Vorstand Ostuferschutzverband Münsing
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In der Sache uneins: Die OSV-Vorstandsmitglieder (v. li.) Dr. Gustav Neumeister, Ursula Scriba, Johannes Umbreit und Manfred Stecher.

Anders als die Vorsitzende lehnen ihre Vorstandskollegen das Vorhaben weiterhin ab

Münsing: Seniorenwohnstift spaltet Ostuferschutzverband

Die Mehrheit des Ostuferschutzverbands lehnt das geplant Seniorenwohnstift ab. Die Mitglieder sind sich in diesem Punkt aber nicht ganz einig.

Ambach – Der Ostuferschutzverband (OSV) äußert sich in einer Pressemitteilung erneut ablehnend zum geplanten Seniorenwohnstift des Unternehmens „Kuratorium Wohnen im Alter“ (KWA) in Ambach. Wie berichtet hat der Gemeinderat kürzlich den Flächennutzungsplan für das ehemalige Wiedemann-Klinik-Gelände geändert und mit einem Bebauungsplan den Weg geebnet für die KWA- Seniorenanlage mit 80 Wohnungen. Im Plan inbegriffen ist das Grundstück der Familie Wiedemann, die neben dem Wohnstift zwei Doppelhäuser bauen darf.

„Die Mehrheit des OSV-Vorstands lehnt nach wie vor eine solche Bebauung ab, weil sie der Kulturlandschaft am Ostufer des Starnberger Sees schadet“, schreibt der Vize-Vorsitzende Johannes Umbreit. Unterzeichnet haben die Erklärung außerdem die Vorstandsmitglieder Gustav Neumeister, Manfred Stecher und Petra Schulze. Die OSV-Vorsitzende Ursula Scriba hatte wie berichtet in ihrer Funktion als Gemeinderätin der Bürgerliste für das Projekt gestimmt. In dem Zusammenhang hatte sie gesagt, die Ambacher seien damit „versöhnt“. Das ist dem übrigen Vorstand jedoch „nicht bekannt“, wie Umbreit schreibt.

Die geplante Bebauung, so heißt es in dem Schreiben, füge sich nicht in die Umgebung ein und schaffe ein neues Wohngebiet im Außenbereich. Sie berücksichtige nicht die Interessen der Anrainer. Sie ersetze den Fremdkörper der Wiedemann-Ruinen durch einen neuen, baulichen Fremdkörper, der in Bebauungsdichte und Bebauungsart vollständig aus der Landschaft falle. „Ohne Not entsteht im Außenbereich ein neues Wohngebiet für sehr gut betuchte Senioren, die zum geringsten Teil aus der Gemeinde kommen werden“, schreibt der stellvertretende OSV-Vorsitzende weiter. Die Vorteile für die Gemeinde seien überschaubar: Der Betreiber werde keine Gewerbesteuer zahlen. Ob und in welchem Umfang Belegungs- und Benutzungsrechte für Gemeindebürger gesichert würden, sei völlig offen, weil Inhalte des Durchführungsvertrags nicht bekannt würden. Ebenso, wie hoch die Mieten ausfallen würden. „Für Senioren mit normalem Einkommen werden die Luxuswohnungen unerschwinglich sein“, befürchtet Umbreit.

Seiner Meinung nach hätte es andere Möglichkeiten gegeben – wie die umweltschonende Wiederherstellung der Klinikgebäude, ihren Rückbau mit Ausnahme des historischen Waldschlösschens oder eine kleinteilige Bebauung für die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung. Leider habe sich der Gemeinderat für eine Lösung entschieden, die mit 25 Prozent zusätzlicher Bodenversiegelung und „gewaltigen“ neuen Baukörpern einhergehe und vor allem den Interessen des Investors diene. „Den Schaden hat die Landschaft des Ostufers“, so die Mehrheit des OSV-Vorstands.  tal

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