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Ostuferschutzverband: Zwist zwischen den Vorsitzenden

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Dicke Luft: Ursula Scriba, Vorsitzende des Ostuferschutzverbands, und ihr Stellvertreter Prof. Johannes Umbreit, nach der Vorstandswahl im Jahr 2018. Zu viele Nähe zum Gemeinderat?
Dicke Luft: Ursula Scriba, Vorsitzende des Ostuferschutzverbands, und ihr Stellvertreter Prof. Johannes Umbreit, nach der Vorstandswahl im Jahr 2018. Zu viele Nähe zum Gemeinderat? © sh/Archiv

Tiefe Kluft zwischen OSV-Chefin Ursula Scriba und ihren Vorstandskollegen: Sie können sich nicht darauf einigen, wo und welcher Form die Mitgliederversammlung stattfinden soll.

Münsing – Die Kluft zwischen der Vorsitzenden des Ostuferschutzverbands (OSV), Ursula Scriba, und ihren Vorstandskollegen wird immer tiefer. Nach der zweijährigen Corona-Pause steht eine Mitgliederversammlung mit Neuwahlen an. Doch die Vereinsführung kann sich nicht einigen, wo und in welcher Form sie stattfinden soll.

Der Schlagabtausch zwischen der Ersten Vorsitzenden Ursula Scriba und dem Zweiten Vorsitzenden Professor Johannes Umbreit ist auf der OSV-Homepage zu verfolgen. Scriba bittet dort für den 15. Juli nach alter Tradition ins Gasthaus Gerer, Umbreit am selben Tag in den Nebenraum des Restaurants Pinocchio. Scriba hat ihre Einladung offenbar nicht mit dem restlichen Vorstand abgesprochen und auch nur an einen Teil der Mitglieder versandt.

Umbreit lud daraufhin den Vorstand einschließlich Scriba zu einer klärenden Sitzung ein, zu der Scriba jedoch laut ihrem Stellvertreter nicht erschien. Er und seine Vorstandskollegen Dr. Manfred Stecher und Dr. Gustav Neumeister halten den relativ kleinen Saal des Gasthauses Gerer in Zeiten steigender Infektionszahlen für die überwiegend älteren Mitglieder für ungeeignet. Sie rechnen mit einer hohen Besucherzahl. Scriba spricht von „unnötiger Verwirrung“, die durch die eigenmächtige Einladung der Herren entstehe. Sie beharrt auf einem Treffen im OSV-Stammlokal.

Auch der Streit über die Tagesordnung wird öffentlich auf der Vereinsseite ausgetragen. Der Vorstand möchte die Satzung dahingehend ändern, dass er künftig seine Beschlüsse mit der Mehrheit seiner Mitglieder fasst und dass dazu ein schriftliches Umlaufverfahren eingeführt wird sowie Telefon- und Videokonferenzen abgehalten werden, um schneller auf aktuelle Ereignisse reagieren zu können.

Zwei getrennte Versammlungen wollen die Kontrahenten wiederum auch nicht. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklären sie, in diesen Tagen einen Kompromiss zu suchen. Für Ursula Scriba könnte das der Gemeindesaal sein. Beisitzer Dr. Gustav Neumeister plädiert für das „Pinocchio“, weil man dort vorab etwas essen könne und weil man seiner Meinung nach nicht in einem Raum der Gemeinde tagen sollte. Denn es ist ein wesentlicher Kritikpunkt des Vorstands an Scriba, dass sie als Gemeinderätin der Bürgerliste und gleichzeitige OSV-Vorsitzende allzu oft in einem Interessenskonflikt stecke.

Dass Scriba mit der Ratsmehrheit für die Aufstellung eines Bebauungsplans für das KWA-Seniorenwohnstift in Ambach gestimmt hat, nehmen ihr Neumeister und die anderen bis heute übel. Verstärkt wurde der Zwist dadurch, dass Scriba sich vom Bürgerbegehren „Seniorenwohnanlage in Ambach kleiner planen“ distanzierte. Immerhin 70 der aktuell rund 200 OSV-Mitglieder hätten dieses – mittlerweile wie berichtet gescheiterte – Begehren unterschrieben, sagt Neumeister. Eine Aussprache am 15. Juli hält er deshalb für enorm wichtig, weil der künftige Kurs des Verbands festgelegt werden müsse.

Damit geht Scriba d’accord. Der OSV sehe sich als wichtige Instanz am Starnberger See, die die Interessen aller ihrer Mitglieder vertrete, sagt sie. Eine kleine Gruppe halte sich aber nicht an die Spielregeln. Auf der Tagesordnung der Mitgliederversammlung stehen auch Neuwahlen; die letzten fanden 2018 statt. Scriba wurde damals schon nur mit knapper Mehrheit wiedergewählt. Kandidiert sie erneut? Einerseits, antwortet sie, wolle sie sich gerne mit wichtigen Zukunftsthemen wie dem Erhalt der historischen Gebäude am Seeufer, dem Landschafts- und Naturschutz sowie der Energiewende befassen. Andererseits, macht sie deutlich, habe sie „keine Lust, in der alten Konstellation weiterzumachen.“

tal

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