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Sonnenenergie satt: Gemeinde Münsing plant gleich zwei Solarparks

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Geballte Sonnenenergie: Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberose bei Cottbus prüft der Techniker Karsten Dahns von der juwi Solar GmbH fertig montierte Dünnschicht-Solarmodule.
Sonnenstrom in Münsing: Gleich zwei Solarparks sollen in der See-Gemeinde entstehen. © AP

Münsing macht Tempo bei der Energiewende: Die Gemeinde will den Weg für zwei Solarparks ebnen. Die Wiesen unter PV-Anlagen sollen als Grünland genutzt werden

Münsing – Die Gemeinde will den Weg für gleich zwei Solarparks ebnen. Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich zu, dass die Verwaltung Bebauungspläne für Freiflächen-Photovoltaikanlagen in Münsing und Degerndorf erarbeitet. In Münsing will die Firma Actensys mit Geschäftssitzen in Ellzee und Weilheim 200 Meter gegenüber der Zufahrt zur A95, am Waldrand auf 2,7 Hektar eine 2,5-Megawatt-Anlage aufstellen. Es handelt sich um landwirtschaftlichen Grund. Durch die Nähe zur Autobahn fällt ein Teil des Grundstücks in die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Der Abstand zur nächsten Wohnbebauung – ein Aussiedlerhof an der Bachstraße–- beträgt 450 Meter; bis zum östlichen Ortsrand von Münsing sind es rund 750 Meter. Am Pendler-Parkplatz will der Investor einen Stromspeicher aufstellen. Ein Bürgerbeteiligungsmodell hält er für denkbar.

Münsing setzt auf Solaranlagen: Zwei Freiflächen-Photovolatik-Anlagen geplant

Gegen den Antrag stimmte Thomas Schurz (CSU). Mit dem Solarpark, der für 30 Jahre stehen soll, vertue man die Chance auf ein Gewerbegebiet an der Wolfratshauser Straße. Bürgermeister Michael Grasl (FW) sagte, schön sei eine solche Anlage, ganz in der Nähe des beliebten „Baums von Münsing“ sicher nicht. Aber mit entsprechender Eingrünung sei sie optisch vertretbar. Grasl: „Wir können es uns nicht leisten, künftig auf Strom aus Photovoltaik zu verzichten“.

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Ackerfläche zur Stromgewinnung: PV-Anlage nahe Agrobs in Münsing geplant

Die zweite PV-Anlage mit 4,8 Megawatt Leistung will die Firma Greenvest Solar aus Starnberg im Nordwesten von Degerndorf, auf einer Ackerfläche etwa 200 Meter vom Betriebsgelände der Firma Agrobs entfernt, errichten. Die 4,95 Hektar große Anlage, die in einer Senke liegt, ist wenig einsehbar. Spaziergänger auf dem Feldweg zwischen Münsing und Attenkam werden die blauen Module bemerken, ebenso blicken die Bewohner des nahe gelegenen Aussiedlerhofs darauf, weshalb Gemeinderat Stefan Holzheu (Wählergruppe Münsing) darum bat, sie rechtzeitig zu informieren.

Solarparks in Münsing: Die Wiesen bleiben Grünland

Auf den Wiesen unter beiden Solarparks soll sich den Baufirmen zufolge innerhalb der Laufzeit von je 30 Jahren mageres und artenreiches Grünland mit einem großen Potenzial für Insekten und Brutvögel entwickeln. Die Wiesen sollen zweimal jährlich mit Spezialgeräten gemäht werden. Eine Beweidung mit Schafen ist am Standort Münsing möglich. Das Vorhaben in Degerndorf wird von ortsansässigen Eigentümern geplant und betrieben und ist nicht zur Veräußerung an einen fremden Investor gedacht. Die gewerblichen Einnahmen verbleiben daher zu hundert Prozent bei der Gemeinde. Eine Ertragsbeteiligung gemäß dem EEG wird geprüft.

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Thomas Schurz und Tobias Eckart (FW) äußerten sich kritisch. „Wir zerpflücken unsere Landschaft mit einzelnen PV-Freiflächenanlagen. Ich will die künftig nicht alle paar 100 Meter haben“, sagte Eckart. TANJA LÜHR

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