Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen

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Angeblich wegen eines schlecht gemixten Longdrinks kam es letzten Endes zu Handreiflichkeiten, für die ein Münsinger nun teuer bezahlen muss.

Amtsgericht 

Streit um Longdrink eskaliert - Münsinger muss blechen

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Ein handgreiflicher Streit mit der Ex seines Freundes kommt einen 30-Jährigen aus der Gemeinde Münsing teuer zu stehen. Das entschied nun das Wolfratshauser Amtsgericht.

Wolfratshausen/Münsing – Ein handgreiflicher Streit mit der Ex seines Freundes kommt einen 30-Jährigen aus der Gemeinde Münsing teuer zu stehen: Wegen Beleidigung in zwei Fällen, versuchter Nötigung und vorsätzlicher Körperverletzung wurde der Mann vom Amtsgericht Wolfratshausen zu 10 000 Euro Geldstrafe verurteilt.

Der Angeklagte musste mehrmals lachen, während er seine Sicht der Dinge darlegte. „Ich finde Ihren Auftritt völlig unangebracht“, machte Richter Helmut Berger deutlich, dass er die zur Last gelegten Straftaten keineswegs lachhaft fand. Begonnen hatte es mit einigen WhatsApp-Nachrichten, die der Angeklagte der Hotelfachfrau (19) am 4. Januar diese Jahres geschickt hatte. Darin forderte der 30-Jährige die junge Frau auf, umgehend 250 Euro zurückzuzahlen, die sie seinem Freund schuldete, mit dem sie eine Zeit lang zusammen war. Zu seiner Ausdrucksweise sagte die Staatsanwältin: „Wenn ich so was bekomme, würde ich denken, dass Sie morgen mit einem Kumpel vor der Tür stehen.“

Angeklagter spuckt Frau in die Haare

Weil der Angeklagte die 19-Jährige zudem schriftlich als „dummes Kind“ tituliert hatte, kam zur versuchten Nötigung eine Beleidigung hinzu. Die zweite bezeichnete der Richter als „eine sehr perfide Art der Beleidigung“: Bei einer Rangelei in dem Lokal am Starnberger See, in dem die Geschädigte arbeitet, hatte der Angeklagte der jungen Frau in die Haare gespuckt. Laut Anklageschrift soll der 30-Jährige sie zuvor an den Armen gepackt und gegen eine Heizung gedrückt haben.

Während er die WhatsApp-Nachrichten nicht leugnen konnte und auch das Spucken einräumte, stritt der Mann diesen Punkt ab. Die Frau habe von innen gegen die Tür gedrückt, während er sie von außen habe aufdrücken wollen. „Dabei geriet sie zwischen Tür und Heizung“, so der Angeklagte. Er habe der Frau lediglich „eine Hand auf die Schulter“ gelegt. „Ich wollte ihr meine Meinung sagen, aber da bekam ich schon ihre Faust ins Gesicht.“

Wüste Beschimpfungen und Handgreiflichkeiten

Dass es beim Handauflegen nicht geblieben sein kann, belegen Fotos der blauen Flecken am Arm der 19-Jährigen. Vorausgegangen war ein Streit um einen nach Ansicht des Beschuldigten schlecht gemischten Longdrink. Daraufhin war es zu gegenseitigen Beleidigungen gekommen, die schließlich in einer Handgreiflichkeit endeten. „Er sagte Schlampe, ich sagte Hurensohn“, räumte die Geschädigte ein, in der Wortwahl ebenfalls nicht zimperlich gewesen zu sein. Dass sie mit ihren zierlichen 1,53 Metern Körpergröße dem 1,86 Meter großen Angeklagten in den Rücken getreten haben soll, daran konnte sich die Frau nicht erinnern. „Mein Kollege war ja dazwischen gegangen und hatte mich rausgeschickt.“

Das Gericht sah die Schuld des Münsingers nach den Aussagen von drei Zeugen als erwiesen an und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 100 Euro (die Höhe der Tagessätze errechnet sich nach dem Einkommen des Verurteilten).

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