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Viele Großprojekte sind in der Gemeinde Münsing in Vorbereitung.

Ein Schiff wird nicht kommen

So wird 2019 in der Gemeinde Münsing

Einiges wurde 2018 begonnen, wichtige Weichen wurden gestellt: Münsings Bürgermeister Michael Grasl über Projekte, Feste und ein Problem am See.

Münsing – Die Gemeinde Münsing hat in 2019 und den Folgejahren viele große Projekte zu bewältigen. Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler) sagt, er sei froh, mit seiner Verwaltung ein so gutes Team um sich zu haben. Einiges wurde bereits im vergangenen Jahr begonnen, wichtige Weichen wurden gestellt.

Rat- und Bürgerhaus

Bei einem Architektenwettbewerb hat das Münchner Büro Peck.Daam Architekten den Zuschlag für die Realisierung des neuen Rathauses mit Bürgerzentrum erhalten. Bernhard Peck und Achim Daam sehen einen lang gezogenen Einfirsthof anstelle des alten Pallaufhofs vor. Im vorderen Teil zur Weipertshauser Straße hin werden das Rathaus, im hinteren ein Saal und Räume für die Vereine untergebracht.

Michael Grasl ist seit 2005 Bürgermeister der Gemeinde Münsing.

Bevor gebaut werden kann, müssen jedoch Bodenuntersuchungen durchgeführt werden. In dem Gebiet wurden beim Bau der beiden Wohnhäuser unterhalb des Pallaufhofs Bodenschätze aus dem Mittelalter und der Hallstattzeit gefunden, was die Arbeiten verzögerte. „Wir wollen diesmal sicher vor Überraschungen sein“, sagt Grasl. Sein Ziel wäre es, dass „ab 2020 gebaut werden kann“. Mit gut zehn Millionen Euro ist das neue Rathaus mit Bürgerhaus das teuerste Vorhaben der nächsten Jahre.

Seniorenwohnstift

Ähnlich lange wird es wohl dauern, bis das „Kuratorium Wohnen im Alter“ (KWA) auf dem ehemaligen Wiedemann-Sanatoriumsgelände in Ambach sein Seniorenwohnstift errichten kann. Auch hier hat ein Architektenwettstreit entschieden. Der Mailänder Star-Architekt Matteo Thun wird die Wohnanlage mit 80 Appartements, Restaurant, Schwimmbad und Veranstaltungsräumen realisieren.

Über den Winter, so Grasl, werden Gespräche mit Fachleuten zu den Themen Verkehr, Immissionsschutz und Naturschutz geführt. Ein Bebauungsplan wird vorbereitet, mit dem die Gemeinde im Frühjahr an die Öffentlichkeit gehen will. Der Bürgermeister rechnet damit, dass das Bebauungsplanverfahren Ende des Jahres abgeschlossen sein wird. Theoretisch könnten dann 2020 in Ambach die Bagger anrollen.

Milchhäusl-Projekt

Zwei erfreuliche Hauseinweihungen stehen im Sommer auf dem Programm. Auf dem Grundstück des ehemaligen Milchhäusls an der Hauptstraße entstehen in einem L-förmigen Gebäude gerade zwölf Mietwohnungen zu günstigen Konditionen für Einheimische sowie ein Laden im Erdgeschoss. Im Spätsommer soll alles fertig sein.

Wer in das Haus einzieht, muss der Gemeinderat noch beschließen. Es wird ein Kriterienkatalog erstellt, in dem neben sozialen Aspekten auch die langjährige Tätigkeit im Ehrenamt eine Rolle bei der Vergabe spielen soll. In der März-Ausgabe des Gemeinde-Mitteilungsblatts werden laut Grasl die Wohnungsgrößen und die Kriterien veröffentlicht. Ab dann können sich Bürger offiziell bewerben. Interessenten gebe es bereits genügend, so Grasl.

Vereinsheim

Das Vereinsheim in Degerndorf, das weiterhin den Namen „Altes Schulhaus“ tragen wird, könnte ebenfalls im Sommer bezugsfertig sein. Die Degerndorfer arbeiten fleißig am Innenausbau. Das ehemalige Café Kistler will seine Möbel zur Verfügung stellen. Die Gemeinde plant, den berühmten Degerndorfer Findling von seinem jetzigen Standort bei der Firma Holzer vor das Alte Schulhaus zu versetzen.

Dorfkern

Der Dorfkern von Münsing wird wie berichtet im Rahmen eines Förderprogramms speziell für Gemeinden verschönert. In einer „Ortswerkstatt“ wurden von den Bürgern bereits Pläne geschmiedet. Unter anderem soll das Zentrum fußgängerfreundlicher werden. Durch eine neue Ampelschaltung soll der Verkehr über die Friedhofskreuzung besser fließen. Eventuell gibt es heuer einen zweiten Workshop.

Dampfersteg

„Keine schnelle Lösung“ sieht der Rathauschef in Sachen Ammerlander Dampfersteg. Die Gemeinde könne kein passendes Grundstück für eine Ersatz-Anlegestelle aus dem Hut zaubern, sagt er. Wie berichtet hat Reinhard Sailer, Wirt des Hotels am See, seinen Vertrag mit der Bayerischen Seenschifffahrt nicht verlängert. Er hatte jahrelang gegen eine Pacht erlaubt, dass die Schiffspassagiere über seinen Grund und Boden zum Steg laufen. Damit war Ende 2018 Schluss. Die Schifffahrt hat die maroden Stegbretter bereits abgebaut. In dieser Saison wird sie Ammerland definitiv nicht anlaufen.

Feste

Gefeiert wird wie immer tüchtig in Münsing, auch wenn die großen Feste wie das Ochsenrennen erst 2020 stattfinden und der Sportverein Münsing sein 100-jähriges Bestehen erst 2021 begeht. Ein neu gegründeter Dorfverein kümmert sich in St. Heinrich darum, dass heuer erstmals ein Maibaum am neuen Standort, vor dem Feuerwehrhaus, aufgestellt wird. Bisher stand er am Parkplatz gegenüber dem Gasthaus Fischerrosl. Eine Maibaum-Gaudi steht auch in Münsing-West bevor. Der Gesangsverein Münsing-Ammerland weiht am 7. Juli seine Vereinsfahne mit einem Fest.

Persönliches

Persönlich habe er sich für 2019 zwei Dinge vorgenommen, sagt Bürgermeister Michael Grasl: „Genügend Sport und Musik machen.“

Tanja Lühr

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