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Der Ostuferschutzverband sieht die Idylle am Starnberger See bedroht.

Pläne für das Wiedemann-Gelände stoßen auf Kritik

Ostuferschutzverband schlägt Alarm

Münsing - Der Ostuferschutzverband (OSV) meldet starke Bedenken gegen das geplante Senioren-Wohnstift auf dem Wiedemann-Areal in Ambach an.

Wie berichtet will das Münchner Sozialunternehmen „Kuratorium Wohnen im Alter“ (KWA) aus Unterhaching auf dem ehemaligen Sanatoriumsgelände 90 Wohnungen mit Betreuungsmöglichkeit, Gemeinschaftsräumen und Schwimmbad bauen. Eine derartige Wohnanlage würde den Charakter von Ambach grundlegend verändern und hätte Signalwirkung für das gesamte Ostufer, schreibt die Vorsitzende des Schutzverbands, Ursula Scriba, in einer Pressemitteilung. Die Architektin zeichnet ein drastisches Bild: „Wie gestrandete Kreuzfahrtschiffe würden die neuen Baukörper auf der Hangkante über dem Seeufer prangen und verkünden, dass zusätzliche Bebauung und weitere Bodenversiegelung am Ostufer des Starnberger Sees erwünscht sind.“

Schon die Errichtung der einstigen Wiedemann-Klinik auf der 13 000 Quadratmeter großen Wiese hoch über dem See in den 1960er/70er Jahren sei eine „Bausünde“, ja sogar rechtswidrig gewesen, sagt die OSV-Chefin und Gemeinderätin der Bürgerliste.

Der Gemeinderat stehe nun vor einer Grundsatzentscheidung. Die erste Möglichkeit wäre, das Grundstück langfristig als Außenbereich zu erhalten und es wieder in die Landschaft einzugliedern. Dann wäre ein Bebauungsplan unnötig. Der Grundstückseigentümer müsste jedoch verpflichtet werden, die jetzt dort stehenden „Ruinen“ abzureißen. Scriba geht davon aus, dass der Eigentümer seit der Pleite der von der Sanacare GmbH übernommenen Wiedemann-Klinik noch eine italienische Bank ist. Die KWA hat hingegen mitgeteilt, große Teile der Fläche gekauft zu haben.

Die zweite Möglichkeit bestünde darin, mittels eines Bebauungsplans neues Baurecht zu schaffen. Der Gemeinderat müsste dann begründen, warum eine Neubebauung im Interesse der Münsinger Bürger liege, warum massiver gebaut werden solle als bisher und warum dafür wertvolle Bäume geopfert werden sollten. Die Gemeinde sei in ihrer Entscheidung völlig frei, denn es bestehe kein generelles Baurecht für das Grundstück, erklärt Scriba. Der Bauvorbescheid, den ein interessierter Berliner Unternehmer im Jahr 2014 beim Landratsamt erwirkt habe, sei für das vorliegende Konzept rechtlich ohne Bedeutung.

Die Schutzverbandssprecherin fordert, dass das Konzept des Bauträgers den Bürgern unverzüglich vorgestellt wird, damit frühzeitig alle beteiligt werden und eine „Fehlentwicklung“ vermieden wird. Aus Sicht des Ostuferschutzverbands widerspricht das Vorhaben den Zielen des Landschafts- und Naturschutzes. Große Wohnanlagen für bis zu 180 Personen – seien es auch wohlhabende Senioren aus nah und fern – würden sich nicht einfügen in die gewachsene Struktur des Ortsteils Ambach, findet der OSV. Die Bausünden der Vergangenheit sollten nicht wiederholt werden, indem man einen neuen, noch größeren Fremdkörper erlaube. Ursula Scriba macht deutlich: „Einen zweiten Grünwaldhof hoch zwei hat die Gemeinde nicht verdient.“

Tanja Lühr

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