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Aufwärmen am Lagerfeuer: Erzieherin Katharina Schilcher mit (v. li.) Korbinian, Metteo, Marie und Luis.

Fit für den Winter

So hält sich der Waldkindergarten warm

Im Freien spielen ist schön und gut. Die kalte Jahreszeit macht das nur etwas ungemütlich. Dem Waldkindergarten in Ammerland kann der Winter aber nichts anhaben.

Ammerland – Der Kaufladen hat jetzt ein Dach. Jakob und Max haben es aus Brettern gezimmert. Mit Hammer und Nägeln waren die beiden Buben im Vorschulalter in den vergangenen Tagen zu Gange. „Auf das Dach kann es drauf schneien. Die Sachen zum Verkaufen bleiben trocken“, erklärt Max. Angeboten werden in dem Kaufladen unter anderem Tannenzapfen und Rindenstücke. Wäre doch blöd, wenn die patschnass würden. Nila und Marie haben sich um die „Inneneinrichtung“ gekümmert – das sind ein Sitzpflock für den Kassierer und ein Regal für die Waren.

Die 15 Mädchen und Buben des Ammerlander Waldkindergartens „Waldameisen“ haben ihren Teil dazu beigetragen, das Quartier am Riedweg winterfest zu machen. Auch die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen waren nicht untätig. Sie haben Brennholz geschichtet, mit dem sie die Feuerstelle in dem riesigen Tipi am Glimmen halten. Das vor einem Jahr neu angeschaffte Zelt bildet die Aufwärmstation für die Gruppe. Hier finden der Morgenkreis, die Brotzeit und der Abschlusskreis statt. Der Boden ist – wie auf dem gesamten Gelände – mit reichlich Rindenmulch ausgelegt, damit der Matsch keine Chance hat.

Rindenmulch gegen den Matsch: Der Waldkindergarten ist winterfest.

Wenn es wirklich einmal eisig wird oder stürmt, bietet der beheizte Bauwagen Unterschlupf. „Hier können die Kinder in bequeme Hausschuhe schlüpfen. Hier wird gebastelt und gekuschelt und es werden die Vorschulblätter bearbeitet“, berichtet Kinderpflegerin Katharina Schilcher. Einmal in der Woche kocht die Gruppe zudem gemeinsam eine einfache, warme Mahlzeit auf den zwei Herdplatten im Wagen. Zuletzt gab es eine leckere Kürbis-Kartoffelsuppe.

Erzieherinnen frieren eher als die Kinder

„Eigentlich sind wir es eher, die frieren. Die Kinder sind ja die ganze Zeit in Bewegung“, meint Erzieherin Birgit Huber und lacht. Sie hält es mit dem Zwiebellook, also viele Schichten Kleidung übereinander. Sollten die Temperaturen im Lauf des Vormittags steigen, legt Huber einfach den Anorak über der Weste ab. Katharina Schilcher schwört auf Wollsocken und Funktionsunterwäsche. Für die Kinder seien wasserfeste Regenhosen wichtig. Schließlich werkeln, toben und spielen Drei- bis Sechsjährige mit Ganzkörpereinsatz.

Laut Schilcher blieben die „Waldameisen“ von der ersten Erkältungswelle, die normale Kindergärten in den vergangenen Wochen befallen hatte, größtenteils verschont. Die Kinderpflegerin führt dies nicht nur auf die viele Bewegung an der frischen Luft zurück, sondern auch darauf, dass Bakterien sich im Freien sich nicht so leicht verbreiten wie in geschlossenen Räumen über Spielzeug, Stofftiere und Decken.

Eltern springen im Krankheitsfall ein

Sollten übrigens die Betreuerinnen – neben Huber und Schilcher sind das Steffi Schachtschneider und Leiterin Bettina Calliari – einmal krank werden, springen im Waldkindergarten die Eltern ein. Dazu haben sie sich bei der Anmeldung ihrer Kinder verpflichtet. Laut Bettina Calliari kommt es aber nur sehr selten dazu.

Geholfen haben allerdings alle Mamas und Papas beim Winterfestmachen des von der Ammerlander Familie von Boetticher zur Verfügung gestellten Kindergarten-Grundstücks. Es gab einen Arbeitstag, an dem die Eltern unter anderem Schubkarren voller Brennholz über einen schmalen Waldpfad anlieferten.

Der kleine Korbinian sagt, er freue sich schon riesig auf den Schnee. Dann könne er die Hügel rund um den Waldkindergarten mit dem Poporutscher hinuntersausen und Iglus bauen.

Tanja Lühr

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