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Prost: Nach ihrer Rede gesellte sich Staatsministerin Ilse Aigner mit einer Mass an den Tisch der Ehrengäste im Holzhauser Festzelt.

Ilse Aigner spricht im Holzhauser Festzelt

Sehnsuchtsort Münsing

„Sozialpolitik mal anders definiert“: Staatsministerin Ilse Aigner spricht nach ihrem Besuch im Rathaus im nur halb vollen Holzhauser Festzelt über CSU-Themen, die beim Publikum gut ankommen.

Holzhausen – Münsing war schon einmal das Ziel ihrer Träume. Eine Stunde und 48 Minuten lang sehnte sich Ilse Aigner danach, die Gemeinde endlich zu erreichen. Die ehemalige Vorsitzende der Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes nahm 2004 zusammen mit rund 200 anderen Schwimmern erfolgreich an der Seeüberquerung zwischen Tutzing und Ammerland teil.

Mehr als das Ostufer, nämlich das Münsinger Rathaus und den weiteren Ortsteil Holzhausen, lernte die Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie am Montag kennen. Der CSU-Ortsvorsitzende Martin Ehrenhuber hatte seine Parteifreundin als Rednerin für den Politischen Abend während der Festwoche der Holzhauser Musikkapelle und des Burschenvereins gewinnen können.

Den ersten Applaus erhält Aigner, als sie das Oberland als eine der schönsten, wenn nicht gar die schönste Region im Freistaat bezeichnet. Die Oberbayerin weiß, was die Leute in einem Bierzelt bei Blasmusik und Reutberger Hellem hören wollen. Sie lobt die Landwirte, ohne die es keine so herrliche Kulturlandschaft wie auf dem Weg zur Veranstaltung zu bewundern, geben würde. Sie dankt Arbeitnehmern und Unternehmern für deren Fleiß.

In mehr als der Hälfte aller Landkreise herrsche Vollbeschäftigung. „Die beste Sozialpolitik ist eine gute Wirtschaftspolitik“, sagt sie. 80 Prozent aller Ausbildungsplätze würden von mittelständischen Betrieben gestellt. Sozial sei auch die Familienpolitik der CSU. 70 Prozent der bayerischen Eltern würden das von der Partei eingeführte Betreuungsgeld in Anspruch nehmen.

Die CSU stehe für Sicherheit und und für einen humanitären Umgang mit Asylbewerbern. 60 000 von ihnen habe man in 2016 im Freistaat mithilfe der Wirtschaft in Arbeit gebracht, 20 000 seien das Ziel gewesen. Damit Integration weiterhin funktioniere, halte man an einer Obergrenze fest.

In puncto Integration ist die Vize-Ministerpräsidentin der Ansicht, die Neubürger hätten Traditionen und Gepflogenheiten hierzulande zu akzeptieren. Also Kreuze in Klassenzimmern, Martinsumzug statt Laternenfest. Im Oberland sei die Welt in dieser Beziehung im Gegensatz zu Berlin noch heil, spannt die frühere Bundestagsabgeordnete den Bogen.

Dass aber selbst am idyllischen Starnberger See nicht nur eitel Sonnenschein herrscht, machen Bürgermeister Michael Grasl und Martin Ehrenhuber deutlich. Grasl (Freie Wähler) beklagt den Widerstand von Teilen der Bevölkerung gegen sozialen Wohnungsbau in ihrer Nachbarschaft und gegen das geplante Seniorenwohnstift in Ambach. Bürgerbeteiligung ja, aber bitte auf konstruktive Art und Weise, sagt er. „Bleiben wir im Gespräch, bleiben wir fair“, so sein Appell an die Bürger.

Ehrenhuber fordert eine Umgehungsstraße für die verkehrsgeplagte Tourismusgemeinde und den Bau von Radwegen. Unter Beifall ruft er den Zuhörern, unter ihnen zahlreiche CSU-Mitglieder aus den Nachbarkommunen, angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl zu: „Es darf nicht zu Rot-Rot-Grün kommen. Es gibt keine bessere Frau an der Spitze als Angela Merkel.“

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