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Annäherung an das Seniorenstift: Die Simulation gibt eine ungefähre Vorstellung von den Plänen.

Ehemaliges Wiedemann-Areal

Kommt der 7. März zu früh ?

Die Bürgerinitiative Ambach befürchtet, dass der Gemeinderat am 7. März eine vorschnelle Entscheidung über den Bau eines Seniorenwohnstifts treffen könnte. „Das ist das größte Projekt in Münsing. Da muss sich der Bürgermeister einfach die Zeit nehmen, die Bürger anzuhören“, sagt Initiative-Sprecher Sebastian Wiedemann.

Münsing – Wiedemann und sein Mitstreiter Fritz Noppes bezeichnen die Fronten zwischen der Initiative Ambach und der Gemeinde als „sehr verhärtet“. Der Enkel des Sanatorium-Gründers Dr. Fritz Wiedemann hat den Eindruck, Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler) scheue den Dialog mit den kritischen Bürgern. Immerhin 350 von ihnen haben sich mit ihrer Unterschrift gegen die Pläne des Kuratorium Wohnen im Alter (KWA) ausgesprochen. 250 stammen laut Wiedemann aus der Gemeinde, 150 davon aus Ambach. Die übrigen 100 Unterzeichner seien dem Dorf verbunden, ohne aktuell dort zu wohnen. „Die Anzahl würde schon fast für einen Bürgerentscheid reichen“, sagt Fritz Noppes, betont aber gleichzeitig, dass man an einer „konstruktiven Diskussion“ und nicht an einer Konfrontation interessiert sei.

Nicht generell gegen das Projekt

„Wir sind nicht pauschal gegen den Bau eines Seniorenwohnstifts“, sagt Sebastian Wiedemann. Aber maximal 60 statt der (nach einer neuen Berechnung immer noch) 80 Wohnungen würden völlig ausreichen. Von der Baumasse würden alle wichtigen Themen wie der Zu- und Abfahrtsverkehr, die Wasser- und Abwasserfrage, die Beeinflussung des Landschaftsbildes und die Naturverträglichkeit abhängen, so der Architekt.

Wiedemann bezweifelt, dass für eine Anlage mit 80 Mietwohnungen für besser gestellte Senioren wirklich Bedarf besteht. Der 41-jährige Ambacher beruft sich auf die Seniorenvollbefragung der Gemeinde, der zufolge ältere Menschen am liebsten zuhause wohnen möchten. Dank der Hilfe der Familie sei das rund 83 Prozent der Befragten auch möglich. Nur sechs Prozent müssten auf ambulante Dienste zurückgreifen, für 77 Prozent sei ein Umzug bis dato kein Thema.

Planungshoheit liegt bei der Gemeinde

„Die Gemeinde hat die Planungshoheit, KWA keinen Anspruch auf eine bestimmte Größe“, sagt Wiedemann. Der Architekt spricht von geplanten rund 4100 Quadratmetern überbauter Fläche – mehr als die Gebäude der ehemaligen Klinik verbraucht hätten. Statt zwei Geschossen sollten vier entstehen, die über 30 Meter lange Fassade des Restaurants wirke überdimensioniert.

Stadtplaner Christian Weigl vom Architekturbüro Miklautz und Goergens habe bei der Vorstellung seines Testentwurfs in der Gemeinderatssitzung am 14. Februar selbst zugegeben, dass die Seniorenwohnanlage nicht mit den Zielen des von seinem Büro erstellten Rahmenplans für das Ostufer des Starnberger Sees vereinbar sei. „Wir finden es übereilt, wenn der Gemeinderat sich schon am 7. März für oder gegen den Bau eines Seniorenwohnstifts entscheidet“, erklät Sebastian Wiedemann. Er und Noppes würden den Gemeinderäten gerne vor einem Beschluss ihre Sicht der Dinge darlegen. Als letzte Möglichkeit will die Initiative einen Bürgerentscheid nicht ausschließen.

Tanja Lühr

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