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Eine Großbaustelle ist im Münsinger geplant: Bis zu 14 Sozialwohnungen sollen dort entstehen.

„So viele Leute auf so engem Raum, das kann nicht gutgehen“

Sozialwohnungen auf Milchhäusl-Grundstück zu wuchtig

Münsing – Die Nachbarn protestieren gegen die Pläne der Gemeinde für das Milchhäusl-Grundstück an der Hauptstraße in Münsing. Die Mehrheit der Räte äußerte sich in der jüngsten Sitzung ebenfalls kritisch.

Wie berichtet hat die Kommune das Milchhäusl der örtlichen Milcherzeuger-Genossenschaft für 750 000 Euro abgekauft. Sie will dort ein Gebäude mit 14 Wohnungen für sozial schwache Bürger bauen. Erste Pläne hatte der Wolfratshauser Architekt Wolfgang Adldinger bereits vorgestellt. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag präsentierte er einen konkreten Entwurf. Dieser sieht zur Hauptstraße hin ein Gebäude mit Erdgeschoss, erstem Stock und Dachgeschoss vor. Im Erdgeschoss soll ein Laden von 100 Quadratmetern Platz haben. Der Betreiber des Feinkostladens „Alkan“, jetziger Mieter im Milchhäusl, hat Interesse bekundet.

Nach hinten zur Bachstraße hin schließt sich ein weiteres Gebäude an. Die beiden Häuser besitzen einen gemeinsamen Treppenaufgang. Vorgesehen sind insgesamt drei Einzimmer-, sechs Zweizimmer- und drei Dreizimmer-Apartments sowie eine Vier- und eine Fünfzimmerwohnung. Die Wohnungen zur Straße erhalten 60 Zentimeter tiefe Mini-Balkone.

Adlinger erklärte, die Regierung von Oberbayern, die das Sozialwohnungsbauprojekt finanziell fördere, rege klar an, innerorts zu verdichten und den Platz optimal auszunützen. Doch vielen Gemeinderäten und Anwohnern erscheint das Vorhaben mitten im Ort zu massiv. Zwei Briefe von Nachbarn las Bürgermeister Michael Grasl in der Sitzung vor. In einem heißt es: „Wir sind schockiert über die Art und das Maß der Bebauung.“ In der Umgebung würden nur landwirtschaftliche Gebäude und Ein- oder Zweifamilienhäuser stehen. Ein 30 Meter langer und 14 Meter hoher Riegel passe nicht an die Stelle. Außerdem werde der Verkehr in der engen Bachstraße, von der aus die Zufahrt zur Tiefgarage und zu sechs Stellplätzen erfolgen soll, zunehmen.

Ein anderer Nachbar bittet um einen Sicht- und Lärmschutz. Christine Mair (Wählergruppe Münsing) teilt die Bedenken der Bürger. Neben der Größe bemängelt sie die fehlenden Grün- und Begegnungsflächen rund ums Haus. „So viele Leute auf so engem Raum“ – das kann ihrer Ansicht nach nicht gutgehen. Ernst Ramerth (Wählergruppe Holzhausen) missfallen die Balkone, auf denen man gerade mal ein Biertragerl abstellen kann. Christoph Bühring-Uhle (SPD) sagte, er begrüße es zwar, dass Münsing Sozialwohnungen schaffe. Von der Bachstraße aus gesehen halte er das Gebäude aber für zu wuchtig.

Ursula Scriba (Bürgerliste) möchte noch einmal darüber diskutieren, „ob wir an dem Standort wirklich so viele Wohnungen wollen“. Dem schloss sich die Mehrheit an. Der Bauantrag der Gemeinde soll nun noch einmal in der Augustsitzung auf die Tagesordnung kommen.

Architekt Wolfgang Adldinger will auf Wunsch von Thomas Schurz (CSU) eine teilweise mit Holz verschalte Fassade zeichnen. Der Antrag von Schurz, statt der zwei Wohnungen im Erdgeschoss einen weiteren Laden zu schaffen, wurde abgelehnt. Ebenso stimmte die Mehrheit dagegen, dass Adldinger sein Gebäudekonzept grundsätzlich überarbeitet. Ernst Grünwald (Wählergruppe Ammerland) brach eine Lanze für das Projekt: „Der soziale Wohnungsbau gehört nach Münsing. Wir sollten hier so viele Wohnungen wie möglich bauen. Wann haben wir als Gemeinde schon mal die Chance, ein Grundstück im Zentrum zu erwerben?“ 

von Tanja Lühr

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