Landratsamt kommt Wunsch der Gemeinde nach 

Tempo 30 vor der Schule – aber nur in eine Richtung

Brennpunkt oder nicht? Das Landratsamt kommt dem Wunsch der Gemeinde nach - aber nur teilweise. An der Schule wird ein Tempo-30-Schild aufgestellt. Für eine Richtung.

Münsing Vor der Münsinger Grundschule an der Weipertshausener Straße wird auf Wunsch von Schule und Gemeinde ein Tempo-30-Schild aufgestellt – allerdings nur in eine Richtung. Das hat Georg Fischhaber von der Verkehrsabteilung im Landratsamt Bürgermeister Michael Grasl auf Nachfrage mitgeteilt.

Bürgermeister spricht von „Brennpunkt“

Wie berichtet hatte der Gemeinderat im September beschlossen, auf Wunsch von Schulleitung und Eltern beim Landratsamt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer im Bereich von Grundschule und Rathaus zu beantragen. Die vielen Fahrzeug,- Bus- und Fußgängerbewegungen auf dem Parkplatz vor der Schule erfüllen nach Ansicht der Gemeinde die Voraussetzungen für eine Anordnung von Tempo 30. Bürgermeister Grasl sieht in dem Bereich einen „Brennpunkt“ mit drei Parkplatz-Ausfahrten, angrenzenden Wohngebieten, Turnhalle, Gemeindesaal, Feuerwehr, Schule, künftigem Bürgerhaus, Trauerweg zum Friedhof, Kirchenzugang, Marktstand und Rathaus. Außerdem sei der Gehweg entlang des Parkplatzes vor der Schule mit weniger als 1,40 Meter Breite sehr schmal.

Landratsamt: Keinen „Tempo-30-Automatismus“ walten lassen

Georg Fischhaber erklärt dazu, die Verkehrsbehörden dürften keinen „Tempo-30-Automatismus“ walten lassen, sondern hätten jeweils die besonderen Umstände des Einzelfalles zu prüfen. Ein erhöhtes Verkehrsrisiko von und zur Schule sieht der Verkehrsfachmann nicht, insbesondere weil es aufgrund der Gegebenheiten in diesem Bereich keine Querungen gebe. Fischhaber: „Das ist ein wesentliches Kriterium.“ Schon die Kirchenmauer sei ein natürliches Hindernis, die nördliche Fahrbahnseite zu benutzen. Ein Risiko lasse sich auch aufgrund der Unfallzahlen nicht annehmen. In den vergangenen vier Jahren habe die Polizeiinspektion Wolfratshausen keinen einzigen Schulwegunfall aufnehmen müssen. „Das ist sehr erfreulich – macht aber die Begründung noch schwieriger.“

Das Landratsamt könne dennoch die Sorgen nachvollziehen. Deshalb wolle man sich über die zuerst genannte Maßgabe hinwegsetzen, allerdings mit der Absicht, dass Tempo 30 nur „in den Ort hinein“, einseitig, angeordnet werde. Fischhaber bittet um Verständnis, sollte sich die Anbringung der Verkehrszeichen verzögern. Man habe sich für „Schilderbäume“ entschieden, deren Anfertigung und Aufstellung gar nicht so einfach sei. Tanja Lühr

Rubriklistenbild: © dpa

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