Leerung nicht nachkommen, so das Argument. „Wir wollen es deshalb auf humorvolle, aber doch ernst zu nehmende Art mit unseren Hundekakaschildern probieren“, sagt Huber. Die fünf Schilder in St. Heinrich wurden von Gastronomen finanziert. Sollte die Aktion Erfolg zeigen, könnte Fritz Wagner weitere Schilder für ganz Münsing anfertigen.

Info

Wer als Gastwirt oder Eigentümer einer Wiese Interesse an den Tafeln hat (Stückpreis um die 40 Euro) wendet sich an den Ambacher Verlag (www.ambacher-verlag.de) per E-Mail an shop@ambacher-verlag oder telefonisch unter 0 81 77/9 29 60 56.

Tanja Lühr

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