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Die ehemalige Wiedemannklinik soll abgerissen werden.

Bürgermeister will offen kommunzieren

Protest gegen Wohnstift: Initiative sammelt 360 Unterschriften

Münsing – 360 Unterschriften gegen das geplante Seniorenwohnstift des Unternehmens „Kuratorium Wohnen im Alter“ (KWA) auf dem ehemaligen Wiedemann-Gelände hat die „Initiative Ambach“ jetzt Bürgermeister Michael Grasl geschickt.

250 davon stammen laut dem Initiator der Aktion, Sebastian Wiedemann, von Münsinger Bürgern. Allein in Ambach und Seeheim habe sich nahezu jeder zweite Einwohner per Unterschrift den Zielen und Forderungen der Initiative Ambach angeschlossen, sagt Wiedemann. Er wertet das als eindeutiges Signal an die Gemeinde, dass die Bürger das Wohnstift in der ursprünglich geplanten Größe nicht wollen.

Parallel zur Übergabe der Unterschriften wurde laut Wiedemann ein offener Brief an alle Gemeinderäte verschickt, der noch einmal die Positionen und Anliegen der von der Initiative Ambach vertretenen Bürger zusammenfasse. Sie wehren sich gegen die Größenordnung des Projekts mit den ursprünglich geplanten 90 Wohnungen. Der Architekt Sebastian Wiedemann sagt, das „Kuratorium Wohnen im Alter“ gehe beim Bestand von falschen Zahlen aus, um seinerseits größeres Baurecht zu erlangen.

Wiedemann bezweifelt außerdem den wirtschaftlichen Nutzen der Anlage für die Gemeinde. Zum Beispiel würden örtliche Handwerker seiner Ansicht nach angesichts der Dimension des Vorhabens kaum zum Zug kommen. Der Sprecher der Initiative begrüßt, dass KWA seine Pläne überdenken will. Er fordert eine rechtzeitige Bürgerbeteiligung, noch bevor die Gemeinde einen Bebauungsplan aufstellt.

Der Gemeinderat hat sich nach Auskunft von Bürgermeister Michael Grasl zwischenzeitlich auf Einladung von KWA eines seiner Seniorenwohnstifte, den Rupertihof in Rottach-Egern, angeschaut. KWA sei dabei, für Ambach umzuplanen; gleichzeitig prüfe ein Jurist der Gemeinde, ob auf dem Gelände Baurecht bestehe, was wie berichtet von der Initiative Ambach und dem Ostuferschutzverband in Zweifel gezogen wird. Es werde einen Architektenwettbewerb geben, das Projekt werde von der Gemeinde „offen kommuniziert“, betont Grasl.

von Tanja Lühr

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