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Soll erweitert werden: Das Vier-Sterne-Biohotel Schlossgut Oberambach.

Zimmer mit Aussicht 

Schlossgut Oberambach soll größer werden - Pläne gefallen nicht allen

Das Schlossgut Oberambach, Münsings einziges Vier-Sterne-Biohotel, möchte erweitern. Eine entsprechende formlose Anfrage stellte Geschäftsführer Maximilian Schwabe an den Gemeinderat. Nicht allen Räten gefallen die Pläne.

Münsing – Damit die Hoteleigentümer, die Brüder Schwabe, bauen können, müsste die Gemeinde den Bebauungsplan für das Gelände hoch über dem Starnberger See ändern. Denn anders als noch vor zweieinhalb Jahren beantragt, will die Familie Schwabe jetzt einen L-förmigen Neubau mit Erdgeschoss und Dachgeschoss mit rund 20 Betten links oberhalb der Parkplätze bauen. Das dort befindliche Vitalzentrum soll integriert, eine alte Linde erhalten werden. Außerdem ist ein Wellnessbereich nahe des Badeteichs im Norden vorgesehen.

Im März 2015 war noch die Rede davon gewesen, in der bestehenden Remise zusätzliche Zimmer zu schaffen. Dem hatte der Gemeinderat zugestimmt. Jetzt will Hotelier Schwabe das denkmalgeschützte Wirtschaftsgebäude sowie den Reitstall daneben doch lieber erhalten. Vor allem die Remise besitze einen hohen ideellen Wert für ihn, erklärte er in der Sitzung. Außerdem wünschten sich die Hotelgäste einen Blick auf den See, der von der Remise aus nicht möglich sei.

Hotel mit 60 Zimmern könne wirtschaftlicher betrieben werden

Bei einer Ortsbesichtigung im Oktober hatten Vertreter des Denkmal- und Naturschutzes nichts gegen den geplanten Neubau mit 20 Doppelzimmern einzuwenden gehabt. Ein Gutachten des Hotel- und Gaststättenverbands habe ergeben, dass das Hotel mit 60 statt der bisher 40 Zimmern deutlich wirtschaftlicher betrieben werden könnte, sagte Schwabe.

Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, dem Familienbetrieb das Weiterbestehen zu ermöglichen und den Bebauungsplan zu ändern. Susanne Huber (Freie Wähler), Chefin des örtlichen Tourismusverbands, will ebenfalls nicht das Risiko eingehen, den Vorzeigebetrieb am Ostufer zu verlieren. Er sei gut für das Image der Region und es würden Arbeitsplätze gesichert. Der Neubau erschien ihr allerdings etwas groß. „Mit einem Bebauungsplan könnte die Gemeinde da aber sehr viel steuern“, sagte Huber.

„Kompakte Hotelanlage“ wäre besser

Ernst Grünwald (Wählergruppe Ammerland) begrüßte, dass die alte Remise unverändert bleiben soll. Kritik äußerte Architektin Ursula Scriba (Bürgeliste). Sie wünschte sich ein „schlüssigeres, bündigeres Konzept“. Auch Helge Strauß (CSU) hätte lieber eine „kompakte Hotelanlage“ statt eines separat stehenden Gebäudes.

Umweltreferentin Christine Mair (Wählergruppe Münsing) waren die rund 530 Quadratmeter neu überbauter Fläche zu viel: „Die Natur ist hier wieder der Verlierer.“ Ihrer Meinung nach gebe es andere, geeignetere Baufenster auf dem Grundstück. Ernst Ramerth (Wählergruppe Holzhausen) befürchtete einen „Rieseneinschnitt ins Gelände“. Mit 10:5 Stimmen wurde letztlich beschlossen, dem Wunsch der Hotelbetreiber nachzukommen und den Bebauungsplan zu ändern.

Tanja Lühr

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