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Von 1,59 Euro auf 1,63 Euro

Trinkwassergebühren steigen moderat

Münsing – Der Protest der Landwirte hat gefruchtet. Die Gemeinde Münsing erhöht ihre Trinkwassergebühren moderater als ursprünglich geplant.

Um trotzdem die vielen Investitionen im Bereich Wasser schultern zu können, steigt die Grundgebühr. Einstimmig einigten sich die Räte nach längerer Diskussion am Dienstag darauf, künftig 1,63 Euro pro Kubikmeter (bisher 1,59 Euro) zu verlangen. Für einen Wasserzähler mit vier Kubikmeter Dauerdurchfluss pro Stunde fallen künftig 67,34 Euro im Jahr an (bisher 42 Euro). Ursprünglich wollte die Gemeinde 1,76 Euro pro Kubikmeter bei gleichbleibender Grundgebühr verlangen. Die Bauern als größte Wasserverbraucher fühlten sich dadurch stark benachteiligt.

Ein Landwirt benötige 30 mal so viel Wasser wie ein Normalbürger, weil seine Kühe so viel trinken würden, erklärte die Landwirtin und Umweltreferentin Christine Mair (Wählergruppe Münsing). Sie sagte, sie freue sich zwar, dass der Preis jetzt nur um vier Cent steige, beantragte aber gleichzeitig, dass die Jahresgebühr für den größeren Zähler mit zehn Kubikmeter Dauerdurchfluss pro Stunde auf 120 Euro statt wie von der Verwaltung vorgeschlagen auf 169 Euro (bisher 48 Euro) angehoben werden soll. Der Antrag fand keine Mehrheit.

Ebenso wenig konnte sich Sozialreferentin Regina Reitenhardt (Wählergruppe Münsing) durchsetzen. Sie wäre lieber bei der ursprünglich geplanten Verbrauchsgebühr von 1,76 Euro pro Kubikmeter bei Beibehaltung der Grundgebühr geblieben. Sozial schwache Menschen könnten die 25 Euro mehr im Jahr treffen, meinte Reitenhardt. Den Wasserverbrauch könnten sie dagegen steuern, indem sie sparsam mit dem Trinkwasser umgingen.

Bürgermeister Michael Grasl erinnerte daran, dass die Gemeinde viel Geld in ein intaktes Wasserversorgungsnetz investiere. Beim Wasser und Abwasser seien die Gemeinden dazu angehalten, kostendeckend zu arbeiten. Dem ehemaligen Landwirt Hans Müller, der in der Bürgerversammlung eine Kostendeckung auch in den Bereichen Gemeinde-Gaststätte Pinocchio und Nahwärme gefordert hatte, entgegnete Grasl, dass dieser Vergleich hinke. Beides werde auf privatrechtlicher Basis betrieben. Kein Pächter könne für die Gaststätte eine kostendeckende Pacht zahlen. Für die Nahwärmeversorgung mit Hackschnitzeln habe sich die Gemeinde vor 15 Jahren bewusst im Sinne der Ökologie und zu Gunsten der Landwirte entschieden, rief der Bürgermeister in Erinnerung.

Grasl sagte, er wünsche sich mehr Solidarität in und mit der Gemeinde. „Trinkwasser ist unser allerhöchstes Gut. Wir sind mit unserer Versorgung unabhängig, auf technisch sehr hohem Stand und müssen das Lebensmittel nicht aufbereiten.“ Aufgrund von Starkregen oder anderen Ereignissen könne das Abkochen oder Chloren natürlich notwendig werden.

In den vergangenen Jahren kam dies in Münsing jedoch kaum vor.

von Tanja Lühr

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